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Dokken

Don Dokken ärgert sich

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Foto (oben): Martin Schneider
Hell To Pay
"Hell To Pay", 2004
Japan Live '95
"Japan Live '95", 2003
Long Way Home
"Long Way Home", 2002
Live From The Sun
"Live From The Sun", 2000
Erase The Slate
"Erase The Slate", 1999
Shadowlife
"Shadowlife", 1997
One Live Night
"One Live Night", 1995
Dysfunctional
"Dysfunctional", 1995
Up From The Ashes
"Up From The Ashes", 1990 (Don Dokken Soloalbum)
Beast From The East
"Beast From The East", 1988
Back For The Attack
"Back For The Attack", 1987
Under Lock And Key
"Under Lock And Key", 1985
Tooth And Nail
"Tooth And Nail", 1984
Breaking The Chains
"Breaking The Chains", 1983
Back In The Streets
"Back In The Streets", 1979

Don Dokken Von Müdigkeit nach langem Flug geplagt, saß Don Dokken in Hamburg und weil er sonst nichts zu tun hatte, stand er uns glatt ein Stündchen für ein Interview parat.

Don Dokken: Mann, tolles Wetter hier. Ich hab in Hamburg noch nie gutes Wetter erlebt. Die Sonne scheint und es ist warm.

Home Of Rock: Cool, Du hast einen der drei schönen Tage in Hamburg erwischt. Ich hingegen sitze in München, Du weißt schon, kurz vor Italien...
Aber erzähl doch mal von Deinem neuen Album "Hell To Pay".

D.D.: Du hast es gehört? Gut. Ich denke, es ist ein klassisches DOKKEN Album. Die Leute in Amerika waren mit den letzen Platten nicht so glücklich, meinten, es klingt nicht mehr nach DOKKEN, ich weiß zwar nicht was die damit genau meinen aber anyway. Zum Beispiel war das letzte SCORPIONS-Album ein großer Einfluss für mich. Ich mag es nämlich nicht. Ich meine, ich liebe die SCORPIONS, sie sind eine meiner Lieblingsbands überhaupt, aber ich mag das Album nicht. Und das wollten die Leute auch von uns. Die wollten einfach ein klassisches DOKKEN-Album. Das haben wir auch gemacht, aber eben anders.

HoR: Ich mochte Dein letztes Album "Long Way Home" recht gern. Das hatte so einen "echten" Sound.

D.D.: Oh ja, auf der Platte waren eine Menge BEATLES-Einflüsse, die Harmonien, die Arrangements...

HoR: Sind die BEATLES ein konstanter Einfluss für Dich?

D.D.: Come on, die Beatles sind eine der größten Bands aller Zeiten! Natürlich sind sie ein Einfluss für mich.
Prozac Nation vom neuen Album hat ein AC/DC-Riff und eine Beatles-Melodie. Totaly strange. Dieses AC/DC-Riff, und alle würden einen kreischenden Sänger erwarten und es kommt diese Beatles-Melodie.
Der erste Song auf der CD ist von LED ZEPPELIN beeinflusst. Richtung Kashmir.

HoR: Und was ist dann der Unterschied zwischen "Hell To Pay" und "Long Way Home"?

D.D.: Hm, "Long Way Home" hatte viele romantische Seiten, speziell bei den Texten, Beziehungsgeschichten und so was. Das gibt es auf dem neuen Album nicht.
Ich kenne die Situation in Europa nicht, aber in Amerika haben wir ein echtes Problem, speziell bei den jungen Leuten, alle nehmen Pillen oder andere Drogen, Selbstmord... und darüber hab ich den Song Prozac Nation geschrieben.
(Prozac ist ein in Amiland beliebtes Antidepressivum - Red.)
Nach und nach sind eine Menge Songs entstanden, ich habe geschrieben und geschrieben ohne groß um mich zu schauen, einfach nach dem Motto "schauen wir mal was passiert". Ich habe bestimmt nicht versucht nach irgend jemand zu klingen, was weiß ich, nach NICKELBACK oder INCUBUS oder PUDDLE OF MUD. Ich habe kein MTV geschaut und die einzige Musik die ich gehört habe waren alte Platten von den SCORPIONS oder AEROSMITH oder ZEPPELIN und ich habe mich bewusst von den modernen Sachen ferngehalten. Du wirst unbewusst von so was nämlich durchaus beeinflusst.
Dann kam der neue Gitarrist (John Levin) und brachte ziemlich viel frischen Input und mit ihm kam dieser klassische DOKKEN-Sound den ich haben wollte zustande. Nicht unbedingt mit dem George Lnych-Stil, aber typisch DOKKEN.

