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| Babelfish, Tribal Stomp, 2007 |
| Stefan Schmitz |
Guitar, Vocals |
| Manu Da Silva |
Guitar |
| Katrin Schmitz |
Bass, Vocals |
| Sébastien Carpentier |
Drums |
| Gast: |
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| Eddy Hennetier |
Keyboards (One Four Five & TV) |
| Produziert von: The Electric Church |
Länge: 48 Min 20 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Where I Go | 7. My Space |
| 2. Ragooze | 8. TV |
| 3. Four Rules | 9. Babelfish |
| 4. Adios Muchacho | 10. Downswing |
| 5. One Four Five | 11. Build A Shelter |
| 6. Daughter | |
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Da stellt eine Band ihr Licht unter den Scheffel. Steht auf der Homepage doch nur schnödes "Southern Blues Jam" unter dem Bandnamen, dabei ist die wunderbar international besetzte Kapelle schon einen ganzen Schritt weiter. Aber der Reihe nach.
THE ELECTRIC CHURCH gibt es seit 2003, wurden von den in Frankreich lebenden Deutschen Katrin und Stefan Schmitz mit dem Franzosen Sébastien Carpentier und dem Portugiesen Manu Da Silva gegründet und haben mit "Babelfish" ihre zweite CD aufgenommen. Die Welt wird dieser Babelfish nicht revolutionieren, das haben aber der von Douglas Adams und die gleichnamige Übersetzungssoftware auch nicht geschafft, so viel Spaß wie die beiden machen unsere elektrischen Kirchenbrüder aber allemal. Und überhaupt, Electric Church. wenn die beiden Gitarristen nicht einen gesteigerten Hang zum ollen Hendrix haben, hat der werte Kritiker seine Ohren falsch geputzt.
Soweit verstanden?
Herr und Frau Schmitz teilen sich den Gesang, was der Platte natürlich automatisch Abwechslungsreichtum bringt. Wo Herr S. recht bärtig brummelt und shoutet, gestattet sich Madame S. ein paar Extravaganzen. So ist Downswing ein herrlich smoother Swing-Jazz und Adios Muchacho ein todsicherer Hit für Frau Harry. Die beste BLONDIE-Nummer seit der LP "Parallel Lines" - und die ist von 1978. Sogar die leicht schrägen Einsätze hat Katrin drauf. Wunderbar.
Aber natürlich gibt es auch den versprochenen "Southern Blues Jam", die Leute lügen ja nicht. Wenn man Vergleiche sucht, wird man von A bis Z mindestens im Dutzend fündig, wollen wir deshalb stellvertretend zwei zeitgenössische Bands heranziehen: GOV'T MULE und W.I.N.D.. Erstere wegen der ebenfalls beträchtlichen Bandbreite, und unsere Freunde aus Italien wegen der ganz offensichtlich gemeinsamen Liebe zu schweren Bluesrocktönen jenseits der grottenlangweiligen Instantsuppe eines Gary Moore (auch wenn Henrik Freischlader anderer Meinung ist). THE ELECTRIC CHURCH sind ein sicherer Tipp für Fans dieser beiden Bands, und da wir wissen, dass es viele solche gibt, sollte "Babelfish" ganz gut laufen. Man hört übrigens munkeln, dass noch Bands für das nächste Burg Herzberg Festival gesucht werden.
Für Freunde gepflegter Twin-Gitarren bieten THE ELECTRIC CHURCH auch ein paar Schmankerl. Direkt beim Einstieg Where I Go (klasse verschobener Rhythmus übrigens) wird man fein bedient - und an die deutsche Vorzeigeband des Genres erinnert. Fängt mit L an und hört mit ARD auf, läuft aber nie im Fernsehen. Es geht zweistimmig weiter, wird aber leicht reggaeartig und gibt Katrin Schmitz eine feine Plattform für ihre angenehme Stimme. Außerdem muss man es erst mal beherrschen, in eine solche Nummer ein astreines SKYNYRD-Flitzefingersolo einzubauen. Womit wir schon wieder bei den Vergleichen wären. Mist.
Die Band lebt zwar in Nordgallien, genau in Cambrai, aber die Lässigkeit Frankreichs kennt man auch in dieser nördlichen Provinz. In den bluesigen Jams meint man die Lebensart und Leichtigkeit unserer Lieblingsnachbarn greifen zu können. Da ist nichts von blau tönender Muffigkeit zu spüren, keine abgenudelte Klischeereiterei, alles sehr wohltuend und freundlich, auch wenn ein Song wie One Four Five natürlich nicht gerade vor Innovationsfreude platzt. Dafür gibt es eine dezente Hammond (?), was den Spaß sofort wieder steigert. Wem es trotzdem zu langsam wurde, wird direkt im Anschluss mit ein paar "beinahe geradeaus Rockern" entschädigt.
Eine richtig gute CD haben die vier Leutchen gemacht und sich in diesem grundsätzlich völlig abgegrasten und von Platzhirschen besetzten Metier mit ihrer flotten Mischung auf Anhieb nach ziemlich weit oben gespielt. Nächster Schritt: Auftreten, auftreten, auftreten.
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