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Mundy

Strawberry Blood

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Strawberry Blood
Strawberry Blood, Camcor Records, 2009
Mundy Guitars, Vocals
Paul Brennan (Binzer) Drums Ger Eaton, Keyboards, Backing Vox
Simon Goode Guitar
Keith Farrell Bass, Backing Vox
Gäste:
Shane MacGowan, Fergus O'Farrell, Gemma Hayes Vocals
Winnie Horan
Joe Chester
Produziert von: Joe Chester Länge: 52 Min 17 Sek Medium: CD
1. Waiting For The Night To Come8. Love Is A Casino
2. Tenerife (Crusin' Paradise)9. Avalon
3. It's All Yours10. January Is Blue
4. I Miss The Country11. Head Over Heels
5. The Corn And The Orange Sun12. Pepper In My Dreams
6. The Valley (Dear Liza)13. Fever
7. Strawberry Blood14. Me And My Guitar

Euphemismus für Anfänger: Man wird von guten Freunden zu einem Abendessen in ihre Wohnung eingeladen. Man freut sich auf den Abend, zieht sich ordentlich an, bringt vielleicht eine Flasche guten Wein als Gastgeschenk mit. Man klingelt, wird eingelassen. Lachen und Lächeln, Umarmungen, Küsschen. Alle setzen sich an den großen prächtig gedeckten Tisch. Der Aperitif lockert die Stimmung noch weiter auf. Es verspricht ein wirklich schöner Abend zu werden.
Dann wird das Essen aufgetragen. Vielleicht ein exotisches Gericht? Es sieht gut aus - auch wenn noch keiner der Anwesenden so etwas je gegessen hat. Die Teller werden gefüllt. Jetzt kommt der Moment in dem man die Gabel zum Mund führt. Man kaut, schluckt und schafft es irgendwie das Gesicht nicht zu verziehen, obwohl der Geschmack einem dazu jeden Anlass bieten würde. Das Essen ist einigermaßen grässlich. Man guckt sich unauffällig um, wartet auf irgendeine Reaktion. Aber niemand gibt sich eine Blöße. Man beschließt es runter zu schlingen, auf einen Nachschlag zu verzichten und sich auf dem Nachhauseweg irgendwo einen Burger zu holen. Aber die Gastgeber machen es einem nicht so einfach, sie lassen niemanden davon kommen. Es folgt die magische Frage: "Wie schmeckt es denn?" Jetzt kann man entweder nicken und somit lügen oder den Kopf schütteln und ein paar Freunde verlieren. Oder man rettet sich in einen Euphemismus und antwortet einfach nur: "Es schmeckt… interessant!"

Dieser Art könnte man auch "Strawberry Blood", das aktuelle Album des irischen Musikers Mundy würdigen.
Die einzelnen Stücke sind gänzlich frei von Innovation und Überraschung, trällern dafür jedoch ganz nett vor sich. Dabei bleibt aber unklar was das Album will, wo es hinsteuern soll. Rock ist das eher nicht und rockig auch nicht. Vielleicht Folk? Vielleicht aber auch nur versuchter Pop. So brillant wie Marc Cohn ist es zu keiner Zeit, auch nicht so kratzig wie Paul Westerberg oder sich der eigenen Möglichkeiten so bewusst wie Chris Paulson.
Mundy selber nennt Bob Dylan als einen seiner Einflüsse. Wenn man "Strawberry Blood" hört, ist das eine einigermaßen willkürliche Aussage. Die Texte machen hin und wieder einen halbwegs verzweifelten Eindruck, wenn sie in sich nicht stimmig sind, wenn Mundy einzelne Zeilen immer wieder wiederholt, ohne dass das an den jeweiligen Stellen opportun wäre oder auch gerne mal einen Ton eine Weile hält, obwohl man darauf auch verzichten könnte. Das ist besonders insofern tragisch, als vermutlich schon intendiert war, das Album vom Gesang tragen zu lassen, denn besondere instrumentale Leistungen haben hier Seltenheitswert (das Gitarren-Solo am Ende von The Valley Song treibt einem da fast schon die Tränen in die Augen).

Das wirkliche Problem von "Strawberry Blood" sind aber die vielen Ansätze die stecken bleiben. Die meisten der Stücke klingen bis zu einem gewissen Punkt ganz angenehm, aber dann kommt ein Moment, ein unangenehmen Klang, irgendeine ungute Überraschung, ein Bestandteil tritt in den Vordergrund, und auf einmal klingt das ganze unpassend. Das beste Beispiel: Love Is A Casion startet sehr nett, die Melodie stimmt einigermaßen und man kann sogar den quäkenden Gesang akzeptieren. Wenn dann aber der instrumentale Wechsel zum Refrain kommt, ist man schon schwer versucht das Stück zu skippen. Dann verpasst man allerdings den wirklichen Höhepunkt: Shane MacGowans Gast-Auftritt. Der singt zuerst eine Strophe alleine und dann den Rest zusammen mit Mundy und das klingt dann (entsprechend der oben aufgeführten Erläuterung) sehr, sehr, SEHR interessant - eine quäkende Stimme mit einer künstlich-kratzigen als Echo!
Ganz ähnlich läuft das an vielen anderen Stellen. Am Ende kommt ein Album dabei heraus, das man sich natürlich kaufen kann, man kann es sich auch anhören und es ins CD-Regal stellen. Man kann es aber auch sein lassen.

Marius Gastrock, (Artikelliste), 27.10.2009

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