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Unifaun

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Unifaun
Unifaun, Progress Records, 2008
Nad Sylvan Vocals, Guitars, Bass, Drums, Keyboards, Percussions
Bonamici Keyboards, Vintage Sounds
Gast:
Rolf Holmström Drums (Maudlin Matter, …Marmaduke…)
Länge: 75 Min 55 Sek Medium: CD
1. Birth Of A Biggie7. A Way Out
2. To The Green Faerie8. Finistère
3. Mr. Marmaduke And The Minsister9. Welcome To The Farm
4. Swingers Party10. Maudlin Matter
5. Rehacksis11. Bon Apart
6. Quest Fo The Last Virtue12. End-Or-Fin

Gibt es noch irgendetwas über die Band GENESIS zu lesen, was noch nicht geschrieben wurde? Wahrscheinlich nicht. Die Journalistenzunft dürfte so ziemlich alles aus den Herren Collins, Rutherford, Banks, Gabriel, Hackett, Wilson, Stuermer etc. heraus gekitzelt haben. Aber vielleicht gibt es Songs, die GENESIS nicht mehr geschrieben haben, die aber nun präsentiert werden? Jedenfalls ist dies das Motto, unter welchem die zwei GENESIS-Freaks, die sich in einem Forum kennen gelernt haben und sich UNIFAUN nennen, zu Werke gehen. Nad Sylvan und Bonamici, letzterer ist angeblich für die sog. Vintage-Sounds verantwortlich, scheinen tatsächlich die Musik der großen Heroen verinnerlicht zu haben.
Ihnen ist klar, dass bei der Darbietung dieses Albums solch boshafte Äußerungen wir Klon oder ähnliches geäußert werden könnten. Deswegen machen sie auch gar keinen Hehl daraus, wonach einzig und allein ihre Musik klingen soll.

Unifaun Das Ganze hat seinen Ursprung in Schweden, genauer gesagt in Stockholm. Der Bandname UNIFAUN könnte tatsächlich aus einem der Werke von GENESIS stammen. Auf "Sellling England By The Pound" heißt es "...Unifaun to his true-love's eyes". Das wäre eine einleuchtende Erklärung, die im unmittelbaren Zusammenhang mit den Vorbildern steht. Zurück zur Musik: Bisher waren es THE WATCH aus Italien, die am nächsten dran waren, doch zollte man denen bis dato auch Respekt für die eigenen Attribute, die sie in ihre Kompositionen einbauten. Und vielleicht sind THE WATCH auch nicht ganz so markant wie UNIFAUN, was bisweilen u. a. auch am Gesang liegen könnte, denn Nad Sylvan trifft sich irgendwo in der Mitte zwischen Peter Gabriel und Phil Collins. Frühe MARILLION-Alben lassen den Vergleich ebenfalls zu, denn nicht umsonst fuhren die Neo-Prog-Götter in den 80er-Jahren den Ruf ein, den Originalen des Progressive Rock ganz nahe zu sein.
Und dann wollen UNIFAUN wie die Musik von GENESIS insbesondere aus den Jahren 1972 bis 1980 klingen. Das schaffen sie auch weitestgehend. Alben wie "Wind And Wuthering", "The Lamb Lies Down On Broadway", "A Trick Of The Tail" und auch "And Then There Were Three" standen oft genug Pate. Einzig an "Foxtrot" trauen sich die beiden aktuellen Musicians nicht wirklich ran.

Es sind Mellotrons und herausragende Orgeln wie in Birth Of A Biggie, die es ganz einfach ausmachen, wobei eine Nummer wie Welcome To The Farm einen Sprung in die Mitte der 80er Jahre zu Zeiten von "Invisible Touch" macht. Das ist dann auch das einzige Stück Pop-Musik auf diesem Silberling, der Rest ist fast durchgehend retro. Dass die Gitarren in einem Stück wie Maudlin Matter vor allen Dingen zu Beginn einen herausragenden Eindruck à la Hackett machen, ist im so erfreulicher, wobei wir jedoch eine ganz, ganz kleine Schwachstelle ansprechen müssen. Grundsätzlich ist das Duo UNIFAUN nämlich über jeden Zweifel erhaben, sozusagen eine echte Alternative, jedoch schrauben sie an vielen Stellen die Erwartungen so hoch, dass sie sich selbst kaum noch gerecht werden. Denn zuletzt sind es noch immer eigene UNIFAUN-Kompositionen, die im Vergleich zu GENESIS dann eben doch nicht ganz so umfangreich und verworren sind. Deswegen dürfte für den Moment die Haltbarkeit der einzelnen Tracks noch etwas leiden, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich ehrlich gesagt noch keine Band gehört habe, die besser und wirklich so nahe am Original ist und so klingt, wie es sich so mancher verkappter oder ewig jung gebliebener GENESIS-Jünger wünschen würde.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 27.07.2008

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