HoR Logo kl CD-Review:

Logo Versus X

Primordial Ocean

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Versus X > Primordial Ocean

Link Homepage & Kaufen:
Offizielle Versus X Homepage
Link Homepage:
Versus X @ MySpace.com
Link Kaufen & Plattenfirma:
Musea Records

Unser Disclaimer
Primordial Ocean
Primordial Ocean, Musea Records, 2008
Arne Schäfer Vocals, Guitars
Ekkehard Nahm Piano, Organ, Synthesizers, Bass Pedals
Uwe Völlmar Drums, Percussion
Thomas Keller Bass
Länge: 73 Min 03 Sek Medium: CD
1. The Pulse Of Earth4. Fingerprints
2. From A Distance5. Into The Vast Unknown
3. Essentially Human

Nach der Veröffentlichung von "The Turbulent Zone" im Jahr 2000 hat sich die hessische Band VERSUS X knapp 8 Jahre Zeit gelassen, um einen Nachfolger zu präsentieren. Gut Ding will Weile haben! Ob es wirklich so lange dauern musste, steht sicherlich auf einem ganz anderen Papier, Fakt ist aber, dass die Formation kaum einen Schritt von ihrem bisher eingeschlagenen Weg abweicht. Das ist komplexer Retro Prog mit starken Anleihen an die ganz großen Genre-Bands der 70er-Jahre. Mit allen Stärken und Schwächen, auch wenn sich letztere in einem kleinen Rahmen halten. Aber angesprochen gehören sie.

Ich nehme mal an, dass gewisse Songstrukturen und musikalische Abläufe keine besonders innovativen Gesangsharmonien zulassen. Erst neulich las ich eine Äußerung, die besagte: Wenn VERSUS X bereits damals existiert hätten, dann würden sie heute sicherlich mit zu den ewigen Genre-Favoriten zählen. Das unterschreibe ich voll und ganz. Dabei kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Frank Bornemann von ELOY heftigste Schelte von Seiten der Kritiker für seinen Gesang, seine Texte und seinen Dialekt einstecken musste. Vergessen wir nicht, dass dies teilweise abseits des guten Geschmacks geschah. Der Gesang von Arne Schäfer klingt, insbesondere in The Pulse Of Earth, 'stolprig' und schleppt sich ein ums andere Mal durch das gebotene Repertoire.
Musikalisch sind es frühe GENESIS, aber vor allen Dingen auch KING CRIMSON, die ich mehr als erahne.

Arne Schäfer und Ekkehard Nahm scheinen die Köpfe der Band zu sein. Das Line-up ist nicht ganz beständig. Eigentlich nicht ungewöhnlich, wenn eine Formation sich innerhalb von 8 Jahren auf einer Position verändert. Bassist Jörg Fischer ist nicht mehr mit von der Partie, stattdessen fungiert Thomas Keller an den dicken Saiten. Nun weiß ich nicht, wie es sich mit dem Schlagwerker verhält. Auf "Primordial Ocean" hören wir Uwe Völlmar an den Drums, nach dem zwischenzeitlich ein gewisser Thomas Reiner die Felle bedient hatte. Da müssen wir nachfragen.
VERSUS X präsentieren uns, wie gewohnt, fast ausschließlich echte Longtracks. Mit Ausnahme einer kurzen Piano-Einlage (From A Distance) haben wir es mit Songs jenseits der 15 Minuten Spiellänge zu tun. Dabei entfaltet sich Into The Vast Unknown sogar auf über 23 Minuten, was klar macht, dass man mit ein bis zwei Durchläufen nicht richtig zu Potte kommen wird. Genau darin liegt der Reiz. "Primordial Ocean" verlangt volle Aufmerksamkeit. Die Wechselspiele von Gitarre und Tasten sind famos, ideenreich, geschmackvoll inszeniert und der Prog-Fan wird für lange Zeit immer wieder Neues entdecken können. Kein Album von der Stange!
Soundtechnisch klingt nichts zu modern, sondern die Aufnahmen passen sich zeitgemäß an. Äußerst differenziert kommt jeder Musiker zu seinem Recht und kann beweisen, dass er spieltechnisch gut drauf ist. Da sind wir bei der nächsten Stärke der Band. Nichts wirkt aufgesetzt und bloß aneinander gereiht. Die umfangreichen Kompositionen sind durchdacht und intelligent.

Die Hessen ziehen ihr Ding durch, sie huldigen einer großen Musik und verstehen es, ihren eigenen Charme einzubringen. Wer eine Herausforderung sucht, besorgt sich dieses Album. Keine Angst vor irgendwelchen nervtötenden Frickelorgien, ganz im Gegenteil, alles dezent, alles zurückhaltend, und doch irgendwie voluminös und vor allen Dingen komplex. Für Prog-Fans eine klare Kaufempfehlung und ein echtes Highlight!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 28.03.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Versus X > Primordial Ocean

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum