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Paul D’Adamo

Tell Me Something

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Tell Me Something
Tell Me Something, Eigenverlag, 2010
Paul D'Adamo Vocals
Brad Cole Keyboards
Chester Thompson Drums
Daryl Stuermer, Chris Remy Guitar
Leland Sklar, Duane Stuermer Bass
Luis Conté Percussion
Gerald Albright Saxophone
Arnold McCuller, Lynne Fiddmont, Amy Keys, Darlene Koldenhoven Background Vocals
Charlie Morgan Drums
Grant Geissman Acoustic Guitar
Produziert von: Paul D'Adamo Länge: 46 Min 36 Sek Medium: CD
1. Tell Me Something*6. Woman Like You*
2. Long Long Way To Go#7. Please Don't Ask#
3. Miss You*8. Like It Or Not#
4. Doesn't Anybody Stay Together Anymore#9. Constant Change**
5. Entangled#10. Guide Vocal#
#Songs written by Phil Collins/Genesis, *written by Paul D'Adamo, **written by Jose Mari Chan

Paul D'Adamo ist ein Sänger mit einem Hang zu Phil Collins/ GENESIS Songs. Das ist unschwer daran zu erkennen, dass er einen Sticker auf sein erstes Album klebt, der genau darauf hinweist. Und natürlich die GENESIS /Collins Fans dieser Welt einladen soll, diese CD zu laufen. Aber warum sollte ein solcher das tun - er/sie hat ja die Originale zu Hause? Und warum sollte ich diese CD besprechen - ich mag weder Phil Collins noch GENESIS (was nicht heißen soll, dass ich ihnen die musikalische Kompetenz abspräche).

Irgendeiner muss es ja machen, dachte ich. Und jetzt glaube ich, Paul D'Adamo hätte noch ein bisschen mehr Zeit aufwenden sollen, und mehr eigene Songs schreiben und aufnehmen sollen. Er braucht diesen Collins Sticker gar nicht; ja, er dürfte eventuell sogar hinderlich sein.
Denn die von ihm selbst geschriebenen Songs (mit * im Trackllisting versehen) sind bei weitem die besten auf diesem Album. Eleganter Pop Jazz, eingespielt u.a. von Musik Cracks wie Leland Sklar (TOTO) und Daryl Stuermer, glasklar produziert sowie von hohem Wiedererkennunsgwert, gehen sie mit ihrer Nähe zu eben TOTO und STEELY DAN (spätere Phase, so etwa ab 'Groucho'), vielleicht auch CHICAGO sofort ins Ohr und erfreuen gleichermaßen denjenigen, der gerne mitsummt, als auch den, der musikalische Brillianz sucht. Einfach perfekt, funky und soulful. In ihrem weichen Glanz beruhigen sie die gequälte Seele, ohne seicht oder schmalzig zu sein - und würden sich auch auf einem Stevie Winwood Album gut machen.
Bemüht sich Paul auf Long Long Way … noch genauso wie Phil C zu klingen, machte er sich davon auf Why Doesn't Anyone Stay Together Anymore um mehr Eigenständigkeit, und sein funky Arrangement gibt dem Song ein neues Gewand und zusätzliche Tiefe. Und auch auf dem ein bisschen in Prog Rock Nähe rückenden Track Entangled mit seiner akustische Gitarre / Keyboards / Chor /Sax-Soundlandschaft schafft er ein an YES' Jon Anderson erinnernde Atmosphäre. Bei allem bleibt das aber elementar eingängig, und ellenlange Instrumentalpassagen sucht man vergebens; gleichwohl ist auf dem zupackenden Like It Or Not für Gitarrensolos Raum. Karibisches Flair (darf ja nicht fehlen) gibt es auf der Eigenkomposition Woman Like You. Abgesehen von Constant Change, einem Langweiler ohne Höhepunkte, sind das ohne Umwege ins Ohr gehende Pop Perlen.

Wer die genannten Bands mag, und sich mal eine Auszeit vom Rock Einerlei gönnen will, aber nicht gleich bei Michael Jackson landen möchte, könnte das hier mal antesten. Eine Perle wie Tell Me Something hört man wirklich nicht alle Tage. Und folglich würde man entdecken, dass D'Adamo's eigene Musik gut genug ist, vielleicht sogar zu gut, als dass er sich so an Collins anlehnen müsste und damit potentiell andere Hörer verschreckt (wobei - jaja, schon gut - wenn er erstmal die Collins Fans hat ....)

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 17.10.2010


 
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