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Fotos: Michelle Karayilan
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| Loreley, Freilichtbühne, 10. & 11.07.2009 |
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Zum vierten Mal fand vom 10.-11.07.09 auf der Freilichtbühne der Loreley das Night Of The Prog Festival statt. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat man sich dazu entschlossen dieses schöne Festival wieder auf zwei Tage, an denen 11 Bands geboten wurden, zu kürzen. Alleine schon das tolle Ambiente der Freilichtbühne, sowie die Umgebung machten den Aufenthalt zu einem unbeschreiblichen Erlebnis und wie im Jahr zuvor hatte man Glück mit dem Wetter, es blieb trocken, am Samstag sogar mit Sonnenschein und weniger kühlen Temperaturen.
Freitag, 10. Juli 2009
Um 16:00 Uhr war Einlass und meiner Meinung nach mit einer halben Stunde vor Beginn etwas knapp gesetzt, denn es warteten noch einige Besucher auf Einlass als die erste Band mit ihrer Performance begann.
ALSO EDEN
Die aus Großbritannien stammende Truppe hatte die schwierige Aufgabe das Festival zu eröffnen und die ankommende Meute in Festivalstimmung zu versetzen. Die Band bot ein Set aus den bislang zwei veröffentlichten Alben, die klar dem Neo Prog zuzuordnen sind. So wurden vom ersten Output "About Time" die Songs For Bumble und Between The Lines geboten. Von "It's Kind Of You To Ask" spielten sie Star, Photographs und Outside In. Bei der Ballade Skimming Stones entschuldigte sich Sänger Huw demutsvoll für die melancholische Musik und meinte, dass Partymucke eher angebracht wäre an diesem ehrwürdigen Ort.
Der Sound war fantastisch und die Musik kam bei der anwesenden Menge gut an, es gab sogar Zurufe wie z.B.: "I bloody love you." Auch gab es nach der Darbietung Zugabe-Rufe, die mit Artificial Light erfüllt wurden. Ich bin mir sicher, dass ALSO EDEN mit ihrer Performance weitere Fans gewinnen konnten.
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ARENA, ebenfalls musikalisch im Neo Prog zu Hause, jedoch rockiger als ALSO EDEN, habe ich schon öfters live bewundern können und so boten sie mit Stücken wie Crack In The Ice oder The Hanging Tree für meine Augen und Ohren nichts Neues. Dieses dachte ich zumindest am Anfang, jedoch hatten sie mit dem Coversong Billy Jean von Michael Jackson die totale Überraschung in Petto und brachten so die Anwesenden auf dem Felsen zum Tanzen.
Während der Ansage zu Bedlam Fayre brachte Rob Sowden kurz mit einer Bemerkung die schlechten CD Verkäufe zur Sprache. Die Band zeigte sich gut gelaunt und in Hochform dem Publikum und brachte zum Schluss, wie eigentlich immer, das bekannte Help Me.
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AGENTS OF MERCY
Diese neue Formation um den Schönling Roine Stolt hätte ich mir, wenn überhaupt, als Opener des Festivals gewünscht. Die gespielten Stücke aus ihrem Album "The Fading Ghosts Of Twilight" wollten einfach nicht zünden. Es wurde zwar auch ein Stück von KARMAKANIC vorgetragen, der Titel ist mir leider entfallen, jedoch gibt es wesentlich bessere als das gewählte. Dennoch schaffte es die Truppe, dass man von ihnen noch lange sprach, jedoch weniger über die Musik, sondern über den peinlichen Auftritt des Sängers Nad Sylvan, manchem sicherlich bekannt aus der Combo UNIFAUN. Ihr müsst wissen, dass ich nichts gegen Homosexuelle habe, allerdings war sein tuntenhaftes Gehabe auf der Bühne mehr als peinlich anzuschauen. Sorry, aber mehr kann ich zu dieser Gruppe nicht sagen!
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Die Band um Mariusz Duda und Co. hatte ich erstmals vor 2 Jahren live gesehen und muss sagen, dass sich die Bühnenpräsenz deutlich gesteigert hat seit dieser Zeit, zeigten sie sich doch deutlich sicherer. Ihr Set bestand, so weit ich das jetzt beurteilen kann, größtenteils aus Songs vom neuen Album "Anno Domini High Definition", welches ein Stück härter ausgerichtet ist als die vorherigen Werke. So waren später die verlautbarten Meinungen auch gespalten, für die einen war es ein gelungener Auftritt und für die anderen war die Truppe ein wenig zu hart. Mir persönlich hat die Darbietung gut gefallen, nur bedauere ich mit den neuen Stücken zu dieser Zeit nicht vertraut gewesen zu sein. Als Zugabe spielten die Jungs Left Out.