HoR: Die Tour im letzten Jahr durch Europa war recht erfolgreich, aber Du hattest heftige Probleme mit Deinem Rücken. Ist das ausgestanden?

D.D.: Es wird besser, ich mache eine Therapie. 1991 hat mich jemand versucht auf der Bühne "umzubringen", ein verrückter Fan hat mich auf den Rücken geschlagen und es wurde schlimmer und schlimmer. Jetzt kriege ich Elektroschocks und so was und langsam wird es wieder. Auf der Bühne stehst du aufrecht beim Singen und wenn du das jeden Abend machst... Ich hoffe, dass wir das in den Griff kriegen, weil in Amerika demnächst 50 Shows anstehen.

HoR: Und Du hattest größere Probleme mit Deinen Gitarristen auf der letzten Tour...

D.D.: Oh yeah. John (Norum) ist ein toller Gitarrist, aber er wollte, speziell bei der letzten Platte, mehr in eine bluesige Richtung. Das war das direkte Gegenteil von dem was ich wollte. Außerdem mag er nicht auf Tour gehen. Ich verstehe das ja, es ist hart, aber wir sind "Road Dogs", wir müssen das tun. Im Moment glaube ich, dass die richtigen Leute zusammen sind. Das ist immer wie bei einer Beziehung: Du meinst es ist perfekt, aber nach ein paar Tagen kommen die Probleme.

HoR: John Levin ist aber jetzt ein festes Bandmitglied?

D.D.: Ja. Und außerdem ist er Anwalt, sehr bekannt in Los Angeles. Nachdem er WARLOCK 1991 verließ hat er graduiert und wurde ziemlich erfolgreicher Entertainment-Anwalt. Er hat wohl eine Menge Geld verdient, aber er sagt, dass er seine Gitarre vermisste. Das ist keine leichte Entscheidung, den Job als erfolgreicher Rechtsanwalt hinzuschmeißen und sich in einer Band abzukämpfen. Aber er wollte es, trotzdem er verheiratet ist und auf viel Geld verzichtet, weil er die Band vorwärts bringen will, wieder raus aus den kleinen Clubs, zurück in die größeren Venues.
Um aber da wieder hinzukommen, brauchten wir zuerst eine wirklich gute Platte. Wir haben 30 Songs geschrieben, Monate dazu gebraucht und wir wollten keine B-Songs schreiben. Nicht so, wie viele Platten heutzutage: Ein guter Song und der Rest ist Müll. Ich meine, da brauchen sich die Firmen nicht wundern, wenn die Leute Musik downloaden. Die zahlen 18 Dollar für eine CD und dann ist ein guter Song drauf, natürlich der Hit den sie bei MTV gesehen haben. Ist doch logisch, dass diese Leute nicht mehr bezahlen wollen. Den Firmen ist es allerdings egal. Die pushen eine Band mit einem Song und ob der Rest gut ist interessiert niemand.
Früher konnte man in den Staaten eine CD im Laden zurückgeben wenn sie einem nicht gefallen hat. Das gibt es nicht mehr. Gekauft ist gekauft. Deswegen gehen die Leute ins Internet und laden sich die paar Songs die sie mögen kostenlos runter. Ich habe gesagt: Ok, lasst uns 10 Songs schreiben und ALLE sind gut.

HoR: Dann kann man ja drauf warten, bis der Rest der 30 Songs auch veröffentlicht wird?

D.D.: Ich weiß nicht. Wir machen ja nur alle paar Jahre eine Platte und ich glaube, dass wir beim nächsten Mal eher wieder neue Songs schreiben. Vorausgesetzt die neue CD ist erfolgreich und wir können überhaupt wieder ins Studio gehen.

HoR: Mick Brown ist mittlerweile das einzige Bandmitglied aus den "alten Tagen". Was bedeutet er für Dich?

