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Ana Popovic

... in der Blues Karawane

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Ruf Records
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All Music Guide (englisch)

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Ana Popovic Home of Rock: Hallo Ana, ich freue mich sehr, die Gelegenheit zu haben mit Dir zu sprechen. Ich sah Deine letzten beiden Konzerte in Aschaffenburg und hab sie beide genossen.
Beim letzten Mal spieltet ihr allerdings als Trio, wohingegen 2003 ein Orgelspieler mit in der Band war - der einen prima Job gemacht hat. Warum war er nicht mehr dabei?

Ana Popovic: Nun, es wird wieder einen Organisten in der Band geben! Und zwar bei meiner nächsten Tour. Ich mag es halt, ein bißchen was auszuprobieren und mal was zu verändern und so spielten wir die letzte Tour als Trio und die nächste wird wieder mit Orgel sein.

HoR: Wo liegt für Dich der Unterschied. Genießt Du es, mehr Freiheiten als einziges Lead-Instrument auf der Bühne zu haben?

A.P.: Mmh, das ist unterschiedlich. Klar kann ich mich dann mehr ausleben, aber andererseits, ist das spielen im Trio auch eine gewisse Herausforderung, da ich mich dann bedeutend mehr auf die Rhythmusarbeit konzentrieren muß.

HoR: Ich meine, ich kann schon verstehen, jemand der so spielen kann wie Du, braucht nicht viel Unterstützung auf der Bühne. Wer hat dich so beeinflußt in Deinem Spiel?

A.P.: Das waren natürlich viele und im Prinzip jeder den ich höre. Wichtig waren ganz sicher Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan und die großen Blues- und Jazzgitarristen wie Albert King, Albert Collins oder Ronnie Earl. Ronnie Earl war definitiv ein großer Einfluß.
Wenn es ums Slide-Spiel geht, ist Sonny Landreth einer der Größten und selbstverständlich Elmore James.

HoR: Wie sieht es beim Singen aus? Wer hat Dich da beeinflußt?

A.P.: Oh, beim Singen, da gibt es jetzt nicht wirklich jemand bestimmten. Ich meine, als ich mit 15 anfing, versuchte ich wie Howlin' Wolf zu klingen. Du kannst Dir vorstellen, wie entsetzlich sich das anhörte. Ich hatte einfach nicht diese typische Bluesstimme und mußte so mehr meinen eigenen Stil entwickeln. Ich hatte in meinem Leben vielleicht drei Mal Gesangsunterricht, ansonsten suchte ich mir halt meinen Weg und arbeite noch immer daran.

HoR: Hast Du jemals was von Julie Driscoll, die mit Brian Auger spielte, gehört? Manchmal höre ich da eine verblüffende Ähnlichkeit in euren Stimmen.

A.P.: Nein, von der hab ich noch nie gehört. Muß ich mir wohl mal anhören.
(Anm.: Diese jungen Mädchen halt...)
[Anm. d. Red.: Jahaaa!]

HoR: Auf Deiner letzten Tour hast Du einen neuen Titel namens My Man gespielt. Wie weit sind denn die Pläne für ein neues Ana Popovic Album?

A.P.: Ja, ich habe schon eine Menge neuer Songs geschrieben, von denen einige ähnlich rockig sind wie My Man. Ich denke, nach dem Ende dieser Tour können wir mit den Aufnahmen für ein neues Album beginnen. Allerdings wird zunächst ein Live-Album erscheinen, da offensichtlich eine Menge Leute daran interessiert sind und ich ständig danach gefragt werde.

HoR: Oh ja, ich hab die Ankündigung für eine DVD-Aufnahme, am 30. Januar in Amsterdam, auf Deiner Homepage gelesen. Macht es Dich nervös zu wissen, daß dieser Abend aufgezeichnet wird?

A.P.: Ja, die DVD wird von Ruf Records aufgenommen und ich freue mich schon darauf. Nervös macht mich das eigentlich nicht, denn ich mag es ja, zu spielen und auf der Bühne zu stehen.

