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Stay Away From Cheap Imitations!

Die Cover-Band-Schwemme

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Smooth and the Bully Boys: Mainly Stray Cats Hits
Tribute to Southern Rock by Nachez
Skynny Molly
Tribute to AC/DC by Action in DC
Tribute to Aerosmith by Toxic Twinns
Tribute to Dire Straits by Brothers in Arms

Das ist ein Programmauszug aus anderthalb Monaten Veranstaltungsterminen eines bekannten Clubs. Sechs Coverbands sind am Start. Offensichtlich lohnt es sich, diese Typen zu buchen.
Aber, was ist so besonderes an diesen Bands? Warum erreichen sie so viel Publikum, dass es sich für Veranstalter lohnt, sie ins Programm zu nehmen?

Das Publikum kommt, trinkt und will sich an die alten Zeiten erinnern. Die Leute wollen nochmal genauso fühlen wie damals, als sie mit dieser Musik aufgewachsen sind. Vielleicht geht es ihnen aber auch darum, eine hohe Garantie für einen gelungen Abend zu bekommen. Schließlich ist es für viele nicht ganz so einfach, sich einen Abend frei zu machen von den Kindern oder von anderen Verpflichtungen. Wenn man dann mal auf die Rolle kann, dann aber bitte ohne musikalisches Risiko! Die Songs sind bekannt, die Stimmung daher bestens.
Was auch immer die Gründe sind, Coverbands haben offensichtlich einen solchen Erfolg, dass sich viele Musiker von der Idee anstecken lassen. Immer mehr reiten auf dieser Welle mit. Wo aber bitte schön bleibt die Inspiration, wo die Kreativität, wo die eigenen Ideen? Der krasseste Riff im Rock'n'Roll ist sicher noch nicht gespielt worden. Aber die Suche danach haben wohl nur noch die etablierten Bands auf ihrer Agenda.

Wer ist Schuld daran, dass die Schwemme von Cover-Bands über uns hinweg schwappt wie ein Tsunami über die Küsten Japans?
Die Musiker zum einen, die auch mal Gelegenheit haben wollen, vor einer größeren Audienz zu spielen und vielleicht noch ein paar Euro damit machen können.
Die Clubbesitzer auch, die lieber auf ein solches Konzept setzen mit entsprechendem Umsatz.
Das Publikum natürlich, das in Scharen hin rennt.

Wie auch immer, so ist es im Moment nun mal. Das Ärgerliche an der Geschichte ist, dass den authentischen Bands die Auftrittsmöglichkeiten weg brechen. Zu wenig Leute finden sich ein, wenn eine nicht weiter bekannte Band zu einer Stippvisite aufspielt. Die Clubbesitzer wissen das und engagieren lieber eine Coverband. Das ist sicherer. Eine Anekdote gefällig?
Es gab bei uns mal eine ziemlich gute Hard and Heavy Band. Die hatte drei CDs im Eigenvertrieb und löste sich dann aus den „bekannten“ Gründen auf. Der eine Zweig der Band ist seitdem eine AC/DC-Coverband. Der andere Zweig der Band war erst eine Normalcoverband und ist jetzt auch eine AC/DC-Coverband. Und alle Beteiligten regen sich darüber auf, wie schwer es heutzutage geworden ist, 'ne Kneipe RICHTIG voll zu kriegen. Aber selbst von denen ist kein Einziger seit Jahren einfach mal so zu einem Gig gegangen.

Hoffentlich erwartet uns in Zukunft nicht noch so etwas:
ANGUSCLONE-CLONE: A Tribute to one of the best AC/DC –Coverbands
RE-RECYCLE: Coverband plays the hottest songs from the best Tribute Bands

Ich für meinen Teil habe mich entschieden: Lieber eine echte Band, mit eigenen Songs, in denen Steine, Eier und Herz drin sind, als der ewig gleiche Aufguss, den die Coverfraktion liefert.
Ich kann es nicht mehr hören!
Ich will es nicht mehr sehen!
Ich halt es nicht mehr aus!
Ich geh' da nicht mehr hin!

Zum Abschluss ein Appell an all Euch Jungs und Mädels da draußen: „STAY AWAY FROM CHEAP IMITATIONS!”

Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 18.07.2004

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