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Steve Postell

Time Still Knocking

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All Music Guide (englisch)

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Time Still Knocking
Time Still Knocking, immergent, 2007/2008
Steve Postell, David Crosby, Jennifer Warnes, John Oates, Paul Barrere, Kip Winger, Gia Ciambotti, Jana Anderson, Michelle Wolf, Dan Navarro, Ellis Haul, Dana Pomfret, Jeff Pevar, Robbie Wykoff, Suzanne Paris, Suzan Postel, T Bone Wolk, David Tedds Vocals
Steve Postell, Jeff Pevar, Robben Ford, Eric Johnson, Buzzy Feiten, Paul Barrere, Waddy Wachtel, Mark Shulman, Michael Chapdelaine, Freebo Guitars
Benmont Tench, Peter Adams, Peter Wolf, James Raymond, Buzzy Feiten Keyboards
T Bone Wolk Accordian
Steve Ferrone, Debra Dobkin, Stevie DiStanislao Drums, Percussion
Leland Sklar, Alphonso Johnson, Kip Winger, Freebo, T Bone Wolk, Buzzy Feiten, Mark Gorman Bass
The Tosca String Quartet (Ames Asbell, Sara Nelson, Tracey Seeger, Leigh Mahoney), Joel Derouin, Sid Page, Larry Corbett, Matt Funes Strings
Dave Koz, Lee Thornburg, Dave Woodford Horns
Stephan Barber, Michael Chapdelaine String Arrangements
Lee Thornburg Horn Arrangements
Produziert von: Steve Postell, Buzzy Feiten, Peter Wolf Länge: 59 Min 18 Sek Medium: CD
1. Coming Through8. You're Still There
2. Background Noise9. The Tide Will Rise
3. Catch The Wind10. Long Way Home
4. Change In The Circle11. Missing You
5. Straight For The Moon12. Never Been To Memphis
6. Believe In You13. Time Still Knocking
7. Living In The Mystery

Steve Postell? Okay, Wikipedia kennt ihn auch nicht, da bin ich ja in guter Gesellschaft ;-). Trotzdem ist er mir als aufmerksamer Home-of-Rock-Leser natürlich schon aufgefallen (siehe die CD-Review seiner Band LITTLE BLUE). Und als ich die Liste der Musiker seiner neuen CD las, war mir klar, dass ich dieses Album einfach rezensieren muss!

Steve Postell Gesagt getan, wer sich auf seiner Homepage umschaut, der sieht, dass der Junge schwer aktiv ist und mit-weiss-nicht-wem ständig irgendwelche Gigs in den Staaten absolviert - in letzter Zeit vermehrt als Gitarrist und musikalischer Direktor von Jennifer Warnes. Seit er wieder an die Westküste gezogen ist, geben sich bei ihm die Musikerkollegen fast die Klinke in die Hand. Ich verzichte hier auf weitere Namensnennung und verweise einfach mal auf die Musikerliste seines neuen Albums.
Wer solche hochkarätigen Kollegen um sich schart, der setzt die Erwartungen an das Album entsprechend hoch. Doch Steve Postell ist schon so lange im Geschäft, dass er weiß, worauf er sich eingelassen hat. Die Big Names sind keine Effekthascherei, sondern zeigen, dass Mr. Postell nicht nur gute Songs schreiben kann und ein begnadeter Musiker ist - man hat fast den Eindruck, die Gastspiele der Musikerkollegen waren so was wie Freundschaftsdienste für die vielen Live-Gigs, die Steve bereits mit ihnen absolviert hat.

Wie klingt denn nun solch ein All-Star-Album, das sich doch eigentlich als Solo-Album präsentieren möchte? Nun, die ersten Töne von Track 1, Coming Through, lassen zunächst auf ein bisschen Country-Blues schließen, bis sich nach dem Intro die Band kräftig L.A.-mäßig ins Zeug schmeißt. Und diese Spannung hält Steve spielend von Track zu Track. Nimmt einen Schuss CSN&Y in die Backings, legt Jackson-Browne-alike-Hooklines in die Gitarren, tänzelt mit leichtfüßigem Country-Rock daher wie Bruce Cockburn, zwischendrin legt noch die Bläser-Section ein kleines Feuerwerk hin - Westcoast-Style wie wir ihn lieben! Bei den Songs hat er sich noch a little help from friends wie John Oates, Buzz Feiten u. a. geholt - auch keine schlechte Wahl.

Nach 10 hörenswerten Songs könnte er sich eigentlich mit dem ohrenschmeichelnden Long Way Home verabschieden, und keiner wäre ihm böse gewesen, doch gegen Ende der CD frönt er noch dem ursprünglichen Country (Missing You), Southern Rock (Never Been To Memphis) und zieht mit der - teils gesprochenen - Ballade Time Still Knocking ein kleines Resümee seines Lebens: Er erzählt vom fahrenden Musiker, der sich mit Hank-Williams-Songs und Coffee-Shop-Gigs über Wasser hielt und sich in einem Hinterhofatelier mit einer spirituell-beseelten Malerin traf, die seine Unschuld auf Leinwand bannte. Über allem hört er wie die Zeit beständig an seine Tür pocht... Ein großartiger Ausklang eines reifen Songwriter-Albums, dessen Songs sich erstmal in die Gehörgänge einnisten und ihr Geheimnis oft erst nach dem dritten Hören preisgeben.

Volker Gruch, (Artikelliste), 01.05.2009

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