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Kansas

Supp.: Prisma

Pratteln/CH, Z 7, 14.06.2008

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Pratteln/CH, Z 7, 14.06.2008

Eine schöne Tradition, dass KANSAS den deutschsprachigen Raum regelmässig betouren. So auch jüngst im Z7 nähe Basel, wo sie in gut gefüllter, aber nicht ausverkaufter Halle (Preise von 65 Franken sind im Z7 nah der Schmerzgrenze…) ein weiteres Heimspiel absolvierten.

Prisma Der helvetische Opener namens PRISMA - mir bis dato unbekannt - überraschte positiv. In einer knappen Stunde Spielzeit boten die vier Jungs technisch anspruchsvollen - hmmm, sagen wir Prog-Metal. Druckvoll, instrumentaltechnisch ausgereift - nur böse Zungen würden sich stark an KING CRIMSON Mitte der Neunziger des letzten Jahrtausends - in etwa "Thrak" aus 1995 - erinnert fühlen; allerdings mit einigermaßen zugegekifftem Tontechniker. Trotzdem: Ein überraschend hörenswerter Einstieg - bei dem insbesondere Sänger Luginbühl beeindruckte. Die Jungs sollte man auf jeden Fall im Auge behalten!

Kansas Vor ca. 800 Zuhörern und mit neuem (altem, er war schon in den Neunzigern dabei) Geiger David Ragsdale, der den im Streit gegangenen Robbie Steinhardt ersetzt, boten Steve Walsh (voc, keyb), Rich Williams (git), Billy Greer (b) und Phillip Ehart (dr) dann wieder einmal kein perfektes, aber ein hörenswertes Konzert.
Gespannt war ich insbesondere, wie der stimmlich seit geraumer Zeit angeschlagene Walsh ohne die vokale Assistenz Steinhardts auskommen würde. Aber mit einiger positiver Voreingenommenheit: Es war erträglich bis gut, zumindest, wenn man die Band seit Jahrzehnten ins Herz geschlossen hat - wirkliche Ausfälle gab es keine. Nerven tat ehrlich gesagt Cellist Ragsdale, denn 90 Min. permanentes Andree Rieu-Grinsen, das ist bei der Möglichkeit, schnell in die erste Reihe zu hüpfen, für die Zuschauer (für den Hörer gab es keinen Grund zur Klage) schon schwerer zu ertragen; wie bei Anblick auf kurze Distanz auch Bassist Greer, nun zweiter Vokalist, sichtbar gealtert war.
Die Jungs um Walsh spielten ihren Set jedenfalls solide und in der gewohnten Zusammensetzung durch, außer dem bekannt nervigen Dust In The Wind, auch noch zum 30-jährigen Jubiläum gesondert angepriesen, störte nichts. Wer das Magnum Opus, Point Of Know Return oder Carry On My Wayward Son abfeiern wollte, der war hier genau an der richtigen Stelle.

Kansas

Obschon die Band, verglichen beispielsweise mit einem großartigen Auftritt in Offenbach Anfang der Neunziger des letzten Jahrtausends, als sie u. a. die Altrocker von NAZARETH und SAGA locker an die Wand pusteten, ihren zweiten oder dritten Zenit definitiv hinter sich hat: Hörenswert war der Abend, auch wegen der fulminanten Eröffnung durch PRISMA allemal - was aus den guten Amerikanern, die nur noch vom Touren leben, werden soll, ist mir allerdings etwas zweifelhaft: Ich war als Mittvierziger in der unteren Alternshälfte.

Dr. Thomas Schimpff, (Artikelliste), 15.06.2008

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