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Konzertbericht:

Ojo Rojo

Supp.: Coogan's Bluff

Schwerin, Dr. K, 29.11.2003

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Fotos:
Ralf Stierlen

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Coogan's Bluff
Coogan's Bluff
Schwerin, Dr. K, 29.11.2003

Das Dr. K ist ein richtig schöner kleiner Klub mit Kulturzentrum unter der Trägerschaft der evangelischen Jugend Schwerin in der Paulsstadt. Hier ist alles noch schön handgemacht und familiär, und der für das Booking Verantwortliche ist nicht nur beim Kartenabriß und erzählt mir, daß heute abend hoffentlich der bisherige Publikumsrekord gebrochen wird, sondern er steht nachher auch in der ersten Reihe im Publikum und feiert mit ab.
Tatsächlich ist der Zuspruch auch recht ordentlich, der Klub gut gefüllt, so daß man sicherlich allseits zufrieden sein darf: Die Schweriner über das Engagement, daß solche Veranstaltungen ermöglicht und die Verantwortlichen über den herrschenden Zuspruch.

Coogan's Bluff

Support Act waren COOGAN'S BLUFF aus Rostock. Die vier Jungspunde lieferten eine ausgesprochen knackige Stonervariante ab, die sich eher an FU MANCHU orientiert, also kompakte Songs, die im Rock'n'Roll fußen und kompromißlos zur Sache kommen. Zusammenspiel und Bühnenpräsenz waren schon äußerst professionell, so daß das fast einstündige Set (!) begeistert aufgenommen wurde.

Ojo Rojo

Bei den Headlinern des Abends, OJO ROJO aus Berlin, kann man eigentlich schon nicht mehr von Stoner Rock sprechen, da viele Metal-, Thrash- und Punkelemente hinzukommen. Man bevorzugt daher den Terminus "Amphetamine Rock" (gleichzeitig Titel der ersten EP, mittlerweile gibt es ja den Longplayer "Tunes from the wayout", siehe unser Review), man könnte es aber genausogut als Testosteron Rock bezeichnen: Schnell, hart, laut und kraftstrotzend.
Eindeutig Herr im Ring sind Shouter Matt Roosta und der vielseitige Gitarrist Olli Wong.

Ojo Rojo

Angesichts der vorgerückten Stunde, der Erschöpfung nach dem Support (die Umbaupause war erstaunlich kurz) und dank der moderaten Bierpreise (wir verstehen uns) war die Zuhörerschaft anfänglich etwas zurückhaltender, aber spätestens nach Flies on strings taut das Eis endgültig und kommt mächtig Stimmung in die Bude. Schön knackig auch das in diesem Kontext vielleicht etwas überraschende FLEETWOOD MAC-Cover Oh well.

Ojo Rojo

Die Band zeigt, dass wirklich Potential in ihr steckt und man noch einiges erwarten darf, insbesondere, da sie in der Lage ist, abgetretene Pfade zu verlassen und dem aus bekannten Zutaten erzeugten Stil eine eingeständige Note beizufügen. Jedenfalls durften alle zum Ende des Konzerts erschöpft und glücklich sein, als die Zeiger der Uhr schon über die 1 vorgerückt waren.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 04.12.2003

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