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| Mondopop, Fastball Music/Neo/Sony Music, 2011 |
| Pete |
Vocals & Guitars |
| Phil |
Guitars & Backing Vocals |
| Caro |
Bass & Backing Vocals |
| Vince |
Drums, Percussion & Backing Vocals |
| Produziert von: Peter Hanner & Sven Gallinsky |
Länge: 47 Min 28 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Heartbreaker | 9. Demonic Supersonic |
| 2. Lost | 10. Shout It Out Loud |
| 3. We're Dangerous | 11. Can't Keep My Eyes Off You |
| 4. Badboy | 12. Self Styled Hero |
| 5. Take It | 13. Sweet Love O' Mine |
| 6. She | 14. Myplace |
| 7. Come Back To Me | Video: |
| 8. Run To You | Heartbreaker |
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Die wichtigste Band der Welt wird aus den vier Schwaben ganz sicher nicht, aber als THE SMALLTOWN ROCKETS (übrigens eine schöne Anspielung auf ihre Herkunft) könnten die drei Buben und die Bass-Frau noch eine schöne Zeit erleben. Nach dem 2008 erschienen Debut "Shakin' The Demons Away With Our Hips" kommt demnächst das zweite Album "Mondopop" auf den Markt, und bei aller Einfachheit der Musik hat sich doch ganz viel getan bei der kleinen Band aus der kleinen Stadt.
Mit den grässlichen Mondo-Filmen der Sechziger und Siebziger haben die ROCKETS nichts zu tun, eher bezieht sich der Albumtitel auf das italienische Wort "Mondo", Welt. Pop für die Welt also. Noch konkreter wäre "Mondopowerpop", aber das klingt doof. Power Pop ist trotzdem das Metier der SMALLTOWN ROCKETS, Vorwärts-Rock'n'Roll in der Tradition von beispielsweise BLONDIE, THE KNACK oder auch der RAMONES, ohne allerdings auf die Retro-Schiene zu geraten.
Power Pop war und ist eine schwammige Bezeichnung für Musik, die man nicht eindeutig einordnen kann: zu viel Pop für Punk, zu viel Rock für Pop. Eines kann man solchen Bands jedoch nie vorwerfen (jedenfalls solange sie nicht in die Fänge des Radio-Mainstream gelangen), dass sie aufgeblasenen Schmock-Rock abliefern nämlich. Die Reduzierung auf die wesentlichen Komponenten - Gitarre, Gesang, Schlagzeug, Bass und manchmal ein Keyboard - ist Programm, so ist es auch bei THE SMALLTOWN ROCKETS. Keine Gefahr also, von einer instrumentalen Überfrachtung geblendet zu werden, man bekommt nichts anderes als simple 3-Minuten-Songs, und wenn die nicht überzeugen, überzeugt bei einer solchen CD nichts mehr. Genau an diesem Punkt haben die Stuttgarter angesetzt und sich mächtig ins Zeug gelegt, die insgesamt etwas einförmige Darbietung von "Shakin' The Demons Away…" zu übertreffen. Ob sie es geschafft haben?
Nehmen wir exemplarisch für "Mondopop" den ganz und gar nicht genreüblichen Longtrack Can't Keep My Eyes Off You. Ganze fünf Minuten lang toben die vier durch einen von vorne bis hinten durchdachten Klasse-Song mit einem bösartig im Ohr hängen bleibenden Refrain und einem vorzüglichen Solo. Zur Halbzeit gibt es eine Vollbremsung und dann eine beinahe jammige Gitarrenabfahrt. Mit so einer Nummer ist man als geborener Primitivrocker ganz weit vorne. Nicht weit zurück ist Shout It Out Loud. Vor 35 Jahren hatte eine gewisse amerikanische Band mit Hang zu Schminktöpfen und Plateaustiefeln einen gleichnamigen Hit und wenn es kein Zufall ist, haben die ROCKETS mit ihrem Song ein Meisterstück in Sachen Humor abgeliefert. Musikalisch haben die beiden Liedchen bis auf den Glam-Faktor wenig miteinander zu tun, aber das gesungene Intro der Deutschen ist so wunderbar "KISS auf Helium", dass man es sich als Klingelton wünscht. Der Rest besteht wieder aus zwei satten Gitarren, einem Juhu-Solo und einer Menge Rock'n'Roll-Spaß.
So viel "Tiefgang" kann man natürlich nicht über die gesamte Dreiviertelstunde erwarten, wir sprechen schließlich immer noch von grundsätzlich gänzlich anspruchsfreier Gaudimucke, was uns die ROCKETS aber durchgehend bieten ist beste Laune und immer wieder überraschende Momente, man höre nur das klassisch hardrockige Gitarrenzwiegespräch in Sweet Love O' Mine oder den derbe shuffelnden Einstieg in Lost. "Mondopop" hat Groove, Swing und prima Chöre, die jederzeit problemlos mit den - vorwiegend amerikanischen - Vorbildern mithalten können und manchmal beinahe Surf-Charakter haben ohne den Druck aus der Musik zu nehmen. Das ist schon sehr gut gemacht, auch produktionstechnisch. Der wahnsinnige Phil Spector hat ähnliches 1980 mit den RAMONES geschafft, als das nicht sehr beliebte aber kommerziell erfolgreiche Album "End Of The Century" von ihm produziert wurde. Allerdings brauchten er und die RAMONES säckeweise Keyboards und Bläser dazu, THE SMALLTOWN ROCKETS genügen sich auf "Mondopop" selbst.
Es wäre schön, wenn sich die Studentenbande (jedenfalls sehen sie aus wie Studenten) weiterhin so flink über dem deutschen Durchschnittspop bewegen würde. Jammerlappen und Tagebuchlyriker haben wir mehr als genug, jetzt ist Zeit für Weltpop und Rock & Roll und ein paar Konzerte mit Abschwitzfaktor.
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