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Peter Mayer And Friends

Goodbye Hello

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Goodbye Hello
Goodbye Hello, Little Flock Music, 2009
Peter Mayer Vocals, Acoustic Buzz Guitar
Melissa Brocks Cello
R. Scott Bryan All Percussion and Heavy Breathing, Backup Vocals
Ron Glusenkamp London Sounds
Robert Greenridge Steel Pan
Tina Gulickson Backup Vocals
Roger Guth Drums
Morris Jacob Viola
Jim Mayer Bass
Mac McAnally Funky Mandolin
Jeff Taylor Accordeon
Mike Utley Organ
Chris Walters Wurlitzer Piano
Glenn Worf Bass
Amy Oshiro. Maggie Estes, Angie Smart, Julian Walter, Linda Davis, David Vanderkool Violin
Produziert von: Peter Mayer, Alan Schulman & Jim Mayer Länge: 66 Min 30 Sek Medium: CD
1. Ob-La-Di, Ob-La-Da9. Strawberry Fields Forever
2. Come Together10. Fool On The Hill
3. Here Comes The Sun11. We Can Work It Out
4. Penny Lane12. Rocky Raccoon
5. Michelle13. Blackbird
6. I Feel Fine14. Hello Goodbye
7. Fixing A Hole15. Something
8. Norwegian Wood

Peter Mayer ist langjähriger Gitarrist in der Band von Jimmy Buffett und hat selbst schon mehrere CDs veröffentlicht. Wer bei Buffett spielt, wird wohl kaum verdächtigt werden Finstermucke zu machen - und das bewahrheitet sich hier natürlich auch; das nur vorneweg.
Mayer sagt im Booklet selbst, dass er mit den BEATLES aufgewachsen ist und ihre Musik verinnerlicht hat (und für das Größte auf der Welt hält, womit er nicht alleine steht). Anzunehmen, dass so jemand den BEATLES alle Ehre erweist wenn er ein Cover Album macht und die Songs, zumindest aus seiner persönlichen Sicht, nicht verhunzt.

Was Mayer hier allerdings abliefert, spottet jeder Beschreibung - im positiven Sinne. Ich habe bislang - und wage die Prognose: auch in Zukunft - kein angemesseneres Cover Album von BEATLES-Songs gehört; vielleicht kann man sogar sagen kein angemesseneres Coveralbum überhaupt.
Ich bin ja wirklich kein Freund von Coverbands, obwohl ich anerkenne, dass viele Leute lieber ein gut spielendes Cover-Team on Stage sehen, als die Songs überhaupt nicht mehr dargeboten zu bekommen. Davon abgesehen - ist MOLLY HATCHET etwa heute eine Coverband, oder the real deal?

Dass die BEATLES sehr gute Popsongs gemacht haben, ist wohl nicht diskussionswürdig; dass sie die Popmusik einen riesigen Schritt nach vorne gebracht haben ebenfalls nicht. Insbesondere an Songs wie Michelle haben sich Myriaden von Künstlern und solche, die glaubten das zu sein, versucht - leider.
Es musste also erst jemand wie Peter kommen, um den Songs wirklich Gerechtigkeit anzutun.
Denn das ist es, was er macht: er interpretiert sie so, dass ihre ganze Schönheit herausgearbeitet wird (und ich bin nicht wirklich ein BEATLES Fan, aber die Songs sind grandios und werden hier genauso behandelt, wie sie es verdient haben) - und das mit einem Instrumentarium, das beim ersten Blick Schlimmes vermuten lässt: Geige, Akkordeon, akustische Gitarre… Man sieht förmlich schon das Schmalz aus den Speakern sickern.

Nichts von alledem. Schwer zu beschreiben, wie Mayer mit wenigen Handgriffen, wundervollen Arrangements und liebevoller Instrumentierung diese Songs zelebriert. Obladi Oblada, im Original ja nicht wirklich so ein toller, musikalisch hochqualitativer Song, wird mit Steeldrums und Musik, die zum Tanz im dreiviertel Takt einlädt, mit karibischem Flair in Schwung gebracht. Come Together erhält ein Blues-Fundament; Geigen, Drums und Orgel wechseln sich ab beim Refrain, die Bridge bietet leicht unheilvolle Geigen, bis das Orgelsolo die Stimmung wieder zum Positiven verkehrt; wunderbare Slide am Ende. Here Comes The Sun hat zuerst den Himmel voller Streicher, bis dann die Gitarren die Melodieführung übernehmen - und die Sonne geht auf; unterstützt durch Peters klaren, unaufgeregten Gesang.
Penny Lane ist genial instrumentiert: nur Streicher und ein fetter Bass, bis dann ein typisch französisch klingendes Akkordeon Tupfer setzt - witzig. Auch hier gilt: die sparsame Instrumentierung arbeitet das Schöne des Songs heraus.
Michelle kommt in einer passenden, aber guten Lounge-Version komplett mit Bar-Piano und Jazz-Guitar, und wieder entschmalzt Peters Stimme den Song. Strawberry Fields - nur Gitarre und Voice - bringt die "Nothing is real…"- Stimmung genial rüber. Fixing A Hole beginnt als Lounge Nummer, um im Refrain im musikalischen Chaos zu enden, komplett mit atonalem Taumelsolo der Gitarre, und nimmt auch das Orchesterthema von Sgt Pepper's auf.
Plötzlich wird es modern: We Can Work It Out bietet Samples und eine Rhythm&Soul-Adaption á la Christina Aguilerra, und wird als Duett geboten; Rocky Racoon kommt live mit Jimmy Buffett und das absolute Highlight ist die nur zur Gitarre gebotene Version vom Blackbird.

Jeder Songs ist wirklich liebevoll, einfallsreich - um nicht noch einmal zu sagen: genial - arrangiert, perfekt dargeboten, und natürlich gut produziert. Das ist einfach so verdammt gut und bietet auch nach dem dritten oder vierten Durchlauf Neues und Ungehörtes, dass man es wirklich nur 'Sonderklasse', 'Glücksfall' oder mit sonst einem Superlativ belegen muss.
Ich wünsche Peter, dass alle BEATLES Fans auf der Erde seine CD kaufen, und hoffe auf ein Zufallskartell von Reviewern, die seine CD positiv besprechen. Unbedingt anhören; unbedingt kaufen.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 10.06.2010


 
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