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The Rockford Mules

Ma They Broke Me

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Ma They Broke Me
Ma They Broke Me, MizKid Records, 2010
Joel Habedank Drums
Jeff Halland Piano, Backing Vocals
Craig Peck Bass
Ryan Rud Guitar, Lap Steel
Eric Tasa Vocals, Guitar
Produziert von: Jeff Halland Länge: 47 Min 55 Sek Medium: CD
1. Mudfoot Barker7. Hey John Wayne
2. Drag The Swamp8. Sleepin' Demon Blues
3. Blueboy9. Hammerswinger
4. Bloodpine10. Ma They Broke Me
5. Got A Bullet Says You Won't11. Son Of Hammerswinger
6. Goodnight Sunshine12. Don't Tell Them What You've Seen

Die treten aus, diese Maultiere! Es gibt ja noch die aus dem Regierungseigentum, und die können auch schon mal sehr direkt zu Werke gehen; aber anders als diese hat man hier nicht die Angst vor einem straighten Groove und zugänglichen Melodien – man bringt sie halt nur sehr selten… Und dabei sind Maultiere so possierlich anzusehen, tun eigentlich keiner Fliege was zu Leide, und tragen schwere Lasten.
Tun die hier aber auch – schwer wiegt die Last der wütend-aggressiven Songs im modernen Gewande, und verzerrt ist nicht nur das Gesicht des Tieres ob dieser schweren Last, sondern auch der Sound ob der größeren Dominanz.

Dabei deutete sich der Weg, den diese Tiere bei überwinden der größten Hindernisse nehmen würden, schon auf der ersten CD mit dem schönen Titel "From Devil's Spit To Angel's Tears" an. Schon da ging es ziemlich direkt und ruppig ab, aber der Sound war noch gemäßigt und für die Ohren des alten Classic-Rockfans gedacht; allerdings war das damals schon eher kein Southern Rock, von wegen kein Boogie, sondern ganz normale Geradeaus-Mucke, allerdings auf hohem Maultierrücken Niveau.
Nun aber kommt das Ganze noch übersteuert aus dem Speaker, und alle Nettigkeit ist verflogen – schon beim ersten Track Mudfoot Barker gibt es einen in die Magengrube. Doch, es geht auch schon mal melodisch zu (Ma They Broke Me ist klassischer Southern Boogie (Ausnahmen bestätigen die o.g. Regel), und sogar balladesk (Goodnight Sunshine - mit sehr schönem, lyrischem Solo); allerdings will sich so gar kein Wohlgefühl einstellen – schon der Titel der CD deutet an, dass es hier nicht um Samstags im Park, sondern Samstags im Knast gehen könnte. Und da hat man Ausbruchspläne, die man gründlich schmieden muss. Und genauso gründlich ist jeder Track hier geplant – Zufälle gibt es bei dieser CD nicht. Man will einen Effekt erzielen, und ist erfahren genug, dies auch zu schaffen.

Tracks herausheben? Damit tut man sich schwer, obwohl man der CD hohe Qualität bescheinigen muss, bleibt kein Track wirklich zum Singalong im Ohr. Wir sind hier - Maultier hin, Maultier her - nicht im Streichelzoo, sondern auf der Pampa, und da wird gearbeitet.
Drag The Swamp ist ein auf einem klassischen Bluesrockriff aufbauender Brutalo-Stampfer mit melodischem Mittelteil; Blueboy schleicht sich über ein Riffgerüst heran und - rumms! - die Drums setzen ein und los hoppelt der blaue Junge, um sich in der Mitte mit einem BLACK SABBATH-Riff zu treffen. Dann kommt der Duke breitbeinig angestampft - Hey John Wayne - auf die Seite, Stranger! Sleepin' Demon Blues ist noch am ehesten ein klassischer Bluesrocker á la early 70ies British Bluesinvasion.
Der Hammerswinger swingt eher die Drums und tanzt auf diesem Riffbett mit einer Slide; der Son Of A Hammerswinger berichtet, wie der Hammerswinger dann doch den Hammer fallen lassen musste, und seinen Sohn bittet, nicht dieselben Fehler zu machen wie er selbst.
Fünf Minuten Gitarrensounds leiten den letzten Track Don't Tell Them What You Have Seen ein, bis ein Gewitter aus Gitarren-Soundscapes alles unter sich begräbt - gigantisch.

Das sind in der Tiefe ihres Herzens wirklich Arbeiter, diese Mules, und so sind die Songs: Arbeitersongs von der ehrlichen, ungeschönten Sorte, nicht der SKYNYRD-Schmonzes der letzten Zeit.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 02.12.2010


 
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