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Coppelius

Düsseldorf, Stahlwerk, 29.09.2005

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Fotos: Jörg Litges

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Coppelius
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Subway To Sally
STS
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Düsseldorf, Stahlwerk, 29.09.2005

Ich behaupte ja immer, dass ich in meinem Leben schon viel gesehen habe, aber sowas wie die Jungs von COPPELIUS ist mir noch nie untergekommen. Schon im Vorfeld hörte ich einiges über die Combo aus Berlin, die anscheinend mit Klarinetten arbeitet.Toll dachte ich. Kann ja nix werden. Oh, was habe ich falsch gedacht.

Coppelius
Coppelius

Stellt euch folgendes Bild vor: Da treten 6 bleich geschminkte Gestalten, gewandet in Gehröcke und Zylinder des 19. Jahrhunderts, frisch aus der Zeitmaschine auf eine mit Kerzenschein beleuchtete Bühne, um mit Cello, Kontrabass, 2 Klarinetten und einem Schlagzeug dermaßen die Sau raus zu lassen, dass selbst ich erst mal verdattert da stehe! (und ich habe ja schon viel gesehen!)


Leicht angeschlagen sind sie wohl, denn die Reise aus der Vergangenheit hat Spuren hinterlassen, ein paar blutende Wunden gibt es hi und da, aber immerhin wissen wir nun woher IRON MAIDEN ihre Inspiration für Transilvania 666,Innocent Exile oder auch Killers nahmen, um mal nicht das böse Wort "abgekupfert" zu sagen! Was MAIDEN mit 3 Gitarren schaffen, machen diese Jungs mit Klarinette und Cello! Und das fantastisch. Eins zu eins! Wenn du nicht hinguckst, meinst Du wirklich das sich Gitarren auf der Bühne die Duelle leisten und nicht Klarinetten. Vergesst APOCALYPTICA!

Coppelius
Coppelius

COPPELIUS sind aber keine Coverband, nee! Auch eigenes Material wird vorgetragen, dieses handelt von Morgen- oder Abendstimmung oder von Träumen (Dreaming) welches mich ein wenig and die INCHTABOKATABLES erinnert. Get Used To It hat irische Einflüsse. Die Herren Zeitreisenden sind also recht umtriebig und zelebrieren sowohl die Deutsche als auch die Englische Sprache in Ihren Texten.

Coppelius
Coppelius

Und wie es sich für Zeitreisende aus dem 19. Jahrhundert gehört, hat man natürlich auch seinen Butler dabei, jene arme Kreatur die, wenn sie nicht während der Show ein Tässchen Tee reicht, das Taschentuch zum Schweiß abtupfen bringt oder die Ansagen macht, im Hintergrund für die Backing Vocals sorgt und ansonsten bangt als sei er Dave Mustaine persönlich.

Rund 40 Min. haben mich die Herrschaften begeistert. Unnütz zu sagen, dass ich anschließend kurz mit in die Zeitmaschine stieg um Kontakt aufzunehmen, das Home of Rock wird über dieses Phänomen noch weiter berichten!

Wieder mal eine geniale Band die SUBWAY To SALLY da als Support hatte. Nach einem kurzen Stopp in der jetzigen Zeit (sprich Bierstand, Smalltalk mit einigen Bekannten) geht's zurück ins Mittelalter!

STS

SUBWAY TO SALLY entern die Bühne zu Stille Nacht, (Eis-) Heilige Nacht,, Kunstschnee und frenetischem Jubel der Fans. Leider wird eins wieder klar, das Stahlwerk hat einen erbärmlichen Sound. Hinten hört man garnix, vorne scheppert's das es nur so kracht. Somit ist man in der Mitte am besten aufgehoben. Hey! Muss man auch mal positiv sehen, meinem Tinitus tat das nur gut! Einmal nicht halbtaub aufwachen! Und der Sound war wirklich das einzige Manko an einer Performance die fast die komplette neue Platte, sowie ein buntes Potpourie aus allen Schaffensphasen der Band beinhaltete.

Eric Fish war leider nicht ganz fit, Bronchitis. Der eingefleischte Fan merkte es an einigen Stellen ein wenig, allerdings ließ seine Performance keine Wünsche offen. Wer mir wahnsinnig gut gefiel war Drummer und Neuzugang bzw kleiner Bruder Michael Simon. Sein Drumming ist ungemein frisch und locker. Er geht die STS Songs anders an als sein Vorgänger David Pätsch, was meiner Meinung nach der ganzen Performance einen neuen Aspekt verlieh. Junges Blut bringt auch wieder neue Frische!

STS
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Interessant fand ich auch die Mischung der Songs. Auf Feuerland Knochenschiff folgen zu lassen, geht ja noch an, aber darauf Kleid auf Rosen? Darauf Liebeszauber, Die Schlacht und dann Unsterblich um den Hauptset mit Eisblumen zu beschließen? Genial! Im Interview mit Bodenski war ich ja noch skeptisch, aber es geht. Sehr gut sogar! Überhaupt hat sich die Performance soundmäßig zur letzten Tour nicht all zuviel verändert. Live knallte STS eh schon immer anders wie auf Platte. Und auf Horus Falscher Heiland folgen zu lassen ist einfach nur geil! Alle Songs, egal ob neu oder alt, wirken wie aus einem Guss.

Dudelsack, Drehleier und Flöte sind nach wie vor vorhanden. Flötentechnisch leistete sich Herr Fish, allerdings an diesem Abend öfter einige Misstöne! Schade, aber nicht weiter störend. Frau Schmitt spielte natürlich keine drei Geigen zeitgleich, und die wenigen Samples fielen wirklich nicht auf (zumeist im Intro zu den Songs). Wie gesagt, live waren STS schon immer eine andere Band als auf Platte.

STS
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Ohrwurm Sieben gab's erst bei der Zugabe, auch für Julia und Ihre Räuber musste das Publikum bis zum Ende der Show warten und lange bitteln und betteln. Selbstverständlich gab's auch wieder Feueralarm, sprich Feuerspucken und die Flammenwerfer a la Terminator. Die Feuerwehr freut's immer und Brandflecken an der Decke waren nicht geplant!

Geile Show! Grandioser Abend! Next Stop: Ruhrpott 21.12. Soundgarden! See You There!

Jörg Litges, (Impressum, Artikelliste), 17.10.2005

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