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Richtaste

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Richtaste
Richtaste, Politur/Membran, 2007
Mathias Nadenbousch Guitar
Roger Vez Bass
Reto Gasser Keyboards, Vocals
Marc Gasser Drums, Vocals
Stefan Fankhauser Vocals, Guitar
Produziert von: Richtaste & Pat Aeby Länge: 38 Min 42 Sek Medium: CD
1. Party King7. Grounded Angel
2. Postcard From Heaven8. Turning Point
3. Speech9. Fly Away
4. Effin' July10. Footsteps
5. You Can't Do It Right11. One-Way Street
6. Simple Song12. Sometimes

Junge Schweizer sind auch nicht mehr was sie mal waren, weder Senner- noch Hard Rock Traditionen werden aufrechterhalten. Diese fünf Berner machen lieber popigen Alternativkrach. Ob's allerdings für den großen Wurf reicht?
Als Referenz kann man ungefähr jede hitparadentaugliche Gitarrenkapelle der letzten Dekade heranziehen, so sie irgendwelche Punk-Bezüge hat. Sonderlich spektakulär ist so was 2007 nicht mehr, GREEN DAY mag heutzutage jede Schwiegermutter. Bleibt RICHTASTE also nur die Chance via gelungener Songs in die Ohren zu kriechen - und das hat in der Tat in einigen Fällen auf diesem Debüt geklappt.

RICHTASTE machen keinen Krawall, provozieren keine Familienkriege, gehen keinem auf die Nerven. Das riecht nach Massenkompatibilität und verkümmertem Revolutionsbewusstsein. Schade eigentlich, Rock & Roll eignet sich doch wunderbar für Aufruhr und Rebellion.
Aber sei es wie es ist, die Herrschaften ziehen den anderen Weg vor und beschränken sich auf Frieden und leichtverdauliche Unterhaltung. Da sind dann ein paar echte Kandidaten für die Heavy Rotation wie Party King oder Sometimes zu finden, genau wie die unvermeidlichen Balladen You Can't Do It Right und Fly Away und die punkigen Authentizitätsnachweise à la Grounded Angel. Tut nicht weh und passt sowohl ins Formatradio als auch in den Player im Auto.
Das Highlight in Sachen "Ich will einen Hit" stellt Turning Point dar: Einfach aus der Lenor-Werbung geklaut. Wenn's da mal nicht Plagiatsvorwürfe gibt.

Ansprechend produziert ist das Teil, einzig der Gesang erscheint auf Dauer etwas unflexibel und angestrengt, jedenfalls für an Sammy Hagar gewohnte Ohren.
RICHTASTE werden vermutlich einen hübschen Achtungserfolg mit dieser CD erzielen, böse kann man ihnen deswegen nicht sein.
Sympathisch und ansprechend, vielleicht einen Tick zu nett. Bliebe noch zu klären, ob Sänger Stefan mit dem formidablen Philipp Fankhauser verwandt ist.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.04.2007

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