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Big Big Train

Goodbye To The Age Of Steam

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Goodbye To The Age Of Steam
Goodbye To The Age Of Steam, English Electric Recordings, 1994/2011
Ian Cooper Keyboards
Steve Hughes Drums
Andy Poole Bass
Martin Read Vocals
Greg Spawton Guitars, Keyboards
Gäste:
Rob Aubrey, Ken Bundy,Gary Chandler, Sally French, Stuart Nicholson, Martin Orford, Mandy Taylor Backing Vocals
Steve Christey Windchimes
Nick D'Virgilio Drums on Expecting Dragons
David Longdon Flute, Keyboards on Expecting Dragons
Produziert von: Rob Aubry, Andy Poole, Greg Spawton Länge: 73 Min 41 Sek Medium: CD
1. Wind Distorted Pioneers 7. Expecting Snow
2. Head Hit the Pillow8. Blue Silver Red
3. Edge Of The Known World 9. Losing Your Way
4. Landfall10. Far Distant Thing (1993 Recording)
5. Dragon Bone Hill11. Expecting Dragons (New Recording)
6. Blow The House Down12. Losing Your Way (Extended Version)

Während in Deutschland darüber diskutiert wird, ob man die sogenannten Roadtrains (LKW mit zwei Anhängern) nicht doch besser wieder von den Straßen verbannt, kommt aus dem Königreich seitlich des Ärmelkanals ein sehr, sehr großer Zug gerollt, mit dem wahrscheinlich niemand und keiner mehr gerechnet hätte. Ich am wenigsten, kannte ich die Bande bisher nämlich gar nicht.

BIG BIG TRAIN wurden 1990 in Großbritannien gegründet und nahmen mit wechselnden Besetzungen bis 2009 insgesamt sechs CDs auf. Keine Ahnung, wer diese Band hier überhaupt kennt und warum man als Geheimtipp sein Debütalbum als Neuveröffentlichung wieder auf den Markt bringt. Sei's drum, denn der Abschied aus der Dampfmaschinenzeit ist eine sehr gelungene Scheibe, die eigentlich viel mehr Publicity benötigt.

BBT brennen eine Mischung aus britischem Pop à la SPANDAU BALLETT, gepaart mit folkloristischen Tupferln à la MAGNA CARTA und einer großen Prise neoprogressiver Elemente in den Kunststoff, dass es ein Vergnügen ist, sich diese Wiederveröffentlichung anzuhören. Das man musikalische Vorbilder hat (GENESIS, JADIS, MARILLION) und sich vor diesen tief verbeugt mag manchem vielleicht übel aufstoßen. Schließlich sorgt sowas eher für Naserümpfen, weil man keinen eigenständigen Weg wählt. Ich persönlich kann dem einen gewissen Charme abgewinnen. Es ist eben nicht gecovert, sondern vielmehr geschickt mit den eigenen Fähigkeiten und Gedanken zu einem Neuen verwoben. Keine Revolution, aber trotzdem so gut, dass der Scheibe über die Dauer der Zeit nicht der Dampf ausgeht.

Nebenher konnten die Lokomotivführer damals Martin Orford (ex IQ/JADIS) und Gary Chandler (JADIS) für den Background-Gesang gewinnen. Hört man zwar nicht, sorgt aber zumindest für eine gewisse Qualitätsauszeichnung. Mit Nick D'Virgilio hat man seit 2009 den Drummer von SPOCK'S BEARD auf dem Schlagzeughocker sitzen, hier nachzuhören bei einem neuen Song, der dieser Wiederveröffentlichung als Bonus beigemengt wurde, dazu noch ein unveröffentlichtes Stück und die "Maxi-Version" von "Losing Your Way" - fertig ist die Laube. Zur Wiederveröffentlichung wurde dem Papp-Klapp-Cover ein neues Coverbild verpasst, weil das alte nicht mehr auffindbar war, was man glücklicherweise von der Musik nicht behaupten kann. Klasse Idee und Danke an BBT, dass man dieses Werk der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stellt.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 07.06.2011

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