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Island Noises
Island Noises, QuiXote-Music, ProgRock Records, 2011
Phil Griffiths Vocals
Stefan Glomb Guitar
Philipp Jaehne Keyboards
Dennis Sturm Bass
Dominik Steinbacher Drums
Gäste:
Martin Griffiths Recitation
Pia Darmstaedter Flute
Jutta Brandl Voice
Martin Lengsfeld Piano on Brave New World, Fountain Of Innocence, Dreamstuff
Produziert von: Philipp Jaehne, Stefan Glomb & Christian Dolenga Länge: 98 Min 00 Sek Medium: CD
CD 1
01. Roarers04. Let Them Beware
02. A Dance So Strange05. Caliban’s Dream
03. Brave New World06. Island Noises
CD 2
01. Banquet Of Illusions05. Sycorax
02. Assassins And Sleepers06. Ariel (Voice Of The Air)
03. In A State Of Grace07. Drowning The Book
04. Fountain Of Innocence08. Dreamstuff

Bereits Ende 2006 weckte Philipp Jaehne die Neugierde auf “Island Noises“, indem er verriet, dass sie Material für ein neues Konzeptalbum sammeln, das sich der Story “The Tempest“ von Wiliam Shakespeare annimmt; also noch bevor das weniger progressive und doch ansprechend rockige Album "Paradise Out Of Time" erschienen ist. Nach ganzen 4 Jahren ist dieses Werk nun fertig - und ich hatte schon Angst, dass sich die Truppe aufgelöst hätte, da es mächtig ruhig um POOR GENETIC MATERIAL geworden war.

Diese Angst war Gott sei Dank total unbegründet, denn mit “Island Noises” servieren sie uns ihr bis dato bestes Album, außerdem kehren sie zu meiner Freude wieder zur progressiven Musikrichtung zurück, wie wir es von den Jahreszeiten-Alben (Summerland, Leap Into Fall, Winter’s Edge, Spring Tidings) her kennen. Tja, auch was die Story betrifft, hatte ich ein mulmiges Gefühl, denn ich muss zugeben rein gar nichts von Shakespeare zu kennen. Aber auch hier kann ich Entwarnung geben, denn auch ohne die Grundlage zu kennen kann man die Musik in vollen Zügen genießen. Trotzdem bewog mich meine Neugierde mich auf die Suche nach einer Zusammenfassung des Stücks “Der Sturm“ zu suchen und bin auf Wikipedia fündig geworden. Demnach handelt das Drama von der Liebe, von Intrigen, Amtsmüdigkeit und skrupelloser Machtpolitik.
Die musikalische Untermalung dieses Themas auf den zwei CDs ist geradezu fesselnd und voller magischer Momente, so dass ich immer wieder das Schreiben darüber vergesse während ich den dargebotenen Klängen lausche. Dabei bewegen sie sich zwischen anspruchsvollem Pop und zart verspielten progressivem Rock, der gerne auch mal in spacige Gefilde driftet und an anderer Stelle in eine leicht metallische Richtung geht. Auch jazzige Töne sind für die Truppe kein Problem. Der Hörer bekommt schwelgerische Keybordsounds, fantastische Piano-Einlagen des Gastmusikers Martin Lengsfeld und die grandiose Gitarrenarbeit vom Stefan Glomb auf die Ohren. Auch die Flöte der Pia Dramstaedter sowie die Stimme der Jazz-Sängerin Jutta Brandl setzten besondere Akzente. Bass und Schlagzeug überzeugen ebenfalls mit variablen Spiel.
Neben der atmosphärischen und stimmungsvollen Musik bildet die fast opernhafte Stimme des Phil Griffiths ( auch ALIAS EYE) das i-Tüpfelchen des Werkes, zumal ich ihm eine Steigerung seiner ohnehin guten Gesangsleistung attestieren kann. Diese Steigerung ist z.B. bei dem zuweilen leicht aggressiv angehauchtem Gesangspart von Brave New World gut zu hören. Lobend zu erwähnen sind auch die Sprechpassagen des Martin Griffiths (BEGGAR’S OPERA), der auch das gelungene Artwork beigesteuert hat.

Zu guter letzt muss ich dem Klaus Reckert, der sich für die Zeilen des beigefügten Infozettels verantwortlich zeigt, bei folgendem Satz zustimmen: "Der von PGM für dieses Album geschaffene Klangkosmos ist beeindruckend und völlig eigenständig, gleichwohl scheinen doch einige Ikonen des progressive Rock als Luftgeister durch die Kulissen zu schweben: TRIUMVIRAT (Roarers), CAMEL (Brave New World), TONY BANKS (Island Noises) oder STEVE HACKETT (Drowning The Book). Und BEGGAR’S OPERA ja ohnehin." Mir fallen allerdings noch STEVE HOWE, ELOY oder auch PINK FLOYD ein. Ja, PGM liefern in den 98 Minuten Musik “full of noises“ und haben, wie bereits zu Anfang geschrieben, ihr Meisterwerk kreiert, wobei sich die Frage stellt: Ist dieses noch zu übertreffen? Ein absoluter Tipp!!!

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 13.02.2011


 
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