D.D.: Well, viele Leute sagen, dass der Drummer einer Band nicht das wichtigste Mitglied ist. Aber was wären LED ZEPPELIN jemals ohne John Bonham gewesen? Und Mick hat, wie jeder weiß, einen eigenen Stil, sehr solide, powerful und einzigartig. Live ist er ein Tier. Und er ist immer noch dabei.
Jeff (Pilson) wollte weg, er ist verheiratet und hat ein Kind. Ich verstehe das, habe ja selber zwei Kinder, aber die sind erwachsen (16 und 17) und ich will auf Tour, Jeff hat ein Kleinkind zuhause und da ist es wohl unmöglich, gleichzeitig in einer Band und 18 Monate on the road zu sein.

HoR: Als Ihr in den 80ies angefangen habt, war Eure Musik völlig angesagt und Ihr und andere vergleichbare Bands haben Millionen umgesetzt. Heute ist das anders. Wie empfindest Du den Unterschied?

D.D.: Ach das Business... Es hat sich natürlich alles verändert. Vor allem das Internet hat die Welt verändert. Sogar meine eigenen Kinder holen sich Musik für lau aus dem Internet...
In den 80ern haben wir in einem Monat eine Million Platten verkauft und wir waren nicht wirklich hoch in den Charts. Da haben sie dich mit einer halben Million verkaufter Platten rausgeschmissen. Heute verkaufst du 100.000 und bist Nummer 1 in den Charts.
Du kannst diese Entwicklung nicht stoppen. Wenn die Leute kein Geld haben und sie wollen aber die Musik, dann holen sie sich kostenlos. Da können die Firmen noch so viel Werbung von wegen "don't do it" machen. Weißt Du, die Firmen jammern alle, aber warum lassen sie CDs zu, wo nur ein guter Song drauf ist? Das ist doch Bullshit, da fällt man nur einmal drauf rein, ich übrigens auch, habe 20 $ bezahlt und mich danach geärgert. Es ist frustrierend, aber die Plattenfirmen sind so gierig. Es ist ihnen egal, sie wollen nur die Kohle.
Das dürfte auch der Grund für den Erfolg der vielen kleinen Underground-Labels sein. Die holen Underground-Bands wie PENNYWISE (wollen wir mal sagen "ehemalige Underground-Bands"), machen mit denen billige Platten und verkaufen sie. In den Achtzigern gaben die Firmen Millionen für Produktionen aus und es war damals schon unmöglich das Geld wieder reinzukriegen. Diese Zeit ist endgültig vorbei.
Die größte Revolution ist durch die Erfindung von Pro-Tools passiert. Kennst Du das? Fein. Jeder kann heute seine Platte am Computer machen und es klingt auch noch klasse. Du brauchst keine sündenteuren 4.000 $ pro Tag Studios mehr. Wir selber haben einmal eine halbe Million im Studio verbraucht, METALLICA haben eine Million für das schwarze Album ausgegeben. Heute kaufst du für 4.000 Pro-Tools und baust dein eigenes Studio in der Garage und machst eine gute Scheibe.

HoR: Wenn man aber nicht damit umgehen kann, klingt es eiskalt, steril und tot.

D.D.: Aber nur wenn du nicht weißt was du tust. Es gibt populäre Platten über die ich sage, dass sie schrecklich klingen, billig. Da muss man sehr vorsichtig sein. Ich habe auch Pro-Tools, aber die neue Platte haben wir auf altmodischem Tape aufgenommen. Nur ein paar Overdubs sind vom Computer.
Ich bin total happy mit dem Guitarsound und der ist nicht digital. Das klingt richtig fett und groß. Wir haben es mit Pro-Tools versucht, aber das hat nicht richtig geklungen, künstlich irgendwie. Also sind wir zurück zum Tape und plötzlich klang es großartig, wie früher VAN HALEN.

HoR: Eine Menge Leute (und Kritiker wie ich) sagen über Deine Musik, dass sie altmodisch ist.

D.D.: Wer entscheidet denn was modisch ist? Also wenn ich out of style bin, dann ist alles in Ordnung, weil wenn ich grade modisch wäre, dann würden sie (das Business) entscheiden, dass ich so "crappy" wie die anderen klingen muss. Alles was ich auf MTV sehe ist doch Shit. Es gibt schon ein paar gute Bands auf dieser Welt, aber auch so viel Dreck, unglaublich. All diese "flachen" Sänger, keiner spielt Gitarrensoli, nicht weil das grade nicht populär ist, sondern weil die Gitarristen sie nicht spielen können! Die sind einfach nicht gut genug. Ich lese in der Presse Interviews mit angesagten Bands und die Gitarristen spielen grade mal 2 Jahre Gitarre. Mein Gott. Ich übe mein ganzes Leben lang, John, der Anwalt, geht jeden Abend heim und übt. Hey, wir waren letztes Jahr mit WHITESNAKE und den SCORPIONS auf Tour und solche großen Gitarristen wie Matthias Jabs, Reb Beach oder Doug Aldrich üben jeden Tag, seit Jahren und Jahrzehnten, und vor jedem Gig spielen die sich warm. Und dann kommen solche Anfänger...
Also: Wir sind nicht populär! Wir können unsere Instrumente spielen, wissen wie man ein Solo macht und ich kann richtig singen und liege nicht meilenweit daneben. Ich hab da keine Entschuldigung für solche Sänger.
Von mir aus kann man sagen, dass wir altmodisch sind, weil die Platte zu gut klingt. Sorry, wir gehen zurück in die Garage und machen, dass es so richtig shitty klingt...
(da lacht er und glaubt wohl selbst nicht mehr an das Gute auf der Welt...)
Ich mache doch keine Platten mehr um reich zu werden. Ob ich 100, 1.000 oder eine Million verkaufe ist doch letztendlich egal. Ich will stolz drauf sein!

HoR: Gibt es denn eine Platte auf die Du nicht stolz bist?

D.D.: Ja, "Shadowlife" von '95 (veröffentlicht 1997). Eine furchtbare Platte, kannst Du Dich erinnern? Mit George und Jeff. Eine ganz schlechte Platte.

HoR: Was war das Problem?

D.D.: Die Band hat die Songs geschrieben, ich war nicht involviert und sie wollten wie SOUNDGARDEN klingen und auf einem Song wie TOOL und einmal wie ALICE IN CHAINS. Ich habe die Sachen eingesungen und dann kam der Soundtechniker und hat meine Stimme völlig verändert. Die Plattenfirma sagte sogar zu mir "wir ändern Deine Stimme, weil wir nicht wollen, dass es wie DOKKEN klingt". Ich habe sie gefragt, warum sie uns denn einen Vertrag geben, wenn sie nicht wollen, dass wir wie DOKKEN klingen. Das macht doch keinen Sinn.

HoR: Und was ist Dein DOKKEN-Lieblingsalbum?

D.D.: I have no idea.
Wenn du eine Platte machst, bist du so drin, dass du nicht mehr sagen kannst "das ist meine beste Platte". Viele Fans sagen, dass "Tooth And Nail" die beste Platte wäre. Andere sagen sogar, "Dysfunctional" aus den Neunzigern wäre es.
Ich selber habe keinen Favoriten.

HoR: Deine Plattenfirma CMC hat letztes Jahr diese alte "Japan Live" von '95 veröffentlicht...

D.D.: Oh, das Video... Ich weiß nicht warum, auf jeden Fall war es ein großer Fehler. Als Video (ohne zugehörige CD) hätte es Sinn gemacht, immerhin ist es die einzige visuelle Dokumentation von DOKKEN in der Originalbesetzung. Es macht Spaß das Zeug anzuschauen, aber die CD alleine zu hören ist völlig unsinnig. Dämlich, aber ich kann die Firma nicht kontrollieren.
Das Video ist wirklich interessant. Man sieht Nahaufnahmen von George, so wie er spielt, seinen Stil, seine Soli und all das.
Ich glaube, in Europa haben sie das Video gar nicht veröffentlicht, nur die CD, oh Gott, was für ein Mist. Ich habe da einen Fehler gemacht. Den Vertrag hätte John machen müssen, der ist Anwalt und der hätte ihnen verboten, diese Platte ohne Video zu veröffentlichen. Ich war richtig sauer deswegen. Ich bin doch keine Nutte und muss alles verkaufen was es gibt. Das Video ist "just for the memory", aber die CD... man, I can tell you...

HoR: Vor ein paar Jahrhunderten hast Du hier in Deutschland mit Udo Lindenberg gearbeitet ("Keule", 1982).

