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Switchfoot

Hello Hurricane

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Hello Hurricane
Hello Hurricane, Atlantic Records, 2010
Chad Butler Chad Butler
Jerome Fontamillas Guitar, Keyboard
Jon Foreman Vocals, Guitar
Tim Foreman Bass
Andrew Shirley Guitar
Gäste:
Rob Machado Backing Vocals
Keith Tutt II Cello
Produziert von: Mike Elizondo Länge: 49 Min 01 Sek Medium: CD
1. Needle And Haystack Life 7. Hello Hurricane
2. Mess Of Me8. Always
3. Your Love Is A Song9. Bullet Soul
4. The Sound (John M. Perkins' Blues)10. Yet
5. Enough To Let Me Go11. Sing It Out
6. Free12. Red Eyes

"Sehr geehrter Bono Vox! Sollten Sie jemals diese Zeilen lesen, dann bitte ich Sie innigst, sich die von mir hier besprochen Scheibe schnellstens anzuschaffen und davon zu lernen. Dann freue ich mich auch auf die nächste U2-Scheibe. Mit freundlichen Grüßen, Friedemann Schmidt" - Bevor jetzt alle denken, ich wäre total durchgedreht, starte ich lieber mal mit der Review. Warum diese Zeilen am Anfang? Wer sich Hello Hurricane nach dem Lesen dieser Zeilen kauft und anhört, wird sich wünschen, dass die großen irischen Rocker (?) doch mal wieder so ein Album aufnehmen würden. Was bei U2 scheinbar seit längerem nicht mehr funktioniert, schaffen SWITCHFOOT mit ihrem siebten Dreher: packende und rockende dabei aber keineswegs oberflächliche und flache Songs zu schreiben und zwar über die Länge einer kompletten CD und nicht nur ein oder drei gute Songs auf einer kompletten Scheibe. Ich weiß zwar nicht, ob Jon Foreman und seine Jungs die Iren als ihre Vorbilder bezeichnen, aber ihnen ist das perfekte U2-Album gelungen. Musikalisch graben sie sich durch treibenden Rock, unterlegt mit Samplesounds, dazu treibende Gitarren und diese sehnsüchtige Stimme von Jon Foreman - dazu Lyrics, die zum Nachdenken und Umsetzen animieren. Ich bin begeistert. Nun ist SWITCHFOOT in Deutschland keine großer Name und im Home Of Rock noch nie erschienen, in den Staaten hingegen füllen sie die großen Hallen, räumen Platin und Gold für ihre Scheiben ab und durften auch schon zum Spiderman-Film einen musikalischen Beitrag beisteuern. Also, de facto kein unbeschriebenes Blatt.

Nun also Hello Hurricane, das siebte Studiowerk der Jungs aus San Diego (CA). Und diese Scheibe hat es wirklich in sich. Musikalisch habe ich mich schon ausgelassen. Textlich geht es in den 49 Minuten darum, sich den Stürmen seines Lebens zu stellen und nicht davon unterkriegen zu lassen. Jon Foreman der an der Ostküste der Staaten aufwuchs, weiß wovon er spricht, wenn er über Hurrikane singt. Sowohl in physischer als auch in psychischer Form hat er davon genügende in seinem Leben erlebt. Und daraus hat er die Grundaussage dieses Albums gezogen: "Die Stürme des Lebens mögen mir alles nehmen: mein Haus, die Menschen, die mir wichtig sind oder sogar mein Leben. Aber meine Liebe werden sie niemals zum Verstummen bringen." Somit ist dieser Dreher mehr als nur eine "nette" Scheibe. Sie fordert heraus über sich und seine grundlegende Einstellung zum Leben nachzudenken und daran etwas zu ändern. Im Gegensatz zu unser aller musikalischen Moralzeigefinger Bono setzt das Quintett aber nicht auf das plakative, sondern vielmehr auf die leisen Zwischentöne. Das Album fordert heraus zum Auge des Sturms im Leben vorzudringen und das Übel an der Wurzel zu packen. Als Mr. Foreman im letzten Jahr mit einigen Freunden einen Spontangig in dem kleinen "The Hotel Cafe"-Club in LA spielte, stand u. a. auch Tom Morello mit auf der Bühne. Der Gitarrist von AUDIOSLAVE und RAGE AGAINST THE MACHINE sagte während einer Pause: "Manchmal ist es mit der Musik wie mit einer Wurst. Man möchte sie einfach genießen, ohne darüber nachzudenken, was in ihr steckt." Das kann man mit dieser Scheibe auch machen: einfach nur genießen. Wer sich aber auf die ganzen Zutaten dieses Rundlings einlässt, wird viel mehr entdecken. Eins habe ich beim ersten Hören schon entdeckt: bei aller Wehmut, bei allem Schmerz der in den Songs steckt, klingt die Scheibe sehr hoffnungsvoll.

Wer neugierig geworden ist darf sich auf das Jahr 2010 freuen. Zum einen kommen SWITCHFOOT für drei Konzerte nach Deutschland und zum andern soll zum Jahresende der nächste Output die CD-Regale erobern. Lasst Euch begeistern und mitreißen und lieber Bono: tu uns und Euch den Gefallen und hört Euch die Scheibe an, bevor ihr das nächste Mal ins Studio geht. Vielleicht wird's dann mal wieder was mit einer durchgehend guten CD!

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 09.05.2010

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