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Die Norweger spielten schon letztes Jahr auf dem Night Of The Prog Festival III. Wenn sie auch für mich keine Überraschung mehr waren (ich verfolge ihre Karriere schon seit ihrem ersten Album "Brave") war es damals die erste Live-Darbietung und im Gegensatz zu meinem Kollegen war es für mich alles andere als langweilig. Sicher ist der nölige Gesang von Jan Henrik Ohme Geschmacksache, jedoch nölt er perfekt und vor allen Dingen passend zur gebotenen Musik, das soll ihm erst mal einer nachmachen.
Dieses Jahr fungierten sie als Headliner des Festivals, was mich ganz besonders freute nachdem diese Formation mit dem Album "Tick Tock" ein wirklich grandioses Werk veröffentlichte. Selbstverständlich wurden auch alle Stücke des Silberlings live präsentiert und mit beeindruckenden Videoeinblendungen sowie Lightshow garniert. Freilich wurde auch jeweils ein Song aus "Night", "Firebird" und "Brave" vorgetragen.
Die Protagonisten zeigten sich konzentriert und in guter Form. Von Anfang bis Ende eine gelungene Show, bei der sich bei mir eine ganz schöne Gänsehaut bildete und das nicht nur wegen der etwas kühlen Temperatur am Abend. Übrigens, ihr gesamter Auftritt wurde für eine DVD gefilmt, die heute schon auf meiner 'zu kaufen Liste' steht!
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Samstag, 11. Juli 2009
Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, die Temperatur war um einiges freundlicher als am Tag zuvor und meistens schien die Sonne. Einziger Wehrmutstropen war, dass PURE REASON REVOLUTION kurzfristig ihr Gastspiel wegen plötzlicher Erkrankung absagen mussten. Dafür erhielten die anderen Bands längere Spielzeiten.
SUBSIGNAL
SUBSIGNAL ist die neue Band von Markus Steffen und Arno Menses. Beide Männer waren davor bei SIEGES EVEN. Wir erinnern uns: diese mussten letztes Jahr das Festival kurzfristig absagen und kurze Zeit später gab man die Trennung bekannt. Dies mag nun ein Grund sein, weshalb man dieses Jahr die neue Formation eingeladen hat, obwohl das Debüt Album "Beautiful & Monstrous" erst am 25. September offiziell erscheint.
Arno, der ein vorzüglicher Frontann ist, hatte die ankommende Meute schnell im Griff und Markus zeigte sich mit seiner Gitarre gewohnt konzentriert und fast zurückhaltend. Sichtlichen Spaß hatte Ralf Schwager am Bass. In welche musikalische Richtung geht die Band? Nun, ihre Musik geht in Richtung SIEGES EVEN, jedoch weniger komplex. Jedenfalls konnten sich die Jungs an diesem Tag eine Fangemeinde erspielen, dessen bin ich mir sicher.
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Auf deren Gastspiel war man mächtig gespannt, denn meines Wissens nach war es ihr erster Auftritt in Deutschland. Oder gastierten sie vielleicht doch schon mal hier? Egal, zu Beginn galt es leichte technische Probleme zu überwinden, weshalb Bruce Soord einen leicht nervösen Eindruck hinterließ, was sich jedoch im weiteren Verlauf rasch legte. Stilistisch bewegten sich die Jungs auf psychedelisch angehauchtem Alternativ Rock, gewürzt mit New Artrock. Fast alle Alben ihrer beachtlichen Discographie kann ich mein Eigen nennen und möchte mich schon als Fan dieser Truppe bezeichnen, jedoch was sie an diesem Tag live auf der Bühne präsentierten hatte für mich fast keinen wieder Erkennungswert. Schade, somit zählt PINEAPPLE THIEF neben AGENTS OF MERCY zu den Enttäuschungen des Festivals.
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LAZULI
Von der aus Frankreich stammenden Formation hatte ich schon einiges gelesen - und zwar nur positives. So war ich mächtig neugierig auf die Performance. Als ich dann während des Bühnenaufbaus Instrumente wie Warr Guitar, Vibraphon, Marimba und das von Claude Leonetti erfundene Instrument das sich Léode nennt erblickte, konnte ich den Start der Truppe kaum noch erwarten. Dann war es soweit und das teilweise exotisch gekleidete Sextett legte los, so waren die Jungs auch optisch eine Offenbarung! Musikalisch gab es eine Mischung aus progressivem Rock, Folk und Ethno-Klängen aus ihren bisher drei veröffentlichten Alben. Hochachtung gebührt dem Sänger Dominique Leonetti, der Ansage und Songbeschreibung auf Deutsch von einem Zettel ablas. Er machte dies auf eine total liebenswerte Art. Gesungen wurde jedoch in der Landessprache. So entpuppte sich LAZULI für mich zu einem Highlight des Festivals.
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Letztens feierte die Truppe ihr 30-jähriges Jubiläum, auch einiges an CD-Veröffentlichungen gibt es von den Schotten (bezogen auf den Kopf der Band, Nick Barrett), die hauptsächlich im Neo Prog zu Hause sind. Ich allerdings kannte bislang ihre Musik nur von den Silberlingen, so freute ich mich sie nun endlich mal live zu erleben.
Nick ist ein fantastischer Frontmann und Geschichtenerzähler, falls man mit seinem schottischen Akzent klar kommt, und hatte im Nu die Sympathien auf seiner Seite. Gespielt wurden vornehmlich Stücke aus ihrem neuen Output "Pure", aber auch aus älteren Werken wie z.B. "Window Of Live". Abgesehen davon, dass "Pure" um einiges härter ertönt, sie haben sich mit diesem Album einer Frischzellenkur unterzogen und die Musik ertönt live gespielt noch um einiges rockiger. Besondere Aufmerksamkeit galt auch dem neuen Drummer Scott Higham, dem es sichtlichen Spaß macht mit der Formation zu spielen. Alles im allem ein Top-Auftritt.
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STEVE HACKETT & BAND
Ich denke, Steve Hackett bedarf keiner großen Vorstellung, denn den meisten wird der Ex-GENESIS Gitarrist ein Begriff sein. Nun muss ich allerdings zugeben, dass ich bislang nicht den rechten Zugang zu seinen Klangwelten hatte, denn seine Musik zählt nicht gerade zur leicht verdaulichen Kost. Dennoch war ich mächtig auf die Live-Präsentation gespannt. So viel mein Augenmerk gleich mal auf 'Heidi', einen weiblich gekleideten Bassisten mit Namen Nick Beggs, der auch den Chapman Stick bedient und nein, dieser legte absolut kein tuntenhaftes Gehabe an den Tag. ;-)
Zu Anfang gab es auch bei Steve Probleme mit dem Gitarrensound und er zeigte sich schon fast verärgert darüber, aber nach kurzer Zeit ging es ohne Probleme weiter und man bekam einen vielfältigen Stilmix geboten, den ein Kollege in seiner Review zu "Wild Orchids" folgendermaßen beschrieb: "Da stehen Ethno- und World Music-Elemente gleichberechtigt neben Jazz, Folk und Industrial-Versatzstücken. Honigsüßer Gesang mündet in coolem Bar-Jazz, extrem verzerrte Gitarren prallen auf liebreizende Querflöten, während sich eine dreckige Blues-Harp durch einen zackigen Orient-Teppich fräst."
Es wurde unter anderem Mechanical Bride, Every Day und ein Oldie aus dem Jahr 1975 mit dem Titel Ace Of Wands zum Besten gegeben. Im weiteren Verlauf des Konzertes wurde Steve immer entspannter und bedankte sich schön artig nach jedem Applaus. Selbstverständlich wurden auch GENESIS-Klassiker wie z.B. ein Stück aus dem "The Lamb Lies Down On Broadway" Album geboten. Eine denkwürdige Performance, die mich dazu führte die Alben wieder hervorzukramen um ihnen erneut eine Chance zu geben.
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MICK POINTER'S MARILLION
Script For A Jester's Tear
Mick Pointer ließ vor geraumer Zeit die alten MARILLION-Songs wieder aufleben, genauer gesagt das Album "Script For A Jester's Tear", und brachte die alten Stücke wieder auf die Bühne. So auch an diesem Abend als Headliner. Unterstützt haben ihn Nick Barrett an der Gitarre (PENDRAGON), Mike Varty (CREDO) am Keyboard und Ian Salmon (ARENA) am Bass. Den schwierigsten Part, den es zu besetzten galt, dürfte ohne Zweifel der Part des Sängers gewesen sein, jedoch hat man mit Brian Cummings (CARPET CRAWLERS) einen überzeugenden Mann finden können. Dieser schlüpfte nahezu perfekt in die ihm zugedachte Rolle, ob in diversen Verkleidungen, Gesten, ja selbst die Stimme war sehr nah am Original. Außer den Stücken des bereits genannten Werkes wurden noch drei Stücke des MARILLION-Debüts vorgetragen, wobei mich besonders Grendel umgehauen hat, eine fantastische Nummer. Von Anfang bis Ende genoss ich jede einzelne Minute der Darbietung. Und nicht nur ich, denn der Felsen schien fast zu beben vor Begeisterung.
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Tja, damit war nun ein hervorragendes Festival beendet. Man konnte 11 gute Bands bestaunen, an denen sich 3.500 Besucher erfreuten, wie auf der Homepage von WiV Entertainment zu lesen ist. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch im nächsten Jahr ein Night Of The Prog Festival geben wird. Falls ja, dann werde ich wieder dort sein!
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