HoR Logo kl

Konzertbericht:

Logo The Quireboys

Supp.: Five Fifteen

München, Backstage, 07.10.2001

Logo Home-of-Rock
Startseite > Konzertberichte > Five Fifteen > The Quireboys > München, Backstage, 07.10.2001

Link Homepage:
Offizielle The Quireboys Homepage
Link Plattenfirma:
Sanctuary Group
Link Homepage:
Offizielle Five Fifteen Homepage
Link Kaufen:
www.amazon.de

Unser Disclaimer
Fotos:
Adelina Schmidtlein

Der Klick auf ein Bildchen zeigt es in voller Größe in einem neuen Browserfenster.

Flyer
Flyer mit Autogramm von Nigel Mogg
Brille
Aus der Sicht der Brille...
Der HoR-Berichterstatter
Der Home of Rock-Berichterstatter als Nigel Moog mit ihm fertig war
München, Backstage, 07.10.2001

Der Hype ist vorbei. Die Süddeutsche Zeitung berichtet lieber über Clawfinger und im Münchner Backstage verlaufen sich, wohlwollend geschätzte, 130 Leute (trotzdem eine angenehme Atmosphäre in dem kleinen Club). Die allerdings entstammen der Hardcore-Rock & Roll-Fraktion (mit überraschend vielen Mädels darunter). Gut möglich, dass der Münchner an sich lieber zum Oktoberfest geht, als ein sauberes Rockkonzert anzuschauen. Hmmm.

Wir hätten übrigens gerne Bilder von diesem Konzert präsentiert. Es hätte sich gelohnt. Aber die verantwortlichen Tour-/Plattenfirmen haben auf unsere Anfragen diesbezüglich nicht reagiert. Schade, denn hätten wir gewusst, dass beide Bands absolut kooperativ und nett sind, wir hätten unsere Kamera mitgebracht.

Für die, anständigen, 35 Mark Eintritt bekommt man dann auch tadellose Vollbedienung.
Die Finnen FIVE FIFTEEN sind durchaus "crazy". Sänger und Gitarrist Mika Järvinen steht halb nackt und ohne Schuhe auf der Bühne und sieht wirklich wie (ein viel jüngerer) Plant aus, den Bass bedient ein Hippie mit Rastalocken (Repe Lumikumpu), der zweite Lead Gitarrist Esa Mark sieht Rich Robinson verblüffend ähnlich und der Drummer Atte Sarkima ist ein ordentlicher Haudrauf. Vom Keyboard kommen immer wieder schöne alte Hammond Töne.
Aber der liebe Epi hat uns in seinem Bericht vom Frankfurter Konzert etwas unterschlagen!
Die Sängerin Hanna Wendelin nämlich.
Ein zierliches Persönchen, das sehr nett unter dem Cowboyhut hervorgrinst und einen atemberaubenden Hüftschwung hat.
Wieso hast Du von der Frau nichts berichtet Epi?

Die Band veröffentlicht bereits seit 1990 (!) Platten, hat insgesamt 5 Longplayer gemacht und ist ein eingespieltes Team. Wer CDs namens "Six Dimensions Of The Electric Camembert" produziert, muß allerdings etwas durchgeknallt sein.
Ihr aktuelles Werk heißt "Death Of A Clown", hat nichts mit den KINKS zu tun und wird naturgemäß auf dieser Tour vorzugsweise promotet. Mir macht das nichts aus, da ich die Band vorher überhaupt nicht kannte.

Und ich tu mich auch etwas schwer, die Musik korrekt zu beschreiben. Ein Versuch:
Funky Stoner Rock mit Black Crowes-Feeling und gelegentlichen Thin Lizzy-Twin Gitarren im traditionellen (Hard) Rock Gewand mit psychedelischen Led Zeppelin-Breaks. Alles klar?

Die aktuelle CD klingt etwas anders als der Auftritt, etwas verspielter, aber sie ist empfehlenswert. Das Review zu "Death Of A Clown" findet Ihr an anderer Stelle im Home of Rock (Ein heftiger Dank geht hierbei an Mika, der uns bereitwillig ein Exemplar zur Verfügung stellte).

