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Montreux/CH, Montreux Jazz Festival, 07.07.2007

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Fotos: Dr. Thomas Schimpff

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Motörhead
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Montreux/CH, Montreux Jazz Festival, 07.07.2007

Das ist aber löblich: Obschon beim ehrwürdigen Montreux-Jazzfestival - man konnte es richtig krachen lassen!
Motörhead "Opener" der (verhaltenen) Lärmorgie waren die ehrwürdigen MOTÖRHEAD. Nicht unbedingt mein Fall, da vielleicht doch einen Kick zu simpel, aber sicher eine Institution - jetzt habe ich ihnen endlich auch einmal live lauschen dürfen. Alle Achtung, wie Lemmy im 7. Lebensjahrzehnt - und bei seinem Lebenswandel - noch so herrlich brüllen kann. Ohne seine doofen Warzen wäre er wohl der ideale - immer verständnisvolle - Schwiegervater. Knapp 3.000 Anwesende im nicht ausverkauften "Auditorium Stravinski" waren ebenso positiv beeindruckt wie ich. Kilmister (bass, voc), Campbell (git, voc) und Dee (dr) wirkten ausgesprochen gut eingespielt - wie auch Sound und Licht des komplett mitgeschnittenen Konzerts vom Besten waren.

Heaven And Hell Eigentlicher Besuchsanlass am wunderschönen Lac Lêman waren aber HEAVEN AND HELL, wie sich BLACK SABBATH ohne Ozzy und Drummer Bill Ward, dafür mit Ronnie James Dio am Mikro und Vinny Appice an den Drums, derzeit nennen (müssen).
BLACK SABBATH bzw. Variationen derselben sah ich bisher nur zweimal: Ad eins mit dem leider per Gasfuss in den Himmel gerittenen Cozy Powell. Ebenfalls ohne Ozzy, dafür mit dem - den beiden "Stamm-Sängern" der Band, ohne ihm nahe zu treten - nicht ebenbürtigem Tony Martin. Ad zwei einmal Ozzy solo, mit dem damals noch, da in der zweiten Reihe stehend, erträglichen Zakk Wylde - aber beides ist schon 18 bzw. 15 Jahre her.
Also war es auf meine alten Tage mein erster (fast) authentischer BLACK SABBATH-Gig, wenn er sich auch nur auf die drei gemeinsamen Alben mit Dio aus 1980 ("Heaven & Hell"), 1981 ("Mob Rules") und 1992 ("Dehumanizer") sowie mit Shadow Of The Wind (ein "Newcomer") beschränkte.
Natürlich, warum auch, gab es auf der Setlist keine Überraschungen: The Mob Rules, Children Of The Sea, The Sign Of The Southern Cross, eine eher überflüssige Trommelorgie von Mr. Appice, Tonny Iommies feines Solo und natürlich - schön ausladend - Heaven And Hell. Alles übrigens noch einmal nachzuhören auf der kürzlich erschienenen CD "Black Sabbath - The Dio Years".

Heaven And Hell Vom ersten Akkord an glänzte das ganze Quartett mit gutem Timing und - was in diesem Genre bekanntermassen nicht immer der Fall ist - sehr ordentlichem Sound. Auf die zu erwartende DVD-Veröffentlichung kann man sich nur freuen: Düster und doch klar, schwerfällig und voller Kraft schlagen die Riffs des Altmeisters Iommie durch die Halle. Dio kämpft sich ohne einen Funken ironischer Distanz tapfer durch das Repertoire von tobendem Mob, Neon-Rittern, Computer-Göttern und Voodoo - wofür er mit vielen "Mano cornutos", resp. Teufelsfäusten, belohnt wurde. Er war stimmlich erstaunlich gut bei der Sache - mögen wir alle mit (offiziell knapp 48 Stunden nach Konzertende) 65 (!) Jahren, noch so gut um die die Lunge sein.

Merke: Nicht jeder Metaller muss jung sterben oder einfach nur noch blöde wirken (Gruß an O.O.) - man kann auch mit Anstand auf der Bühne alt werden.

Dr. Thomas Schimpff, (Artikelliste), 08.07.2007

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