HoR: Wird da auch von der Blues Caravan Tour was zu sehen sein?

A.P.: Das wird zunächst mal eine DVD mit einer Show von mir. Da wir alle bei Ruf Records sind, kann es schon sein, daß zusätzlich noch was mit Candye und Sue zu sehen sein wird, aber das ist noch nicht sicher.

HoR: Kanntest Du Sue und Candye vorher und, nachdem sie ein paar Jahre älter und länger im Geschäft sind, konntest Du etwas von ihnen lernen?

A.P.: Sue kannte ich. Wir wurden ja im gleichen Jahr für den "W.C. Handy Award" nominiert und sie ist ja eine bekannte und anerkannte Größe in der Blues-Szene. Candye kannte ich nicht persönlich, aber sie paßt sehr gut zu dieser Tour. Sie bringt mehr Swing ein, Sue ist eher traditionell und ich mehr rockig - das ergänzt sich sehr gut und macht großen Spaß.
Mitgekriegt hab ich von ihnen vor allem diese Leidenschaft mit der sie ihrem Beruf nachgehen.

HoR: Du bist inzwischen von Guild Akustikgitarren zu Ovation gewechselt. Was waren die Gründe dafür?

A.P.: Guild? Ich habe nie Guild gespielt.

HoR: Doch, doch (natürlich hab ich das Booklet ihrer letzten CD dabei), hier steht es ganz deutlich: "endorsed bei Guild".

A.P.: Ach das. Das stimmte eigentlich nie wirklich. Da hab ich mal irgendwo für eine ganz kurze Zeit eine Guild verwendet, aber ansonsten spielte ich eigentlich eher Gibson Akustikgitarren.
Jetzt spiele Ovation, weil sie für mich gut klingen und sich auch gut spielen lassen.
Natürlich sind aber auch die Guild Gitarren sehr gut.

HoR: Denkst Du, daß der Akustik-Set einen größeren Platz in Deiner Show einnehmen wird?

A.P.: Nein, das wird nicht der Fall sein. Es ist mal ganz nett, der Band eine Pause zu gönnen und auch schön ein paar Lieder akustisch zu spielen, aber mehr soll das nicht werden.

HoR: Die Stratocaster scheint das Instrument für Dich zu sein. Hast Du schon mal andere probiert, bzw. mit was hast Du angefangen?

A.P.: Ja, die Strat liegt mir schon, ich hab allerdings auch schon Gibson Les Paul gespielt. Angefangen hab ich mit einem Strat-ähnlichen Modell, das von der Form her aber noch mehr geschwungen war, irgendwie weiblicher. Die steht jetzt zu Hause bei meinem Vater.

HoR: Dein Vater war ja ein großer Unterstützer Deiner Karriere.

A.P.: Oh ja, sehr.

HoR: Denkst Du, er ist zufrieden mit seiner Tochter?

A.P.: Ja, das ist er. Er freut sich sehr über mich. Das einzige, mit dem er nicht zufrieden ist ist, daß ich nach seiner Meinung nicht genug Slidegitarre auf der Bühne spiele. Jedes mal wenn er mich sieht, sagt er ich solle mehr Slide spielen.

HoR: Was sind Deine Wünsche, oder Deine Ziele?

A.P.: Ich möchte in erster Linie gute Konzerte geben. Auf Tour gehen, am liebsten in Amerika und Europa. Woanders will ich gar nicht spielen. Allerdings gebe ich ungern so viele Konzerte am Stück. Diese Tour hier ist schon recht lange und wie Du siehst, bin ich an unserem freien Tag gestern gleich mal nach Hause, nach Holland, gefahren. Ich bin gern zuhause.

HoR: Schön, dann wünsche ich Dir weiterhin viel Erfolg, vielen Dank für das Interview und ein gutes Konzert heut Abend.

A.P.: Danke, vielen Dank.

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 25.01.2005

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