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Merlons Lichter &Out Of IndependenceReichenbach, Die Halle, 08.12.2001 |
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'Support the local underground' ist ja an sich eine feine Sache, nur wird so ein Gedanke zum fatalen Eigentor, wenn der lokale Supportact und der Headliner musikalisch überhaupt nicht zusammen passen. Entsprechend schwer tut sich die junge Band mit ihrem harten Post-Grunge, mehr als die anwesende Handvoll Bekannte zu begeistern. Die spannende Frage des Abends lautet: Können MERLONS LICHTER den Abgang ihrer charismatischen Sängerin Antje verkraften? Natürlich hat sich viel bei MERLONS LICHTER geändert, wie schon der abgewandelte Bandnamen verdeutlicht. Was hätte die Band auch tun können? Aufgeben? Unfug! Eine neue Sängerin suchen? Vielleicht. Ohne Antje weiterzumachen, war sicher die mutigste Entscheidung. Im Wandel des Gewohnten liegen aber auch immer neue Chancen. Im Mittelpunkt der Show steht nun P.G., Antjes Bruder und seit jeher eine der treibenden Kräfte der Band. Das Talent dafür scheint irgendwo in den Genen der Familie Hänsel zu liegen, denn P.G. ist als Frontman absolut überzeugend. Das sein Gesang über jeden Zweifel erhaben ist, sollte spätestens seit dem jüngsten Album "Die wahre Mutter Gottes" jedem klar sein. Live setzt er noch einen drauf und überzeugt nicht nur mit cleanen Vocals, sondern auch mit abgefahrenen emotionalen Lautmalereien. Mal wild animalisch, dann wieder äußerst fragil, wird die Stimme zu einem weiteren Instrument im Bandgefüge. Hier lassen MILA MAR und Anke Hachfeld grüßen. Doch P.G. hat noch einiges mehr zu bieten. Charisma, die Gabe ein Publikum mit seinem Auftreten, mit kleinen Gesten zu fesseln... hier verläuft die Trennlinie zwischen einem Sänger und einem Performer. P.G. gehört erfreulicherweise eindeutig zur letzteren Kategorie. Im Rahmen der Möglichkeiten bieten MERLONS LICHTER eine aufwändige Show. Ein ansprechend beleuchteter Backdrop, die Kanzel am linken Bühnenrand, von der P.G. immer wieder 'predigt', dazu immer wieder Bühnennebel und eine stimmungsvolle Lightshow sind weitaus mehr, als man üblicherweise bei Konzerten dieser Größenordnung geboten bekommt und Bands die meinen 'nur' ihre Musik sprechen lassen zu wollen, sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Musikalisch steht natürlich "Die wahre Mutter Gottes" im Zentrum der Performance, vom beschwörenden Maifeuer zum Auftakt, bis zum abschließenden, besinnlichen Hier war Sie. Träumen und tanzen - in diesem Spannungsfeld bewegen sich MERLONS LICHTER, vielseitiger und spannender als zuvor möchte man meinen. MERLONS LICHTER feiern an diesem Abend auf der Bühne ihre Wiedergeburt und festigen ihren Ruf als hervorragende Liveband. Keiner der Besucher, der der Band in ihrer neuen personellen Konstellation eine faire Chance gab, dürfte enttäuscht nach Hause gegangen sein, und wenn sich jetzt auch nur einer der Daheimgebliebenen vor Wut in den Allerwertesten beißt, und beim nächsten Mal wieder dabei ist, würde mich das mit großer Genugtuung erfüllen. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste) 09.12.2001 |
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