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Onesko Bogert Ceo Project

Big Electric Cream Jam

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Big Electric Cream Jam
Big Electric Cream Jam, Grooveyard Records, 2009
Mike Onesko Guitar, Vocals
Tim Bogert Bass
Emery Ceo Drums, Background Vocals
Gast:
Chris Boras Bass (Sweet Wine)
Produziert von: Mike Onesko, Joe Ramagnola Länge: 68 Min 10 Sek Medium: CD
1. Crossroads6. I'm So Glad
2. Politician7. Spoonful
3. Sitting On The Top Of The World8. Toad
4. Outside Woman Blues9. We're Going Wrong
5. Tales Of Brave Ulysses10. Sunshine Of Your Love/Sweet Wine

Mike Onesko, Tim Bogert und Emery Ceo machen sich auf, CREAM-Songs und - wie würde Butthead sagen - some other Stuff live zu interpretieren. Sie firmieren dafür unter dem phantasievollen Namen Onesko Bogert Ceo Project - oder kurz OBCP. Ähnlichkeiten zu Computeranschlüssen oder internationalen Halsabschneider-Organisationen sind sicherlich nicht beabsichtigt.
Onesko und Ceo sind den Musikfans von der BLINDSIDE BLUES BAND bekannt, die es versteht, ihren Power Blues mit reichlich Druck durch die Boxen zu hetzen. Über Tim Bogert muss nicht mehr viel gesagt werden. Die Basslegende hat gezeigt, dass sie ohne weiteres neben Koryphäen wie Jeff Beck und Carmine Appice bestehen kann. Beck, Bogert, Appice oder einfach BBA sind Legende. Auch auf "Big Electric Cream Jam" spielt Tim seine Tieftonstärken gekonnt aus und gibt den Songs das nötige Fundament. Grade wenn Mike Onesko auf Solo-Pfaden unterwegs ist, sorgt Bogert für die Soundfülle, die manch anderes Trio so verzweifelt sucht.

Dass die nun interpretierte Musik nicht mehr als drei ausgezeichnete Musiker braucht, bewies schon die legendäre CREAM-Band mit Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton, abgekürzt BBC (gut, das klingt jetzt wie ein Fernsehsender). Also rocken und jammen sich OBCP durch insgesamt 10 Songs und einen Hidden-Jam-Track, in dem die Sologitarre übrigens losfeuert wie ein Impulslaser. Sie machen das gut und ordentlich. Der Sound ist druckvoll und klar.
Egal ob der Politician besungen oder dem Sunshine Of Your Love gehuldigt wird: Wie viel Verehrung Mike Onesko seinen CREAM-Idolen entgegenbringt, ist in jeder Note zu spüren. Auch wenn das Projekt Songs wie Crossraods oder I'm So Glad nachspielt, die bekanntlich bereits von CREAM nachgespielt wurden, spielen OBCP sie mit der gleichen Inbrunst nach, die sie auch bei den nachgespielten CREAM-Kompositionen an den Tag legen.
[Herr WahnWirtz, ich will ihnen nichts nachreden, aber nach so vielen Jahren so viel nachzuspielen erscheint einem nachgerade kulturell nachrangig. F.S.]
Das Live-Feeling der Aufnahme kommt übrigens sehr authentisch und absolut glaubhaft rüber.

Trotzdem, etwas stört an der Scheibe. OBCP bewegen sich doch recht nah an CREAM, was sie sicherlich auch genau so wollten. Das unterscheidet sie von den originellen Bands, die ebenfalls auf Covertour sind, den Songs dabei aber etwas Eigenes mitgeben. Damit sind, nicht unbedingt, aber auch, so Truppen wie die LENINGRAD COWBOYS oder ELÄKELÄISET gemeint.
Wie viel besser Politician als in der vorliegenden Version klingen kann, bewiesen beispielsweise die SUNSET HEIGHTS auf ihrem Debütalbum "Texas Tea". Die Texaner operierten damals mit neuem Groove, mit einer eigenen Note. OBCP hingegen hissen lieber das Tribute-Banner, wenn man so will. Das macht die Songs natürlich allesamt nicht schlechter und die Performance des Projekts nicht weniger intensiv. Allerdings trägt es nicht dazu bei, dass sich die CD irgendwie aufdrängt. Sie ist und bleibt dem Grunde nach "Nice to have"!

Schön, falls es also dort draußen Fans der BLINDSIDE BLUES BAND gibt, können sie bedenkenlos zugreifen. Anhänger von Tim Bogert werden diese Scheibe bereits haben. Ob sie sie denn auch hören, ist eine andere Frage.
Bei CREAM-Fanatikern muss differenziert werden: Alle Sammler - es soll ja so welche geben, die neben sämtlichen LPs und Singles auch alle Bootlegs und sonstiges Zeugs besitzen müssen - werden auch mit "Big Electric Cream Jam" glücklich werden. Alleine schon, weil sie dies Ding besitzen. Cream-Musik-Puristen werden entscheiden müssen, ob sie eine solche Live-Jam-Nachspielplatte tatsächlich brauchen. Allen anderen dürfte reichen, dass auch diese CD axialsymmetrisch ist.
[Falls einer unserer Leser in Mathematik nur mittelgut war: Eine Figur heißt axialsymmetrisch, wenn man die Figur an einer Geraden umklappen kann, so dass die Originalfigur und die Bildfigur wieder zur Deckung kommen. Falls einer unserer Leser auch das nicht versteht, hat er das Niveau des Erfinders des Home of Rock. Und wir beide, der Leser und ich, sind über Jahrzehnte zwar doof, aber rockend und ohne Axialsymmetrie ausgekommen. Ne? F.S.]

PS: Warum OBCP den Abstauber White Room verschmähen, wissen wahrscheinlich nur sie selbst und der Intendant des Universums.
[Das war ihnen zu altbacken, hähähä. Red.]

Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 26.06.2009

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