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Royal Republic

We Are The Royal

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We Are The Royal
We Are The Royal, Roadrunner Records / On Fire Records, 2010
Johan Almén Bass
Per Andreasson Drums
Adam Grahn Vocals
Hannes Irengård Guitar
Produziert von: Anders Hallbäck Länge: 35 Min 09 Sek Medium: CD
1. The Royal8. Tommy-Gun
2. President's Daughter9. I Must Be Out Of My Mind
3. Walking Down The Line10. Underwear
4. All Because Of You11. 21st Century Gentlemen
5. Good To Be Bad12. The End
6. Full Steam Spacemachine13. OIOIOI
7. Cry Baby Cry

Anläßlich der EP Veröffentlichung der 2007 gegründeten Band aus Schweden vor einem halben Jahr schrieb ich das, was unten nochmal für den geneigten Leser angefügt ist - und damit wärsch auch schon fertsch.
Denn: meine Hoffnung hat sich - natürlich - insofern nicht erfüllt, als dass die natürlich - die Band, meine ich - jetzt nicht mir zuliebe das ändern, was sie ausmacht - diesen nervösen, new-wavigen Ska-Punk. Würde ich an ihrer Stelle auch nicht, denn das ist immer noch genauso gut als ganze CD wie es das als EP war - es ist halt nur mehr vom selben, wenn man so will. Die unten genannten Bands schimmern nach wie vor durch, und die Produktion ist nach wie vor als sehr elegant, wundervoll ausbalanciert und druckvoll zu bezeichnen; und übermittelt das, was die Königlichen natürlich auch beabsichtigen, auf perfekte Weise.
Zu Zeiten meiner Mutter hätte man das wohl 'schmissig' genannt und die Beine dazu in einer Tanzdiele geschwenkt - und genau das ist es.

Einige Riffs und Gitarrenlinien sind aus den 70ern, einige Lyrics auch, von wegen:

"Dress up for love,
I'm coming from above,
I keep my motor clean;
Le Car below,
all systems go,
full steam space machine
I keep my motor clean!"

Bandleader Adam Grahns Statements zu einigen Songs:
We Are The Royal: „Dieser Song entstand irgendwann Mitte der Songwritingsessions. Per (Drummer) und ich saßen damals einen guten Monat lang in meinem kleinen, abgefuckten Studio-Appartement und zermaterten uns die Hirne über tolle Titel. Wir waren beide total durch und wollten zur Abwechslung mal einen echten Spaß-Song schreiben. Irgendwie kam uns der Slogan `We are the royal` in den Sinn und wir fanden ihn sehr cool. So cool sogar, dass wir gleich die ganze Platte danach benannten...“

„Natürlich nehmen wir uns nicht allzu ernst. Gerade bei Stücken wie Underwear oder Good To Be Bad bleibt sehr zu hoffen, dass die Leute unseren Sinn für Ironie verstehen und nicht denken, wir wären diese superharten Rampensäue. Wir sind (noch) keine Rockstars, aber benutzen gern augenzwinkernd diese typischen Rockstar-Klischees. Und wir lieben es, Musik zu machen.“

Und zuletzt zu President's Daughter: „Der Text beruht auf einer (halb) wahren Begebenheit: Ich war schon immer ein armer Musiker, der mit seiner Gitarre einsam von Haus zu Haus zog. Eines Tages versuchte ich, die Tochter des reichsten Mannes in unserer Stadt zu daten. Ich schlich mich also durch den Garten unter ihr Fenster und warf kleine Steinchen. Leider bemerkte mich ihr Vater vor ihr, verjagte mich mit Pauken und Trompeten. Dieser Song ist heute meine kleine Rache - ich hoffe, sie bereuen es zutiefst. Doch jetzt ist es zu spät!“

Sinnenfroh, simpel, schnittig und doch sinnig - so sind sie, die Jungs mit der Popper Frisur und den Ray-Ban Brillen. Coole Bande, gute Tanzmusik.

EP Review:
Die EP der Neulinge aus Schweden - und aus Schweden erwartet man normalerweise Blues oder Heavy Metal - beginnt mit We Are The Royal folglich unerwarteterweise wie im early 80er Elektropop, eine Stimme so nervös wie ROXYs Bryan Ferry in seiner besten Zeit oder David Byrne von den TALKING HEADS, verzerrt produziert - ach je. Aber dann setzen endlich die Gitarren ein und die Riffs erlösen den hungrig wartenden Rock Fan. Und so schwingt es zwischen Stakkato Pop und Hard Rock hin und her und ist - plopp - zu Ende. President's Daughter erinnert an Joe Jacksons beste Zeit, und spielt mit denselben Spielmitteln des Punk/Pop und Rock wie der erste Track. Das hat Methode - die Methode! Und ist eminent hörbar und tanzbar.
Walking Down the Line ist dann vollends im Ska gelandet, MADNESS lassen grüßen, oder - noch besser - meine Freunde von FINAL DESTINATION. Angesichts des Skas dort merkte ich schon an, dass das nicht so mein Ding sei - ich muss mich getäuscht haben, denn auch hier funzt das gut und macht wirklich Laune, zumal ohne jeden Respekt oder mit hohem Anspruch an die Kunst zu Werke gegangen wird - gut so.
Die Musik hat genug Haken, an denen man hören bleibt.
21st Century Gentlemen schlägt in dieselbe Kerbe wie Walking, und der letzte Track The Royal ist so kurz, dass der Punk schon vorbei ist, bevor man sich eine Meinung bilden kann.

Habe ich natürlich trotzdem, eine solche, und denke, dass die schon durchgeschienen ist. Aus den Jungs wird was, denn die wissen ganz genau, was sie tun, und tun das gut, die Königlichen. Produziert wurde das von einem Anders Hallbäck , und als ich die CD anhörte dachte ich so bei mir: da hat aber jemand mit sehr gutem, eleganten Geschmack einen Sound hinbekommen, der elegant und frech zugleich ist, smooth und direkt, und der Musik genau gerecht wird. Prima - das lässt für die fertige CD hoffen - die heißt We're The Royal kommt Ende Juli. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte - etwas mehr Rock und etwas weniger Ska …
Achtung: die EP ist nur an den unten genannten Verkaufsstellen, die interessanterweise auch die Tour Venues der Band sind, verfügbar. Da sollte man dann also Liebhaber der genannten Bands, der DOCTORS OF MADNESS (erinnert sich noch einer an die?) und von ROXY MUSIC (frühe Phase!), und vor allem dem frühen Joe Jackson, mal vorbeikommen. Einen unterhaltsameren Mix aus Pop, Ska, Punk und Rock habe ich in letzter Zeit nicht gehört. Kurze Songs, kurzweilig und gut dargebracht - Herz, was willst Du mehr.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 30.08..2010

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