| München, Metropolis, 11.12.2000 |
| Phil McCormack |
Vocals |
| Bobby Ingram |
Lead Guitar |
| Russ Maxwell |
Lead Guitar |
| Andy McKinney |
Bass |
| Sean «The Cannon» Shannon |
Drums |
| Tim Donovan |
Keyboards |
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| 1. Whiskey Man | 2. Heart Of The USA |
| 3. Gator Country | 4. Tatanka |
| 5. Down From The Mountain | 6. Bounty Hunter |
| 7. Country-Jam | 8. Fall Of The Peacemakers |
| 9. Saddle Tramp | 10. Beatin' The Odds |
| 11. Edge Of Sundown | 12. Why Won't You Take Me Home |
| 13. Keyboard-Solo | 14. Dreams (I'll Never See) |
| 15. The Journey | 16. Devil's Canyon |
| 17. Flirtin' With Disaster | |
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Nachdem ich mich vom Ganzkörpertinitus erholt habe und mir die Finger nimmer schlottern, hier meine
Eindrücke vom Konzert am 11.12.2000 in München.
Die kleine Halle im Kunstpark Ost war tatsächlich gut gefüllt. Ich schätze ca. 300 Leute. Erster -
optischer - Eindruck: Als Backdrop hängt der gleiche Teppich wie bei der letzten Tournee an der Wand. Aber
offensichtlich haben sie das Teil zu heiss gewaschen. Völlig verbleicht und schäbig sieht das aus. Wir
dachten zuerst, der Hausmeister hat das Ding verkehrt herum aufgehängt. Aber dann wären ja die
Buchstaben spiegelverkehrt gewesen...
Für eine Band, die soviel Wert auf gutes Aussehen legt (im Bezug auf das optische Erscheinungsbild; die Jungs
gehen persönlich eher nicht ins Fitnesstudio...), ist mir das ein bischen unverständlich. Aber gut. Dafür
gab es am Merchandisestand einen Teppich zu kaufen. Ultrakitschig zwar, aber trotzdem geil. Mit Fransen, dem Logo
und einer grossen Flag drauf. Kostet 150 Mark und ich habe wirklich überlegt... Aber das hätte Ärger
mit meiner stilbewussten Frau gebracht. Zur Strafe wollte ich die Kohle dann versaufen. Hat aber auch nicht ganz
geklappt. Weissbier kostet nur 5 Mark dort.
Keine Vorband. Schade, denn am Sonntag in Kaufbeuren hat die H.Davison Band gespielt. Kennt die noch jemand?
Aus Augsburg und die waren mal richtig gut. Typischer Bikerrock und ein genial aussehender Sänger (gross,
bärtig, immer mit schwarzem Duster). Wie mir ein Freund erzählt hat, hatte er vor 2 Jahren einen
Schlaganfall, war sehr lange krank bzw. in Reha und jetzt greifen sie scheinbar wieder an.
Und dann kommt der Moment wo mir die Ohren abgefallen sind. Whiskey Man donnert derart brachial und laut daher,
dass mir wirklich innerhalb 30 Sekunden schier schwindlig wird (und ganz sicher nicht vom Bier).
Versteht mich nicht
falsch. Laut ist gut. Aber Hatchet übertreiben es. Das ist nun die dritte Tour seit DJB und jedesmal wird's lauter.
Warum? Klar, der Sound ist perfekt, absolut kein Brei, aber es ginge wirklich 2 Nuancen weniger laut.
Der neue
Rhythmus-Gitarrist sieht gut aus. Ich sage bewusst Rhythmus-Gitarrist, weil er nichts anderes ist. Da hilft nicht, dass
ihn Phil x-mal als Lead-Gitarrist ankündigt. Er hat noch weniger Freiraum als es Bassett hatte. Im ganzen Konzert
vielleicht 5 Solos. Allerdings weiss er wirklich was er tut.
Und da liegt eventuell die Begründung der Lautstärke. Bobby ist vermutlich der beste lebende
Southern-Gitarrist. Er schlägt wirklich alles. Schier unglaublich, was der mit seinen dicken, kurzen Fingern alles
rausschüttelt. Spielt mehr Solos als es früher alle drei Gitarristen zusammen gemacht haben, spielt 2 1/2
Solos gleichzeitig und schmeisst dazu noch mit Plektren um sich, knallt die härtesten Riffs im Dutzend raus, post
mit Phil um die Wette und grinst dabei noch. Wunderbar und göttlich. Komme mir nur keiner mit
«Showman»! Aber er ersetzt nun mal mindestens einen (nicht sooo schlechten) Guitarman komplett und
reisst noch den Grossteil eines weiteren runter. Das geht nunmal nur mit entsprechender Lautstärke/Overdrive.
Zweite Nummer ist Heart Of The USA. Knallt viel besser als auf der Platte. Phil hat sich vom "nur" Sänger zu
einem echten Frontman entwickelt. Spricht viel mit den Leuten, reisst Scherzchen, animiert.
Bei Gator Country kommt das erste schöne zweistimmige Solo. Gut gemacht.
Tatanka klingt noch martialischer als auf der Devil's Canyon-CD und Down From The Mountain rockt und shuffelt genial.
Inzwischen haben sich die Ohren auch an den Pegel gewöhnt. Beinahe schreit man "lauter".
Bounty Hunter kommt in einer fast neuen Version (naja). Russ Maxwell spielt dabei eine hervorragende Rhythm-Guitar
und setzt echte Akzente. Klingt klasse.
Immer mehr wird klar, dass die Band wirklich gut drauf ist. Beim anschliessenden Country-Fun-Interlude wird das
richtig deutlich. Entweder die Stimmung ist wirklich besser als bei der letzten Tour, oder sie sind gute Schauspieler.
Macht Spass.
Die ersten 5 Minuten von Fall Of The Peacemakers geben Gelegenheit, schnell ein neues Bier zu holen und dann
schüttet man sich anschliessend mit dem vollen Becher ab, weil die Solis im zweiten Teil einfach nur göttlich
sind. Mist auch, aber bei Saddle Tramp hat man ja wieder 5 Minuten Zeit für Nachschub. Dann allerdings...s.o.
Beatin' The Odds ist und bleibt ein Übersong. Phil singt es aber auch wirklich fast wie good old Jimmy Farrar.
Geil.
Edge Of Sundown wird von einer kleinen Lobpreisung für DJB eingeleitet und tönt x-fach besser als auf der
Platte. Armes Weissbier. Schon wieder auf dem Boden.
Keine Pause. Why Won't You Take Me Home knallt erbarmungslos. Auch hier: Besser als auf der Platte.
Dann kommt ein etwas zusammenhangloses Key-Solo. Naja, immerhin leitet es in eine schöne Version von
Dreams... über. Ich geh am Anfang mal schnell zum Bierstand. Aber diesmal bin ich klüger. Schnell die
Hälfte noch an der Bar geschluckt, weil es kommen ja dann wieder diese uferlosen zweistimmigen Soli. Und was
für welche.
Letzte Nummer ist The Journey. Ich mag dieses Lied nicht besonders. Ist aber ok gespielt und vor allem mit tollen
Gitarren. Russ darf nochmal richtig ran.
Zugabe: Devil's Canyon und Flirtin' With Disaster. Nochmal volles Boogie-Brett.
Insgesamt 17 Nummern, 2 Stunden volles Programm. Was will man mehr. Bis auf die erwähnten Nachteile war es ein
tolles Konzert. Mal wieder das beste des Jahres. War ja auch nicht viel anderes geboten...
Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 12.12.2000
Markus Hagner (Impressum, Artikelliste), Dezember 2000
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