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Lake Cisco

Permanent Transient

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Permanent Transient
Permanent Transient, Rough Trade, 2011
Florian Sczesny Vocals, Guitars
Christopher Jehle Guitars
David Trapp Bass, Piano
Simon Scheibel Drums
Produziert von: Markus Reuter Länge: 56 Min 26 Sek Medium: CD
1. 50:508. Fragment II: Anima
2. Quiet Assassin 9. Permanent Transient
3. Body Tracks10. Drift Away
4. Fragment I: Membrane11. Lusca
5. An Answer Too Complex To Question12. Fragment III: Closure
6. Portrait Of Gala13. Cliffhanger
7. Hybris

Neue deutsche Bands klingen ja häufig wie alte ausländische, oder ganz anders. Eben deutsch. Wenn man dann auf eine trifft, die international, perfekt produziert aber 'anders' klingt, dann erfreut das. Und so ist das mit den Herren aus Koblenz (die Stadt ist ja bekannt für gute Rockmusik …) - und da gibt es doch sogar noch das deutsche Eck!

Rapunzel, lass Dein gülden Haar herunter, Rhythmus und Drums weben einen langen, eng verflochtenen Zopf, an man Tonnengewichte hängen kann. Schrammelt sich dann die weitere Rhythm Section wie weiland die alten Big Country durch die Gänge, ist man erst mal nicht unbedingt mordsmäßig überrascht, weiß man doch, dass so etwas aus Koblenz öfters kommt, nicht wahr. Der Refrain vom Quiet Assassin geht dann auch erst nach mehrmaligem Zuhören ein, und das weitere Geschehen ist solide, ohne dass man …. aber halt - das ist immerhin eine deutsche Band - und dennoch klingt das überzeugend international und erwachsen. Das ist dann doch beachtlich. Aber trotzdem sind die musikalischen Strukturen ebenso, wie sie im Alternative sind, da ist man jetzt dann doch auf den Pfaden des Gewohnten. Und will die CD schon weglegen, aber macht's dann doch nicht … Was zieht einen in den Bann? Wohl die Tatsache, dass bei aller Melodiosität irgendwo zwischendrin oder am Ende plötzlich das häßlich-interessante Gesicht der Frau Kakophonie anblickt. Immer wieder bricht es heraus, wird die so schöne Ordnung verlassen und er Zuhörer in den Malstrom des Untergangs gezogen, nur um dann verwundert festzustellen, dass es die Band doch wieder geschafft hat, alles zusammen zu pappen. Lyrische Momente gibt es dabei auch - etwa bei den 'Fragments' genannten, verschämt versteckten Zwischenspielen; danach wird aber wieder d'zwischen gehaut und unruhig gerockt - Portrait Of Gala ist da schon fast beunruhigend romantisch … naja, bis zur Mitte hin!
Hybris hat schon fast Classic Rock Züge und elektronische Spielerein zu bieten, und wabert erst mal träumerisch dahin, bevor wieder fest zugegriffen wird. Es folgt eine Hypnose á la early ROXY MUSIC - und das erfreut das alte Herz. In der Tat liegt man mit ROXY als einem der musikalischen Modellen und Vorbildern wohl nicht ganz verkehrt. Monster Track. Und jetzt wird die CD auch richtig vielseitig und interessant. Leise schleicht sich der Title Track ran, aber auch hier ist das Ende wuchtig - und so geht es weiter. Gut auch das heftige Drift Away mit seinem sich steigernden, aber plötzlichen Ende.

Schön und angenehm groovy anzuhören ist das nicht, und manche Länge gibt es dann doch, wenn etwa Lusca nur so dahin wallt, aber man muss attestieren, dass hier vier Jungmänner ganz Erstaunliches auf die Beine gestellt haben (naja, mit 27 ist man ja auch schon fast 30!). Und außerdem klingt es nicht nach irgendwelchen Uralt Vorbildern, an die man dann eh' nicht rankommt. Eigenständig, clever ausgedacht - obwohl die Jungs auf dem Foto aussehen wie Jung-BWLer oder Juristen. Fiese Täuschung. Unbedingt checken das, Mann!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 2011

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