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Tobias Hartwig - kju
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| Berlin, Rosi's, 17.03.2005 |
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Alternatives Jungvolk heute abend im Rosi's, zwei noch ziemlich frische Bands versuchten das mäßig zahlreiche Publikum (na ja, unter der Woche, und vor halb elf geht im Rosi's gleich gar nix los) für sich zu gewinnen.
Zunächst standen die Lokalmatadore von SIVA auf der Bühne und legten mit ihrem Indie Power Pop los. Leider war der Sound nicht so goldig und das Ganze war mir auch ein bisschen zu verhuscht, unausgegoren, manchmal etwas ungeduldig und in den Übergängen nicht exakt genug. Irgendwo zwischen RADIOHEAD, MUSE und späten NIRVANA verdienen SIVA sicherlich Respekt für den Mut zu eigenen, ambitionierten Kompositionen, gleichwohl zwickt und zwackt es doch noch häufiger im Fluss der Töne. Aber das Trio ist ja noch ziemlich jung und entwicklungsfähig.
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Nach einer guten Dreiviertelstunde wurde die Bühne geräumt und KJU bestellten ihr Terrain. Zwar haben die Hannoveraner inzwischen ein paar neue Songs, aber im großen und ganzen rekrutiert sich das Programm doch aus den beiden bisherigen Veröffentlichungen "Draw Lines On" und "The Pieces Fit". Und tatsächlich, die Stücke passen gut zusammen bei den Niedersachsen, man merkt, dass da eine eingeschworene Truppe zugange ist, die sich fast blind versteht und sehr gut aufeinander abgestimmt ist. Sänger Tobias Hartwig ist vielleicht nicht gerade ein Wunder an Stimmumfang und Variabilität, aber ein sympathischer Frontmann, der über eine solide Rockröhre verfügt. Drummer Peter Klapproth und Bassist Sven-Olaf Hüner bieten ein stabiles Fundament, während mir Gitarrist Kord Kintscher manchmal etwas weniger zurückhaltend agieren dürfte.
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Aber die Mischung aus Alternative Rock, ein bisschen Crossover und einem guten Schuss Emocore stimmt, mein Lieblingssong Burn The Ashes, ein treibender Rocker mit Ohrwurmcharakter, ist auch dabei, also, was will man mehr? Vielleicht eine etwas längere Spieldauer, aber wie schon erwähnt, die Jungs haben auch noch nicht so viel Material, deshalb ist nach nicht ganz einer Stunde Schluß.
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Es ist fraglich, ob KJU der ganz große Erfolg beschieden sein wird. Nicht weil die Jungs schlecht sind, aber sie wirken viel zu normal, nett und bodenständig, ohne Macken und Marotten und sind damit, gerade was Emo-Rock anbelangt, für Business und Presse wahrscheinlich nicht spektakulär genug. Dafür macht es Spaß, sie live zu erleben, da man das Gefühl hat, hier rocken die Jungs von nebenan. Und ihr Sound ist zupackend, eingängig und unverbraucht, so dass da sicherlich noch einiges kommen wird. Demnächst auch in Eurer Nähe, denn KJU sind regelrechte Tourtiere, die sich eigentlich die Miete für die eigenen vier Wände sparen könnten, so häufig sind sie unterwegs. Einfach mal hingehen, ein wirklich erfrischend netter Abend ist garantiert.
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