D.D.: Ja, wir waren hier in Hamburg, waren auf einer Tour, hatten 5 Tage frei über Weihnachten, hatten kein Geld und da hat er uns angesprochen. Nicht mich, nur Mick und George. Er wollte ein paar Gitarrensoli und irgendwie einen amerikanischen Einfluss. Wir hatten ein paar Ideen die wir aber nicht selber verwenden konnten und dann haben wir sie eben Udo gegeben. Es war interessant, diese Mischung aus amerikanischer Musik und 'Schlager' zu machen. Lustig und wir haben auch ein bisschen Geld verdient dabei und ein paar Bier getrunken.

HoR: Wird es dieses Jahr wieder eine Tour geben?

D.D.: Ich hoffe schon. In Amerika sind wir im August mit der Tour fertig und wir planen grade für September oder Oktober für Europa. Es gibt im Moment zwei Möglichkeiten: Entweder Headliner in den Clubs oder Support einer großen Band und dann in den Hallen. Wir müssen sehen, wer im Herbst tourt und so viele sind wohl nicht unterwegs wie es aussieht.

HoR: Na ja, die SCORPIONS sollen doch im Herbst in Deutschland groß touren.

D.D.: Ich rufe sie an! Es wäre traumhaft mit diesen Jungs in Europa zu touren, ich liebe sie. Wir hatten so viel Spaß letztes Jahr...

HoR: Ich war überrascht, dass dieses Package in Amerika so funktioniert. DOKKEN, WHITESNAKE und SCORPIONS...

D.D.: Ich auch... Normalerweise gehst du als Vorband, wie wir es waren, auf die Bühne und die Halle ist höchstens halb voll. Aber wir hatten fast immer das komplette Publikum vor uns. Die Scorpions haben dann gemeint "Ihr habt ja noch eine Menge Fans".
Für Amerika war die Tour mit diesen drei Bands das absolut perfekte Package. Drei Bands mit der selben Art Musik und du spielst vor 10 oder 20.000 Fans die kommen um drei 80ies Bands zu sehen. Ich war super happy. Und damit sind wir wieder beim Thema "in style" oder "out of style". Da waren Leute von 16 bis 50. Die jungen kannten uns nur aus dem Plattenschrank ihrer Eltern.
Ruf doch die Scorpions an und leg ein gutes Wort für mich ein.
(und da lacht er wieder sein Lachen, das nur ein fünfzigjähriger Rockstar lachen kann)
Kommen nicht WHITESNAKE auch nach Europa? Eine von diesen beiden Tourneen wäre genial für uns als Support. Wenn das nicht klappt, dann gehen wir halt wieder in die kleineren Clubs.
Ich habe irgendwas gehört, dass TESLA vielleicht den Support bei den SCORPIONS kriegen. Aber wenn wir gute Kritiken kriegen und die Platte gut verkauft...

HoR: Du hast die Frage zu oft gehört und trotzdem muss sie sein: Wird es noch mal eine Reunion mit Jeff und George geben?

D.D.: No. Pass auf, wir hatten eine Reunion in 1995 und wir haben die schlimmste Platte unserer gesamten Karriere gemacht. Man hat im Leben immer mehrere Chancen, aber when the magic is gone then the magic is gone. George ist inzwischen in einer völlig anderen Welt und Richtung. Diese Zeit ist vorbei.

HoR: Du hast ja wieder einen guten Gitarristen. Und dazu noch einen Anwalt.

D.D.: Weißt Du was, John ist der coolste Typ überhaupt. Keine Rockstar-Allüren, kein Ego, total friedlich, er schaut auf der Bühne phantastisch aus. Er ist einfach der richtige Typ. Auch um uns zurück auf die großen Bühnen zu bringen. Es geht da überhaupt nicht ums Geld, das könnten wir mit George und Jeff leichter verdienen, aber die Band würde vor die Hunde gehen. Ich habe einen Gitarristen der seine Anwaltskanzlei wegen der Band verlassen hat. Was will ich mehr?

HoR: Das klingt nach relaxtem Bandfeeling.

D.D.: Total. Schau Dir Barry (Sparks) an. Der hat mit Nugent gespielt, mit Schenker und mit Yngwie und er ist einer der besten Bassisten in Amerika. Der ist nicht in DOKKEN wegen der Kohle, der macht das wegen der Musik.

HoR: Das ist wunderbar zu hören. Wir wünschen Dir für die CD und die Tour alles Gute und wir sehen uns garantiert irgendwo auf ein Bier.

D.D.: Cool. Aber nur, wenn das Bier kalt ist!

HoR: Hey, ich bin aus Bayern!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 07.06.2004

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