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| Game Of Fools, Bad Reputation, 2009 |
| Lex Koritni |
Vocals |
| Eddy Santacreu |
Guitars |
| Luke Cuerden |
Guitars |
| Matt D. Hunter |
Bass |
| Chris Brown |
Drums |
| Produziert von: Anton Hagop & Lex Koritni |
Länge: 51 Min 39 Sek |
Medium: CD |
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| 1. 155 | 8. Bobody's Home |
| 2. Stab In The Back | 9. Game Of Fools |
| 3. Roll The Dice | 10. Keep Me Breathing |
| 4. V8 Fantasy | 11. Tornado Dreaming |
| 5. You Vs Me | 12. Tornado Dreaming II |
| 6. By My Side | 13. The Devil's Daughter |
| 7. Deranged | |
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Lex Koritni ist 25 Jahre alt und Australier mit deutlichem Hang zu Europa, genauer Frankreich. Sein Label Bad Reputation ist dort beheimatet und die Tourneen finden bevorzugt ebendort bzw. in Belgien und angrenzenden Gefilden statt. Ansonsten klingt er absolut nicht frankophil, ganz im Gegenteil, die nach ihm benannte Band KORITNI ist aber so was von australisch, und der junge Chef hat sich in den letzten Jahren zum potentiellen und legitimen Nachfolger des deutlich in die Jahre gekommen Jimmy Barnes aufgeschwungen. Solche Typen sind nicht nur Frontmann, sie sind Aushängeschild einer Musik, die ihr Publikum per se nicht enttäuscht: Rock & Roll.
Beim Vorgänger "Lady Luck" griffen die meisten Kritiker mit ihrem stereotypen AC/DC-Vergleich deutlich zu kurz, diesmal sollte es wirklich allen auffallen, das KORITNI mehr ist, auch wenn Lex und seine unverändert gebliebene Band selbstverständlich die größte (von mir aus auch die zweitgrößte nach den STONES) Rock'n'Roll-Kapelle aller Zeiten kennen. Wer tut das nicht?
Grundsätzlich ist festzustellen, dass in den letzten zwei, drei Jahren wieder deutlich mehr Hard-Rock-Premiumbands auf der Bildfläche erscheinen als in den Jahren davor. Nicht nur gute Musiker, sondern auch ansprechende Produktionen bekommt man derzeit in auffälliger Häufigkeit geliefert, was vielleicht ein Beweis der These ist, dass guter Rock nur in schwierigen Zeiten reifen kann (die Tonnen Ausschuss muss man wohl als "Beifang" hinnehmen). "Game Of Fools" wurde in richtigen Studios aufgenommen, richtig produziert (Anton Hacops Name steht u. a. auf CDs von SILVERCHAIR und POWDERFINGER) und von Mike Fraser richtig abgemischt. Der hat so gut wie alle Scheiben von AC/DC betreut, außerdem neben vielen weiteren AEROSMITHs "Pump" und "Permanent Vacation" sowie THUNDER, RUSH und und und. Das ist schon ein Fingerzeig an alle, die glauben, dass man beste Ergebnisse auch am heimischen PC erzielen kann. Wohlgemerkt, das kommt oft genug vor, aber in aller Regel tobt eine Top-Produktion einfach besser als die Übungsraumaufnahme.
Gefühlsmäßig lehnt sich "Game Of Fools" produktionstechnisch stark an die Alben "East" und "Circus Animals" von COLD CHISEL an, es tönt basisch und trotzdem nach Achtzigerjahre, lässt den Keyboard- und Synthesizerwahnsinn dieser Dekade zum Glück komplett außen vor, rockt einfach straight vorwärts ohne in dämliche Klischees zu verfallen. Und damit sind wir bei der wichtigsten Zutat eines guten Albums: den Songs. 13 gibt es auf "Game Of Fools" und bis auf den Rausschmeißer The Devil's Daughter gerät keiner in Balladenverdacht. Und sogar diese Nummer gerät nach kurzem Anlauf noch zu einem veritablen Rocker. Hört euch mal Chris Brown am Schlagzeug an. Der klingt dermaßen nach CHISELs Steve Prestwich.
Klargestellt sei aber, dass keiner der fünf Musiker COLD CHISEL oder Barnes in seinen Favoritenlisten führt, dafür sind sie wohl auch zu jung. KORITNI ist ein organisch gewachsenes Ergebnis von jugendlicher Rock'n'Roll-Lust, Einflüssen, Vorlieben und turnusmäßiger Rückkehr einer Musik, die über viele Jahre nur für Veteranen eine Rolle spielte. Möge die derzeitige Omnipräsenz von AC/DC helfen, dass all die tollen Bands inklusive KORITNI auch bei den Kids Aufmerksamkeit erregen.
Der einzige Kritikpunkt an "Game Of Fools" ist, dass zwei oder drei Songs zu gleichförmig tönen, ansonsten ist das hier Deluxe-Hardrock ohne jeglichen Fehl oder Tadel. Da wird gerockt und geshuffelt, gerifft und gestampft wie ein flussaufwärts dieselnder Dampfer. Kurze, knappe Gitarrensoli, die erfreulicherweise nur ganz selten ausufern, eine perfekte Rhythmusabteilung und über allem das bemerkenswerte Organ von Lex Koritni. Viel besser geht es kaum. Wenn KORITNI diesen Level halten (die Gefahr der Überproduktion und schmalzigen Hitsuche lauert heute genau wie vor 30 Jahren), werden wir für viele Jahre eine tolle Band im Rock'n'Roll-Zirkus haben. "Game Of Fools" ist eine feine Scheibe.
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