Der Gig hat mir gut gefallen!

Lange Umbaupause. Unnötig eigentlich.
Die QUIREBOYS haben sich im Großen und Ganzen nicht verändert. Rock & Roll pur, retro bis auf die Knochen, ohne einen Funken Zugeständnis an irgendeinen Zeitgeist (bis auf die hässlichen Plateauturnschuhe des neuen Gitarristen Luke Bossendorfer, der aber dadurch etwas größer rauskommt).

Alles, was Epi über das Konzert in Frankfurt geschrieben hat, stimmt. Die Setlist ist, glaube ich, identisch, Spike ist (zumindest Anfangs einigermaßen) nüchtern, kräht aber etwas kratziger als früher, Nigel Mogg schaut etwas, äh, gespensterhaft in seinem schwarzen Mantel und Zylinder aus. Man könnte ihm durchaus etwas anderes, als ein "drinking problem" unterstellen. Im kurzen Gespräch nach dem Gig, beweist er aber komplett das Gegenteil. Lustiger Typ.

Ich mag die neuen Stücke, sie sind so etwas wie eine Symbiose aus Small Faces und AC/DC (zumindest live).
Anfangs bin ich etwas über die misslaunige (?) Bühnenpräsenz von Luke Bossendorfer verwundert. Er starrt 4 Songs lang ganz konsequent ins Bühnen-Off, reißt aber satteste Riffs im Dutzend runter. Und plötzlich, bei This Is Rock'n'Roll, beginnt er zu grinsen, kommuniziert mit den anderen, post und sieht aus wie:
Der junge STEVE MARRIOTT!
Der ganze Habitus, Größe, Art der Gitarrenhaltung, Spiel und Jeanshemd (nur nicht die Schuhe) erinnern unheimlich an Steve.
Einwurf von meinem Nachbarn Klaus: Der Typ ist total auf Rock & Roll programmiert. Stimmt!

Wenn mir jetzt noch jemand sagen würde, wer das Keyboard auf dieser Tour bedient? Ein Könner im Bereich Boogie-Piano auf jeden Fall.

Spike macht viel Konversation, Nigel hält seinen Thunderbird permanent in Hüfthöhe und ballert uns ordentlich zu, Martin Henderson malträtiert sein Minimal-Drumkit und Guy Griffin wechselt sich hervorragend mit Luke ab.

Diese Art von Musik ist (jedenfalls für mich) absolut zeitlos. Egal ob Whippin' Boy, Hey You (Highlight!), dem schönen Ode To You oder irgend ein anderer Song. Einfach klasse Rock & Roll.
Letztlich ist es auch gar nicht schlimm, dass die Jungs heute nicht mehr in den großen Hallen auftreten. Diese Musik gehört in die Clubs. Und wer nicht hingeht, hat eh keine Ahnung.

Zur Zugabe Sex Party kommt Hanna noch mal auf die Bühne (ein Schelm, wer dabei Schlimmes denkt) und Nigel holt die halbe Halle auf die Bühne. Gemeinsames Absingen und Zuprosten und eine Einladung zur gemeinsamen Drink Party, anläßlich des letzten Konzertes in Deutschland (wir sind dieser Einladung selbstredend nicht gefolgt...). Schluß.
90 Minuten Party und ich hab meine Kreuzschmerzen auch weggehüpft.

Auch die Quireboys kommen nach dem Auftritt zum Merchandise Stand, geben Autogramme, trinken ein Bier, schnorren sich von mir bulgarische Zigaretten, unterhalten sich mit den Fans und beteuern einhellig, dass diese Tour großen Spaß macht.
Nigel beweisst, dass er schreiben kann und signiert mir die Brille. Was man sich im Dienste des Rock & Roll alles antun muß...

Jungs, lasst uns nicht wieder 8 Jahre warten!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 08.10.2001

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > Konzertberichte > Five Fifteen > The Quireboys > München, Backstage, 07.10.2001

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum