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| Jüchen, Red Hot, 08.11.2009 |
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"Komm schon, Laust, wir wissen, du schaffst das!", lauteten die begeisterten Sprechchöre des Publikums, mit denen Superdrummer Laust Sonne durch sein gekonntes Solo getragen wurde. Soviel ist sicher: Ohne diesen Jungen wäre D-A-D nicht einmal die Hälfte wert. Eine D-A-D Show zu besuchen, lohnt sich alleine schon, um die Performance des Drummers zu genießen.
Die Dänen kehrten an diesem Sonntag siegessicher nach Jüchen zurück. Hatten sie doch dort bereits im September 2009 im Polodrom sowohl THE BOSSHOSS (man merkte einfach, dass diese Cowboy-Imitationen nicht ihre wirkliche Musik spielen) als auch J.B.O. (genau, die bayrische Blödel-Truppe ohne Tiefgang) im Rahmen eines Open-Airs locker an die Wand gespielt.
Stimuliert von diesem Erfolg beweisen sie: D-A-D ist nicht nur eine, sondern gleich zwei klasse Livebands. Im Gegensatz zur großen Bühne, bei denen sie Helme Funken sprühen lassen, Basser Stig Peterson mit skurrilen Bühnenoutfits sowie eigenwilligen Basskonstruktionen für allgemeines Gelächter sorgt und der Bruder des Bruders (gemeint Sänger Jesper Binzer) durchs Auditorium wuselt, können sie auch fantastisch auf schmalerem Brett. Ohne den oben beschriebenen Firlefanz präsentieren sie sich in einem solch kleineren Rahmen als bodenständige, schweineheiße Hard Rock Band, die ihre Musik für sich sprechen lässt.
Wobei es dem immer nur als Bruder vorgestellten Gitarrist Jakob Binzer unter seinem Zylinder offensichtlich ziemlich egal ist, wie groß die Bühne ist. Er fungiert als Ruhepol während der Show. Jakob spielt sein Set hinunter und grinst dabei höchstens mal irritiert ins Publikum.
Unaufgeregt und wohltuend zurückhaltend bestritt Stig Peterson den Abend. Seinen Two-String-Bass bediente er äußert funktional. Daneben durfte er sogar einige Strophen singen und zündete sich zwischendurch lässig ein paar Kippen an.
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Das wohlgefüllte Red Hot erfreute sich an D-A-D und ließ deren Auftritt zu einem Heimspiel werden. Was auch an der Set-Liste liegen konnte. Natürlich holzte die Band viele der All-Time Hits durch die PA.
Die Bad Crazyness erhielt ihre Chance und der Jihad lässt den Pilgrims immer noch kein Fuel übrig. Des Weiteren wurde allgemein bedauert, dass viele der Anwesenden Montag nicht "Away sleepen" konnten und die Entscheidung zwischen Grow Or Pay wurde angestrebt.
Die wirklichen Highlights stellten aber zwei andere Songs dar. Nach einer absolut sinnlosen Ansage von Jesper - er faselte tatsächlich etwas von Vögeln und Vogelsang - schockte er die Fans mit einem "Piep, Piep, Piep" gildohornischen Ausmaßes. Doch keine Panik: Dieses "Piep, Piep, Piep" war nichts anderes als das rhythmische "Piep, Piep, Piep" von Reconstructed. Was für ein Song, was für eine Band! Der Hammersound ließ die Herzklappen vibrieren. Den gleichen Effekt erzielte die Truppe mit dem tief dringenden und live absolut überzeugenden Lawrence Of Suburbia.
Eine besondere Freude war überdies, nochmals ein Stück aus der unterbewerteten "Everything Glows"-Ära zu hören. Das vehement gespielte The Road Below Me animierte dazu, auch die CDs dieses Karriereabschnittes mal wieder herauszukramen.
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Als Abschluss der gelungen Show erwarteten eigentlich alle den absoluten D-A-D-Rausschmeißer. Doch es sollte anders kommen, was allerdings auch für gewissen Unmut sorgte. Nach der obligatorischen Kunst- und Bejubel-Pause zelebrierten D-A-D rotzfrech den Marlboro Man. Spätestens bei diesem Song machten sich übrigens die Verwüstungen bemerkbar, die eine ausgedehnte Tour in den Kehlköpfen der Protagonisten hinterlässt.
Letztendlich konnte keiner glauben, dass dieser Abend ohne It's After Dark ausklingen sollte, denn schließlich war es "After Dark" (zur Erklärung guckst du hier). Aber als der wohl agilste Roadie des Rockbiz träge damit begann, die Anlage abzubauen, mussten es alle einsehen: Kurz vor 23:00 Uhr war endgültig Schluss mit Lustig.
Dank an Sandra Köppchen für die tollen Fotos!
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Was uns sonst noch aufgefallen ist:
Bei einer Ansage konnte der Bruder nicht glauben, dass so wenig Motorbiker unter den Anwesenden waren. Hätte er in Jüchen nach Treckerfahrern gefragt, wäre wohl ein besseres Ergebnis zu Stande gekommen.
Offensichtlich brauchen auch Raucher einen Anführer. Immer wenn Stig zum Sargnagel griff, taten es ihm einige Besucher schamlos nach. (Soviel zum Rauchverbot in NRW, Herr Rüttgers!)
Jespers Gesichtsausdruck tendierte im Laufe der Show immer mehr in Richtung Sméagol.
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