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| Takin' Over, Powerage Records, 2009 |
| Daniel Leigh |
Lead & Backing Vocals |
| Phil Kinman |
Lead & Rhythm Guitars |
| Robb Wybrow |
Rhythm & Lead Guitars, Backing Vocals |
| Andy C Saxton |
Bass |
| Rozzy Ison & Ryan Richards |
Drums |
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Länge: 45 Min 46 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Make My Day | 7. Until The End |
| 2. Never Say Never | 8. Moth To The Flame |
| 3. You've Got It Comin' | 9. Seven Nights, Seven Bodies |
| 4. In The Fading Light | 10. Heaven Knows |
| 5. On Fire | 11. Hope Is Not Enough |
| 6. Pedal To The Metal | 12. Takin' Over |
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Sagen Sie mal, Leser, besitzen Sie auch so ein Smartphone, mit dem man sich Apps herunterladen kann? Ja? Fein, dann sind Sie der Kunde für die extrasmart tönende Band NEW DEVICE. Allerdings kommt diese Applikation nicht aus Steve Jobs Apple-Onlinestore, ein perfekter App ist die britische Kapelle dennoch. Das schöne lateinische Wort "applicare" bedeutet übrigens nichts anderes als "sich anschließen".
Der zu allem bereite Fünfer NEW DEVICE hat sich angeschlossen. Und zwar an alles was 80ies-Rock mitsamt ein paar 90er-Anleihen zur Qual macht(e).
Der weltweit meistverkaufte App heißt übrigens "Angry Birds" und besteht im Wesentlichen daraus, dass man mit Sittichen böse grüne Schweine bombardiert. Sie verstehen? Es geht dem Smartphone-Benutzer weniger um die aktuellen Nachrichten bei seinen abonnierten Apps, er will einfach nur spielen. Ist das nicht süß. Und außerdem sieht man extrem eindrucksvoll und wichtig aus, wenn man in der Straßenbahn wild in sein smartes Mobiltelefon hackt; die Hausfrau vom Sitz gegenüber denkt sicher darüber nach, was für einen öden Langweiler sie doch zuhause hat, während hier ein jungdynamischer Erfolgsmensch… grüne Schweine killt. Vereinzelte Anfeindungen wie "Schnösel", oder gar "Ich ramm dir dein blödes Telefon wo rein, du Investmentbanker" darf man nicht ernst nehmen. Sollte jemand über "Takin' Over" von NEW DEVICE zum Beispiel Dinge wie "Angeberrock, überkandidelter" sagen, darf man das natürlich ignorieren, es kommt nur von Neidern.
Jetzt mal ohne Spaß. Wie kommt eine junge Band nur auf die Idee, im Jahr 2009 (die CD erschien in England schon vor über einem Jahr), eine solch zwanghaft auf kommerziell gemachte Soße anzurühren? Ein paar Nummern, vor allem die mit dem leichten Modern-Metal-Touch (der längst nicht mehr modern ist), sind ganz annehmbar, die auf breitbeinigen Breitwandrock gemachten Ready-for-the-Arena-Songs entlocken einem vielleicht noch ein gequältes Lächeln, aber spätestens bei den Balladen rebelliert die an Weihnachten verspeiste Ente posthum im Magen. Ne, das geht gar nicht mehr, im Jahr 24 nach "Slippery When Wet". Höchstens im Vorprogramm von John-Boy himself - und immerhin das haben die Briten schon geschafft.
Wenn man bedenkt, was für großartige Hard Rock Bands die Insel schon hervorgebracht hat, ist NEW DEVICE trotz einer Hochglanzproduktion in die ohne Zweifel viel investiert wurde höchstens eine Zweitligakapelle. THUNDER, SKIN, sogar die leider schon mit der zweiten CD beliebig gewordenen GLYDER haben um Längen bessere Songwriter in ihren Reihen. Da hilft auch eine echte Knallernummer wie Until The End nicht mehr, denn die ist ein sehr einsamer Solitär auf "Takin' Over".
Es klingt vielleicht hart, aber wenn die Band NEW DEVICE nicht umgehend kompositorisch aufrüstet oder sich besser noch für eine etwas zeitlosere Ausrichtung entscheidet, wird sie eine Applikation bleiben. Es soll schließlich auch noch Menschen geben, die sich ihre Informationen aus erster Hand holen, also Zeitung lesen, Tagesschau gucken, Musik der Originale hören und ihr Mobiltelefon ganz unsmart zum Telefonieren benutzen.
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