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Supp.: Great Big Sea

München, Babylon, 18.06.2001

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Ein Runrig-Familientreffen - Bericht eines Konvertiten

Nachdem so einige Texte über Donnie Monroe und Runrig durch meine Hände gegangen sind, bin ich neugierig geworden, habe die Gelegenheit des Münchner Runrig-Konzerts beim Schopf ergriffen und mir eine Woche zuvor eine Karte gekauft. Diesen Runrigern hatte ich wirklich zugetraut, alle Karten aufzukaufen und ich wäre draussen gestanden. Dies erfüllte sich zwar nicht, das Babylon im Kunstpark Ost war nicht´ausverkauft, aber doch gut gefüllt (vielleicht 1.200?).
Als ich zwei Kollegen von meinem Kartenkauf erzählte, erfuhr ich, dass beide Runrig mögen (sie würden auch da sein), der eine ein Runrig-Fan ist und alle Alben hat. Das traf sich sehr gut und er lieh mir gleich drei Alben ("The Cutter and the Clan", "Mara" und "Amazing Things"), damit ich nicht völlig unvorbereitet ins Konzert gehen müsste. Ich hatte noch sechs Tage Zeit, um sie mir anzuhören, was ich ausgiebig tat. Nach dem ersten Schmalzansturm überzeugte mich dann die Qualität der Musik und ich freute mich richtig auf das Ereignis.

Am Montag, den 18.6., war ich gegen halb Acht an Ort und Stelle. Das Babylon war noch nicht sehr voll, aber es kamen ständig Leute. Zwanzig Uhr stand als Beginn für die Vorband GREAT BIG SEA (heutzutage heisst es ja Support Act oder in diesem Fall Special Guest) auf der Eintrittskarte. Ein bisschen erstaunt war ich dann doch, als die vier Jungs fünfzehn Minuten früher auf der Bühne auftauchten: Zwei Akustik-Gitarren, eine schottische Handtrommel (man vergebe mir mein Nichtwissen des Namens) und ein Allrounder (Violine, Akkordeon, Flöte).
Einem Teil des Publikums waren sie wohlbekannt und wurden gefeiert. Ein Ausfall der Mikrophone wurde mit gemeinsamem Gesang überbrückt und störte weiter nicht.
So wie mich die Musik von GREAT BIG SEA auch nicht störte. Sie lief ziemlich an mir vorbei, tat aber auch nicht weh. Es ist schon ein Problem, nur mit Akustik-Instrumenten eine Halle wie das Babylon richtig zu beschallen. Die ersten Reihen sind voll dabei, dort sind die Fans, Drittel Zwei und Drei schauen zwar hin, aber viel mehr auch nicht. Der lange Tresen war auch noch überfüllt (6 Mark das Bier), was für sich sprach. Die Jungs mussten auch ziemlich schnell wieder verschwinden, nur eine halbe Stunde war ihnen vergönnt.

Es wurde umgebaut, was etwa zwanzig Minuten dauerte. Und dann kam RUNRIG. Das Publikum war sofort auf Hundert und die Stimmung war super. Lautstärke und Sound waren (anfangs) absolut okay und ich konnte mir in aller Ruhe die Band anschauen und -hören. Von links, wie sie auf der Bühne waren:

  • Links vorne Rory MacDonald am Bass, sang recht gut. Nach einigen Stücken wurde der Bass immer lauter, mir zu laut - einer der wenigen Minuspunkte.
  • Hinter ihm Calum MacDonald, Percussion: Füllt sehr gut.
  • Mitte vorne Donnie Monroes Nachfolger Bruce Guthro: Gute Stimme, leicht rau, sehr laut, wenn er musste/wollte, vielleicht ist der Tonumfang nicht mit Donnies vergleichbar. Seine Akustik-Gitarre war präsent, gut.
  • Dahinter Iain Bayne, Drums etc: Good Job.
  • Rechts vorne Malcolm Jones, Gitarre, Akkordeon, elektronischer Dudelsack u.m.: Keine leichte Aufgabe, die vielen Effekte zu beherrschen (ganz selten klangen seine Stratocaster nach Fender. Stark verzerrt, viel Hall, Phaser und was weiß ich noch alles). Ganz selten spielte er mal richtig Begleitung, die meiste Zeit hatte er alle Hände voll zu tun, die Riffs und Melodien, die die Songs bestimmen, zu vollbringen. Bravourös gelöst.
  • Dahinter (???) an den Keyboards: Der Neue, erst seit drei Wochen dabei, nur stellenweise richtig zu hören, zu dominant die Gitarre. Sein Name wurde wohl von Bruce erwähnt, aber kam bei mir nicht an. Die Runrig-Seiten führen noch Peter Wisehart als Keyboarder.

Am Hamoniegesang der Band war nichts auszusetzen,  darauf hatte ich mich gefreut und wurde nicht enttäuscht. Auch das Publikum war gut bei Stimme, sang, wenn gefordert, mit Enthusiasmus seinen Part, ich mit, wenn ich den Text verstand. Unser bestes Lied war das mit "... dust .... home ....", richtig schön.
Anmerkung: Dust vom Album "Recovery" (1981) - "Oh I do believe dust will turn the seed home".

So einige Titel konnte ich erkennen, ob Stamping Ground, oder Book Of Golden Stories von der neuen CD, und, ich denke, zwei Titel von "Amazing Things". Ich wusste von Harald, dem Eingeweihten, dass ein Runrig-Konzert erst dann vorbei ist, wenn ein bestimmtes Lied gespielt und gemeinsam gesungen ist. So war mir auch nach der ersten Zugabe klar, dass es weiterginge. Leider hatte der Mischmann die Lautstärke um einiges erhöht und es wurde ziemlich laut. Da es sich nur noch um wenige Songs handelte, ertrug ich es, um auch das Ende mitzubekommen.
Als auch die Hymne vorbei war (irgend was mit "Mary"), gab es noch ein Duo Malcolm - Bruce. Der Familie Publikum war es immer noch nicht genug (nach fast 2,5 Stunden!), aber das Konzert war definitiv vorbei und das Licht ging an.

Für vierzig Mark (plus Vvk) zweieinhalb Stunden Runrig, das muss man sich erst einmal vorstellen, dies dürfte ziemlich einmalig sein. Es hat sich mehr als gelohnt, dieses Konzert zu besuchen. Es kann gut sein, dass ich auch beim nächsten Mal wieder dabei sein werde.

Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 21.06.2001

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