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Festivalbericht:
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Schon in der elften Auflage gibt es das Roadburn Festival, veranstaltet vom gleichnamigen Onlinemagazin für Stoner-, Space- und Psychedelic-Rock. Das Billing war ja schon äußerst vielversprechend (siehe auch unseren Vorbericht), dennoch war ich etwas überrascht, als es hieß, dass nicht nur der Samstag als eigentlicher Festivaltag, sondern auch der Freitag mit der Pre-Party ausverkauft ist. Egal, schön für die Veranstalter, aber am Freitag konnte man sich durchaus noch frei im 013 in Tilburg bewegen. Übrigens liegt dieses 013 geradezu sensationell zentral im Zentrum, mit reichlich Kneipenkultur rundherum und dank dem nahe liegenden Parkhaus konnte man auch seinen motorisierten Untersatz bequem versorgen. Innen gab es dann drei Säle, zwei recht kleine mit der "Batcave" und dem "Green Room" und dann die wirklich stattliche "Space Rock Hall", einiges an Merchandising und wirklich viele entspannte, nette Leute. Und zwar sowohl die offiziellen Mitarbeiter als auch die Festivalbesucher waren allesamt, trotz der teilweise druckvollen Enge, mehr als angenehm. Aber der Reihe nach. Am Freitagabend hatte man, wie erwähnt, noch genügend Luft und Platz und wurde gleich zu Beginn von den lokalen Doomstern von TONER LOW überrollt. Megafette Riffmonster türmten Deef, Daan und Jack auf, wuchtig und zäh ganz in der Tradition von Bands wie SLEEP oder ELECTRIC WIZARD. Auf die Dauer vielleicht etwas ermüdend, aber für den Auftakt die richtige Dröhnung zum Warmwerden. Anschließend sollte der Hebel Richtung Topspeed umgelegt werden: END OF LEVEL BOSS mit ihrem ganz eigenständigen Sound aus Stoner, Hardcore und Progmetal klatschten die Jungs und Mädels (Elenajane bedient den Bass) um Heck Armstrong das Publikum regelrecht an die Wand und waren ein erster, echter Abräumer. Neben der ungeheuren Wucht, Spielfreude und Energie überzeugte vor allem das weit von Stonerklischees entfernte Material und der sehr ordentliche Sound, der recht differenziert und dennoch mit gehörig Wumms rüberkam. Noch einen Tick besser (was aber reine Geschmacksfrage ist und nicht an der Qualität der jeweiligen Gigs liegt) fand ich dann ASTROSONIQ mit ihrer explosiven Melange aus abgedriftetem Spacerock und bodenständig-hartem Stonermetal. Insbesondere der bluesige Jam zu Beginn des Sets wusste sehr zu gefallen. Sänger Fred van Bergen, die Scheibletten-Ausgabe von John Garcia, stieg erst nach einer ganzen Weile instrumentalen Feuers ins Geschehen ein. Auf praktisch heimischem Terrain legten die Jungs aus Oss einen formidablen Auftritt hin und machten deutlich Lust auf mehr. Da die Anreise doch einige Stunden in Anspruch nahm, die Zeit schon reichlich fortgeschritten war und noch dazu meine Digicam rechtzeitig vor dem Festival den Geist aufgegeben hatte, beschloss ich, wenn auch schweren Herzens, auf SPACESHIP LANDING zu verzichten, in der Erwartung, diese Band aus dem b.e.a.p.-Stall auch bald einmal in Berlin sehen zu können, und mich für den nächsten Tag fit zu machen. Nachdem ich am nächsten Tag erstmal meine alte analoge Kamera neu bestückt hatte, ging es ab zum eigentlichen Festival. Sofort war festzustellen, dass man hier pünktlicher zu Werke geht als in Berlin üblich. Kurz nach dem ursprünglichen Einlass war die Show von WITCHCRAFT schon im vollen Gange. Nachdem die Leute aber schon wieder zum Eingang rausquollen, schnappte man nur ein paar Töne der altbekannten Mucke der Jungs um Magnus Pelander auf und zog dann weiter Richtung großer Halle. Nachdem es bei SOLACE im Green Room auch nicht besser, allenfalls noch ein bisschen lauter war, also wieder zurück zu dem in den letzten Zügen liegenden Gig von SPACEHEAD. Kurze Überlegung dann, ob ich mich in der "Batcave" verschanzen sollte, um nach ORANGE SUNSHINE dann UFOMAMMUT und THE HEADS zu hören. Diese wurde aber schnell verworfen, da es zum einen dort ein wenig Verzug gab und zum anderen kein richtiger Austausch der Zuschauer stattfand, d.h. auch nach Konzertschluss von ABRAMIS BRAMA leerte sich das kleine Sälchen nicht. Da ich letztlich auch BEVIS FROND nicht verpassen wollte, die sich ja auf Bühnen nur noch recht selten blicken lassen, war ich alsbald wieder in der großen Halle, im Festivaljargon der "Space Rock Stage".
Zwischendurch ein erneuter vergeblicher Versuch, in die Batcave zu gelangen: da passte nicht einmal mehr ein einzelnes Stück Papier, in DIN A 4 Größe und unbeschrieben zwischen die sich drängenden Massen. Man konnte deutlich vernehmen, dass UFOMAMMUT einen markerschütternden Drone spielten und THE HEADS mit ihrem Garagen-Stoner wahrscheinlich die lauteste Band des Festivals waren. Aber es blieb dabei: einiges gehört, aber nichts gesehen, also wieder zur großen Halle. ![]()
![]() Danach brauchten die Ohren dringend etwas Härteres. Also ab zum Green Room und ein paar Takte von den famosen ORANGE GOBLIN reingezogen, die dort wieder gnadenlos abräumten. Gesangstier und Rasputin-Double Ben Ward war sogar über die Köpfe der wie übereinandergeschichtet zusammengedrängten Zuhörer zu erkennen. Rasch noch am Merchandising-Stand von ASTROSONIQ eine CD erworben und wieder zurück in die Space Rock Stage, da dort der Höhepunkt für die etwas angegrauten Spacerockfans wartete: HAWKWIND. Um ein Fazit zu ziehen: Ein wirklich schönes Festival, mit Bands, die man in dieser Zusammenstellung und in dieser Dichte nirgends zu sehen bekommt, zumal Stoner, Spacerock und die umliegenden Bereiche der Rockmusik ein ganz spezielles, treues, aber eben nicht so zahlreiches Publikum anziehen wie Robbie Williams, BON JOVI, DEPECHE MODE oder METALLICA. Übrigens kann man praktisch das komplette Festival hier anhören. Ein toller Service für die Daheim- oder Vor-den-Eingängen-Gebliebenen. Ralf Stierlen, (Impressum, Artikelliste), 08.06.2006
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