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| Köln, E-Werk, 13.11.2001 |
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Als noch niemand auf der Bühne war, schaute man sich im Zuschauerraum irritiert an und wusste nicht so recht, was man davon halten sollte, dass der Mikrophonständer mit Lilien geschmückt war. Ein außergewöhnlich anmutender Anblick. Vielleicht ein versteckter Hinweis?! Auf Grund meiner mangelnden Latein-Kenntnisse musste ich warten, bis mir ein Langenscheidt in die Finger kam: Lilium = Fallgrube mit spitzen Pfählen. Vielleicht auf die bezaubernde Heather und ihre hohe Stimme gemünzt? Ich glaube nein!
Auch wenn's mir peinlich ist, muss ich zugeben, dass ich auf dem Gebiet der Botanik ebenfalls keine Leuchte bin und die Lilien anfangs für Orchideen hielt. Was das für ein Hinweis hätte sein können, traue ich mich nicht zu phantasieren - das muss jeder selber nachschlagen...
Lasst mich jetzt aber zur Musik kommen. Es ist genau so gekommen, wie nach dem letzten Album "South" (2001) erhofft. Alles war im Life-Outfit eine Spur rockiger. Die Stücke von "South", die sie fasst alle spielte, sind mir seit dem etwas mehr an's Herz gewachsen.
Leider kam dadurch der grandiose Vorgänger "Siren" (1998) etwas zu kurz. Heart And Shoulder hat sie zwar gespielt, auf Not Only Human warteten aber viele vergeblich. Dafür packte sie den (für ihre Verhältnisse) Klassiker My Fidelity vom Album "Glow Stars" (1993) aus.
Um noch mal auf die Tendenz zum Pop zurückzukommen: gänzlich versöhnt bin ich auch nach diesem Konzert nicht! Der komplette Ersatz des Violoncello durch ein schnödes Keyboard stimmt mich zutiefst traurig (heul!). Doubled up (z.B.) bleibt zwar ein schönes Lied, die Gänsehaut vermochte jedoch nur das Cello zu verursachen - schade!
So war für mich auch der Höhepunkt des Konzerts, als sich Heather Nova für ein paar Lieder nur von einer Akustik-Gitarre und Congas begleiten ließ (und vor allem nicht von diesem schrecklichen Plastik-Instrument Keyboard).
So verwundert es nicht, dass mein persönliches Highlight des gesamten Konzerts dann auch aus dieser Akustik-Session stammt: Ich habe Stayin' Alive von den Bee Gees noch nie in einer solchen Version gehört. Gigantisch gut!
Kleiner Brüller am Rande: Abends gestand meine Freundin, dass ihr das, obwohl echter Heather-Fan, auch mit am besten gefallen hatte, und fängt an zu singen: "night fever, night fever..."
Alles in Allem ein klasse Konzert, das mich dazu animiert, nicht wieder zwei Jahre bis zum nächsten verstreichen zu lassen.
Und mein Notfallplan, mich im schlimmsten Fall einfach an Heather zu erfreuen, war absolut überflüssig, obwohl er sicher gegriffen hätte. Sie ist schon niedlich mit ihrer zierlichen Gestalt, ihrer piepsigen Stimme, und ihrer Rolle als Frontfrau, die sie so gar nicht souverän und überlegen ausfüllt. Man gewinnt den Eindruck, dass es ihr eher unangenehm ist, vor so vielen Menschen spielen zu müssen. Sie genießt zwar den Applaus, wenn der aber länger dauert, dann ist es ihr unheimlich peinlich - niedlich!
Und so verabschiedet sie sich dann auch nach eineinhalb Stunden mit einem sirenten "thank you" und einem schlichten Winken.
Ein unglaublich beeindruckender Kontrast: auf der einen Seite diese niedliche äußere Erscheinung, auf der anderen Seite diese vor Kraft und Gefühl strotzenden Lieder und dieses geniale Gespür für Melodien.
Wenn sie nicht weiter in Richtung Pop abdriftet, wird es nicht mehr lange dauern und sie wird sich unter den Götter des Musik-Olymp wiederfinden...
Danke Heather Nova für diesen tollen Abend!
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