HoR Logo kl CD-Review:

Logo The Vegabonds

Southern Sons

Logo Home-of-Rock

Southern Sons
Southern Sons, Eigenvertrieb, 2012
Alex Cannon Guitars, Vocals
Daniel Allen Lead Vocals
Bryan Harris Drums, Percussion
Paul Bruens Bass
Richard Forehand Guitars, Slide Guitar, Vocals
Jamie Hallen Pianos, Organs, Keyboards, Vocals
Länge: 44 Min 52 Sek Medium: CD
1. Carnival Man7. The Heist (Get Yourself In Line)
2. Georgia Fire8. Conscious Fog
3. American Eyes9. Rooftop Surfin'
4. City With A Passion10. Resolution
5. Alongside Mr. Hyde11. Joy We've Found
6. Since You've Been Free

Das Debut "Dear Revolution" ließ die meisten Kritiker jubeln, unseren auch, und es war wahrhaftig ein schönes Stück Südstaatenrock, das uns die jungen Herren THE VEGABONDS aus Alabama erstaunlich reif und enorm relaxt vor knapp eineinhalb Jahren anvertraut hatten. Freilich waren die Einflüsse glasklar zu hören, aber weder die ALLMAN BROTHERS noch die BLACK CROWES sind in der Jetztzeit relevant, da freut man sich einfach über jede neue Band, die diese Musik originär und auf hohem Niveau spielt. Wenn es überhaupt Bedenken gab, dann die, dass die Band relativ schnell an ihre Grenzen stoßen könnte und vor der Zeit in Schönheit bei einem endlosen Jam stirbt. "Dear Revolution" war so durchdacht, dass jeder Gitarrenton wie von langer Hand geplant klang, jeder Piano- oder Percussion-Tupfer war wohlüberlegt platziert, es fehlte ein bisschen die Wildheit des Southern Rock & Roll, zwischendurch wurde es sogar zu gefällig. Also mit Spannung auf die zweite Scheibe gewartet und…

… Gänsehaut nach exakt 14 Sekunden bekommen. Da beginnt ein kleines, ganz simples Gitarrensolo, das aber zweistimmig. "Southern Sons" heißt das neue Album, Carnival Man die erste Nummer - und sie ist schön. Ein wenig Latin-Karneval, wohlgemerkt keine SANTANA-Orgie, dafür aber ein gesanglich nochmals verbesserter Daniel Allen, der richtig zupackt zum wirbelnden Bandsound, und schweigt, wenn die Gitarren jubilieren. Sehr erwachsen klingt das, aber toll. Genau wie der sensationelle Chorgesang in Georgia Fire, das so abgeklärt wie von den späten OUTLAWS daherperlt.
"Southern Sons" ist besser produziert als "Dear Revolution", bietet eine ähnlich geschmackvolle Musik, lässt aber THE BLACK CROWES weitgehend außen vor und bezieht sich vor allem im mittleren CD-Abschnitt eher auf, nun ja, 'modernen' Heartland Rock, wobei die Betonung mehr auf Heartland denn auf Rock liegt. Demzufolge ist auch der Anteil des jammigen Southern Rock etwas gesunken, was schade ist, denn Hymnen wie The Heist oder Rhythm-Groover wie Conscious Fog sollten deutlich länger als dreieinhalb bzw. drei Minuten dauern.
Bravourös hingegen ist der Country-Rocker Rooftop Surfin', der, leicht an die KENTUCKY HEADHUNTERS erinnernd, wie auf Schienen zum 'slappy' Drumsound dahinrollt und das scharf funkrockige Resolution perfekt vorbereitet. Nicht zum ersten Mal auf "Southern Sons" ist man dabei an die New Yorker SPIN DOCTORS erinnert.

THE VEGABONDS bieten auf "Southern Sons" wieder wunderschöne Musik, allerdings ist noch nicht abschließend geklärt, ob die leichte Weiterentwicklung des Bandsounds voll und ganz positiv zu sehen ist. Live dürfte die Band eine ganze Ecke zackiger zu Werke gehen, man kann sich davon dieser Tage in den folgenden Clubs selbst überzeugen:

20.01.2012, Uster - Switzerland @ Rock City
21.01.2012, Kufstein - Austria @ Q-West
01.02.2012, Bremen - Germany @ Meisenfrei
02.02.2012, Isernhagen - Germany @ Blues Garage
03.02.2012, Schortens (Jever) - Germany @ Fair Café
04.02.2012, Lauchhammer - Germany @ Real Music Club
05.02.2012, Berlin - Germany @ Wild At Heart
09.02.2012, Enschede - Holland @ NIX Bluesclub
10.02.2012, Sneek - Holland @ Het Bolwerk

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.01.2011


 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt