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Cross Your Heart

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Cross Your Heart
Cross Your Heart, Tailgator Music, 2008
Paul Gurney Lead Vocals, Guitars, Mandolin
Ron Stevens Hammond Organ, Wurlitzer, Keyboards, Backing Vocals
Stuart McIntyre Bass, Backing Vocals
Rex McLeod Drums, Percussion
Gäste:
Andrew McGregor & Midge Marsden Harmonica
Debbie Kerr Backing Vocals
Länge: 63 Min 33 Sek Medium: CD
1. '59 Cadillac8. Sat On A Mountain
2. The Spirit9. Crazy World
3. Greedy Men10. Love Lost Time
4. Invisible11. Summer Wine
5. Offline12. When You Dance
6. Lonely Star13. Goodbye
7. Rollercoaster

Sie heißen Paul, Rex, Stuart und Ron, nennen sich THE DeSOTOS, spielen Cowboy und machen sich auf, die Welt mit handgemachtem Country Rock zu erobern. Das Dumme ist nur: Weit werden sie mit "Cross Your Heart" leider nicht kommen.

Wobei die Fundamente eigentlich ganz solide gegossen sind. Die Scheibe verfügt über viele Ingredienzien, die eine anständige Veröffentlichung dieses Genres ausmachen. Die Slide-Guitar jault, die Mandoline spult ihre Melodie mit der Leichtigkeit einer Gazelle ab und einige Male sorgt die Harmonica für das reine, unverfälschte Mittelwest-Feeling. Man höre beispielsweise das klasse Solo am Schluss des Sat On A Mountain-Blues.
Andere Zutaten von "Cross Your Heart" planieren die eben erwähnten hoffnungsvollen Anlagen so brutal in den Prärieboden wie dies sonst nur eine Horde Büffel auf Ecstasy vollbringen können.
Da hätten wir nämlich zunächst Paul Gurneys eigenwillige Vorstellungen von Lead Vocals. Gewiss, er macht seinen Job nicht wirklich schlecht. Allerdings fehlt es ihm hörbar an ausreichend Volumen in den Bronchien, um die Songs zu echten Perlen werden zu lassen (was zugegebenermaßen auch mit dem Timbre eines Paul Jefferson - genau, der von HILLJACK - bei dem mittelmäßigen Songwriting verdammt schwer werden würde). Paul singt seine Parts ziemlich verhalten und ohne wirklichen Charakter in der Stimme durch die Produktion. Zu seiner Ehrenrettung: dort draußen wird noch sehr viel Mieseres in den Markt geworfen.
Dem Songwriting fehlt es über weite Strecken an Konsequenz und Treffsicherheit. Um ehrlich zu sein, hätte man mit den 13 Stücken beim Wettschießen zum 04. Juli in Dodge City nicht den Hauch einer Chance. Immer wenn man meint, nun geht es endlich los, ist es auch schon wieder vorbei. Anders ausgedrückt: Freut man sich auf den gerade beginnenden Song, wünscht man sich bald, er wäre schon vorbei. Trotzdem muss zugegeben werden, dass dort draußen noch weitaus Schlimmeres um Käufer buhlt.
Bleibt noch Rex McLeod. Er ist für Drums und Percussion zuständig. Bereits beim zweiten Umlauf der CD wird klar: Irgendwo ist er ein passabler Handwerker. Mit seiner Leistung auf "Cross Your Heart" wirft er das Schlagzeugspiel allerdings so weit zurück, wie es beispielsweise ein Simon Phillips nach vorn gebracht hat. Sicherlich werden einige Kollegen seinen Anschlag mit "songdienlich" oder ähnlich nichtsagendem Mist beschreiben, aber festzuhalten bleibt: Rex agiert ohne Ideen, Finesse oder Inspiration. Er hilft den Songs nicht, er behindert sie mit seinem hüftsteifen Rumgetrommel. Wo bleiben vernünftige Akzentuierungen, wo bleibt das Vorantreibende? Zur Hölle, wir sind doch nicht bei lähmendem Smooth-Jazz.

Lichtblicke auf der Scheibe sind ganz klar die Songs Invisible und Lonely Star. Bei ihnen ist zu hören, was The DeSotos eigentlich vorhaben. Sie wollen Country-rocken, flockig, Spaß bereitend und ehrlich. In Ansätzen gelingt ihnen das auch mit Rollercoaster. Allerdings zermürbt das mehr als dämliche Eingangsthema, überflüssigerweise wird es im Song noch ein paar Mal wiederholt, die Bemühungen fast gänzlich. Schade. Wer aber partout noch eine weitere durchschnittliche, nicht mehr als nette Country-Rock-Scheibe sein Eigen nennen will, kann zugreifen. Er wird nicht enttäuscht werden.
Der letzte Song heißt sinnigerweise "Goodbye". "And never come back again" zu ergänzen, wäre dann doch zu hart. Wenn The DeSotos nochmals in sich gehen, könnte der nächste Versuch wirklich was werden. Wir sind gespannt.

Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 14.12.2009

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