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| Leaving Backstage, ProgRock Records, 2008 |
| Marco Glühmann |
Vocals |
| Matthias Harder |
Drums |
| Jan Petersen |
Guitars |
| Volker Söhl |
Keyboards |
| Sebastian Harnack |
Bass |
| Gäste: |
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| Guido Bungenstock |
Guitars |
| Stefanie Richter |
Cello |
| Stephanie Hundertmark, Miriam Schell, Petra Schechter |
Backing Vocals |
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Länge: 149 Min 11 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Eternity Ends | 9. A Sad Sympathy |
| 2. Bequest Of Tears | 10. Questions |
| 3. In Chains | 11. Answer To Life |
| 4. Bitter Symphony | 12. Message From The Past |
| 5. Pane Of Truth | 13. The Last Embrace |
| 6. No Earthly Reason | 14. A Kind Of Eden |
| 7. Forgotton Virtue | 15. Posthumous Silence |
| 8. The Colors Changed | |
| CD 2: | |
| 1. Lost | 6. This World Is Not For Me |
| 2. That's Why It Hurts | 7. Deep Inside |
| 3. So Easy | 8. When The Leaves Fall Down |
| 4. Encounters | 9. Artificial Paradise |
| 5. One Step Beyond | |
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Die Hamburger Band SYLVAN hat die 10 voll. 1998 unter diesem Decknamen gegründet, 1999 mit ihrem Debüt "Deliverance" erfolgreich gestartet, legen sie nun ihre erste Live-Scheibe vor. Und was für eine! Es ist ein Doppelpack geworden, die Aufzeichnung einer Show vom 01.09.2007 aus dem Kampnagel-Theater in Hamburg.
Einmal mehr legt uns die Formation dar, dass sie eine astreine Live-Band ist, die mit viel Herz, Gefühl, Enthusiasmus, Können und großem Elan zur Sache geht. Die bisherigen Alben der Band waren an sich alle gut bis sehr gut, doch im weiten Umfeld machte die Veröffentlichung von "Posthumous Silence" aus 2006 besonders von sich reden. Dabei handelt es sich vielleicht um eines der besten progressiven modernen Konzeptwerke, die bisher aus Deutschland auf den Markt kamen. SYLVAN schrieben damals so viel brauchbares Material, dass sie ein Jahr später auf der Folgescheibe "Presets" noch davon zehren konnten. Eigenartigerweise sprach ein großer Teil der Szene diesem Rundling die Progressivität ab, obwohl es durchaus so war, dass beinahe Teile von "Presets" eben auch auf "Posthumous Silence" ihren Weg gefunden hätten.
Sei es drum, CD 1 der neuen Live-Scheibe offeriert uns noch mal die gesamte Story vom verbitterten Vater, der erst nach dem Tod seiner Tochter beim Lesen ihres Tagebuches das schwierige Leben, die Sorgen und die Nöte seines Kindes versteht. SYLVAN vollziehen im Rahmen ihrer Show genau die traurigen und melancholischen Klänge, wie wir sie aus dem Studio kennen, steigern sich gemeinsam in den Bombast, gehen einfühlsam zu Werke, um anschließend den Emotionen freien Lauf zu lassen. Sie beherrschen ihr Programm. "Posthumous Silence" wurde seit seiner Veröffentlichung oft aufgeführt, entweder als Ganzes oder nur in Teilen, wie beispielsweise bei den Night Of The Prog-Festivals 2006 (hier wurden sie übrigens kurzfristig als Ersatz für die damals bereits angekündigten RPWL gebucht) und 2007 am Loreley-Felsen.
Erfreulich ist, dass mit Jan Petersen ein geeigneter Ersatz für den ausgestiegenen Kai Söhl an der Gitarre gefunden wurde. Gastmusiker Guido Bungenstock spielte im letzten Sommer noch die Gitarre alleine bei SYLVAN. Da ist also eine Frage offen, die geklärt werden sollte: Wer ist denn nun dauerhaft der Stammgitarrist von SYLVAN? Darüber hinaus ist der Einsatz von einer gewissen Stefanie Richter am Cello Gold wert, die zusätzlich für Atmosphäre sorgt. Um alle geforderten Chorgesänge zu gewährleisten hören wir 3 Backgroundsängerinnen, die sich ebenso geschmackvoll und passend integrieren. Letztlich wird der Kenner von "Posthumous Silence" zugreifen, wirklich neu ist nichts, aber es ist ein bekennendes Live-Zeugnis eines großartigen Albums.
Genauso interessant für den Fan, aber auch für den Neueinsteiger, dürfte dann CD 2 sein, die im Verbund mit Numero 1 schließlich dafür sorgt, dass der Doppeldecker fast schon zum Muss wird. Von der aktuellen "Presets" gibt es One Step Beyond und When The Leaves Fall Down auf die Ohren. Sie passen ins Gesamtkonzept, wobei der eingefleischte SYLVAN-Fanatiker auf Artificial Paradise gewartet hat. Das sind knapp 19 Minuten, die über die Jahre zum Klassiker von SYLVAN geworden sind. Aber auch Deep Inside oder So Easy vom 2004er "X-Rayed" gehen noch immer unter die Haut.
SYLVAN sind eine Band, die inzwischen jeden Fan melodischer und gefühlvoller, aber auch anspruchsvoller Musik begeistern. Hier geht es vornehmlich nicht darum, mit verschachtelten und somit suggerierten Ansprüchen und Befähigungen besonders auf sich aufmerksam zu machen, sondern die Hamburger leben und fühlen ihre eigene Musik und geben diese an ihre geneigten Hörer weiter. Das ist sehr, sehr ansprechend.
An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass zeitgleich eine DVD "Posthumous Silence - The Show" vom selbigen Konzert erscheint, leider lediglich mit der Posthumous Silence-Show im Mittelpunkt. Das ist allerdings ein negativer Aspekt, den wir bei der Besprechung vom visuellen Produkt anführen werden. Das Doppel-Live-Album ist über jeden Zweifel erhaben und es besteht Kaufzwang!
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