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Late

Imagination Of An Angel

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Imagination Of An Angel
Imagination Of An Angel, 7Hard, 2012
Walter Negele Guitars
Uli Frank Keyboards, Bass, Vocals
Jürgen Schneider Vocals
Helmut Kipp Drums
Regine Riegel Vocals on Du Sagst, Tomorrow, Montionless
Martin Kiemels Sax on Angel
Carlo Rapallo Solo-Guitar on Ready For Take Off
Peter Pollert Flute on Tomorrow
Produziert von: Walter Negele and Uli Frank Länge: 49 Min 50 Sek Medium: CD
1. Paradise7. Tomorrow
2. Johnny On The Spot8. Su Sagst
3. The State9. Fly Into A Rage
4. Angel10. Your Time
5. Sunny11. Motionless
6. Ready For Take Off

Die Jungs sagen es auf Ihrer Site selbst - better Late than never, aber ein bisschen spät sind sie schon dran, um als 'Newcomer' durchzugehen, altersmäßig gesehen. Aber wen störts , Hauptsache, man lebt für die Musik und macht was Gutes. Und das haben sie hier abgeliefert, mit ihrem Mix aus klassischem Hard Rock, etwas Funk und Latin und Pop.

Erinnert sich noch jemand an die Band JOHNNY AND THE DRIVERS und ihrer Platte "Homing In On Zero"? Gut, das eine Bildungslücke zu nennen wäre wohl etwas übertrieben, bei etwa drei verkauften Platten, oder so. Immerhin waren John Thomas und seine Kumpels in Berlin wohl so etwas wie eine Lokalgröße; und sie spielten so eine lockere Mischung aus Pop und Rock mit West Coast Einschlag; relaxt, ausgeschlafen, aber unagressiv; einfach immer auf die gute Melodie bedacht, dabei keine Anfänger auf ihren Instrumenten. Und genau das kann man über LATE auch sagen, die zufällig einen genau auf die DRIVERS Platte passenden Titel hätten: Johnny On The Spot.
Sonst: auf fast jedem Stück blitzt die Prog Rock Vergangenheit der Hauptakteure Negele und Frank durch; soll heißen: man hat das Gefühl, die Jungs könnten so richtig verfrickelt und kompliziert strukturiert abheben, und hätten auch die nötige Erfahrung, das erfolgreich zu tun - lassen es aber bleiben, um des Songs willen, und weil wir eben nicht mehr 1970 schreiben. Und das kommt den Songs zu Gute - die sind bei aller melodischen Qualität nicht flach, sondern substanziell, ohne am Zeitgeschmack zu verzweifeln. Lockt man damit noch einen Hund hinter dem Ofen hervor? Frage - was macht er da? Will man ihn hervorlocken? Und wenn ja, muss man ihn dann füttern? Diese Fragen können wir hier nicht beantworten, aber die Frage, ob sich die LATE Platte lohnt schon: klingt der Name möglicherweise zufällig fast wie LAKE, klingt die Musik vielleicht nicht ganz so keyboardlastig wie jene, aber die Vorliebe für melodischen West Coast haben wohl beide Bands gemein.

Zusätzlich haben sich die Herrn gute Verstärkung geholt, so dass eine wunderbares Sax Solo den Song Angel, eine Mid-Tempo Ballade mit feinen Keyboard Einsprengseln, veredelt und - wenn er das ist - die von Herrn Schneider (Jürgen Schneider? Doch nicht der Jürgen Schneider?) famos mit rauhem Timbre gesungen wird. Etwas treibender und düsterer dann Sunny als Abwechslung vom lockeren West Coast mit schöner Bridge in der Mitte, die besagte Fähigkeiten durchscheinen läßt. Herr Rapallo brilliert mit Verstand auf Ready For Take Off - ein Solo, das nicht nur auf die schnellstmögliche Geschwindigkeit baut, sondern auf die Variation eben dieser. Du sagst mit female Vocals - teilweise auf Deutsch und gut gesungen (und an Jutta Weinhold erinnernd) - und einer netten Songkonstruktion in der Bridge mit Orgel/Gitarre Wechselspiel, wobei Herr Negele sich immer sehr zurückhält - warum bloß, er kann's doch? Leicht jazzig mit sehr melodischem Flöten Solo (und mal nicht an den Gottvater der Flöte im Rock erinnernd; danke!) dann Tomorrow, und noch ein paar Bricketts mehr und COLOSSEUM würden anfragen ob sie den Song covern dürfen. So gut ist das.

Gut jetzt, das muss reichen. Anhören, wenn man gut gespielte, nach Classic Rock Prinzipien geschriebene Musik mag, und wie die Herrn hier (dem Aussehen nach) mit beiden Beinen metaphorisch in den 70ern stehend aufgewachsen ist.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 12.01.2012

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