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Lachlan Horne

The Horne Supremacy

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The Horne Supremacy
The Horne Supremacy, Eigenvertrieb, 2010
Lachlan Horne Guitar, Vocals
Ali Hamilton Bass
Tim Guille Drums
Produziert von: Lachlan Horne Länge: 51 Min 35 Sek Medium: CD
1. Dream Vision7. Be Like You
2. Fight For Rights8. Stand Up
3. High Times9. Time Telling Me
4. Suffer The Same10. Turbulence
5. Hypnotise11. Our Star
6. The Next Big Thing12. Good To Be Alive

Lachlan Horne gehört in die Riege neuer, junger und ungestümer Blues-Rocker, die im Augenblick aus England kommen - Aynsley Lister, Kenny Wayne Shepherd... Horne hat seine erste CD 2004 veröffentlicht - "The Time Has Come" - nachdem er die übliche Karriere als Sideman für andere Bluesbands durchgearbeitet hat. Und er hat sein Handwerk wirklich richtig gelernt, und zwar am Guitar Institute London. Das bedeutet, dass er alle die kleinen feinen Tricks drauf hat, aber auch, dass er weiß, wann man mal vom Gas gehen und nicht noch eine 16tel-Note irgendwo rein pressen muss (obwohl er das kann - man höre Turbulence).

Damit wären wir dann bei der CD "The Horne Supremacy". Zu hören gibt es in der Tat mehr Rock als Blues (geht gleich los mit dem Rocker par excellence Dream Vision). Der Sound ist relativ roh und unbehauen, Vintage in dem Sinne, dass nicht alles an Ecken und Kanten glattgebügelt wurde. Es schallt ein recht ruppiger und unverkrampfter Gitarrensound aus den Speakern - das Ziel war wohl, so zu noch mehr Authentizität zu gelangen. Und für den geneigten Hörer mit einem 70er Hintergrund ist das natürlich ein gefundenes Fressen - die guten alten Zeiten. Dass Lachlan mühelos und munter Riffs aus dem Ärmel schüttelt, es tremolieren lassen kann, aber auch den langen Tönen Raum gibt, erwähnte ich schon. Dass er eher melodisch spielt als dem Guitar-Overkill zu huldigen wohl noch nicht. Ist aber so.
Das zusammen mit einem Händchen für gute Songs, dem Faible für Refrains zum Mitsingen, einer angenehmen aber nicht aufdringlichen Stimme, und einer sehr flexiblen und gut agierenden Backing Band hat dann für ein Album gesorgt, bei dem man schon mal die Luftgitarre auspackt, oder eben die eigenen Vocals benutzt, ganz zu schweigen vom Lenkrad-Drumming (kennt eigentlich jemand Mitmenschen, die Luftbass spielen? Naja, so virtuell da vor sich hin zu zupfen, ist ja auch nicht sehr aufregend, es sei denn, man kopiert Jack Bruce).

Retro vom Sound und dem Songwriting her, moderne Gitarrensoli, flexible Backing Band - sehr hörenswert. Allerdings geht das nicht sofort 100% ins Ohr - Lachlans Stimme erinnert an die von WISHBONE ASHs Martin Turner, bei dem man sich ja auch immer fragte, warum die Band nicht mal einen richtigen Shouter anstellt. Soll heißen, beide haben eine eher hohe Stimme, die eben nicht mühelos über 25 Oktaven klettert, sondern darüber eher stolpern würde. Macht im Kontext jetzt nichts, aber deutet an, dass die CD dadurch bedingt ein kleines bisschen verhaltener ist als Shepherds erste etwa. Vielmehr ist er von seinem melodischen Ansatz her mit Lister vergleichbar. Was kann es besseres geben. Allerdings ist das, wie erwähnt, mehr dem Rock zugewandt als dem Blues. Und dass mein Lieblingstrack das akustische Our Star ist, wo ich normalerweise mit Unplugged aber nun so gar nichts am Hut habe, heißt ja auch schon etwas. Watch this guy, denn er kann auch Pop, zu hören in Good To Be Alive, einer wunderbar verschrobenen Hippie-Ballade.

Die Musik gibt es im Augenblick nur als Download, unterteilt in zwei Seiten.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 19.10.2010

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