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Joe Pitts Band

One Night Only

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One Night Only
One Night Only, Kijam Records, 2008
Joe Pitts Guitar, Vocals
Jimmy Lynn Bass, Vocals (Tales Of Brave Ulysses)
David Bishop Drums
Länge: 61 Min 23 Sek Medium: CD
1. Blue Light Rain6. Just A Matter Of Time
2. Blackout7. Lonesome Boy From Yesterday
3. Outskirts Of Town8. Zambified
4. Step Into The Dark9. Mr. Big
5. Tales Of Brave Ulysses10. VT Inst #6 Jam

Also das ist Musik, wie sie mir hundertprozentig gefällt, sage ich noch beim ersten Stück. Joe Pitts spielt eine Les Paul, Schlagzeug und Bass treiben gut, sind aber nicht zu weit in den Vordergrund gemischt und die Stimme von Joe ist rau aber kein Schmirgelpapier. Allerdings ist Joe Pitts aus Arkansas (wie George W. Bush) inzwischen auch schon einer der Älteren in der Szene. Seit langem bekannt ist seine erste erfolgreiche Band LIQUID GROOVE MOJO, eine Southern-Band die nahe am Blues gebaut hatte. Doch inzwischen spielt Joe Pitts nicht nur Southern Rock, Blues perlt aus den Boxen, und groovebetonter Funk-Rock fährt den Tanzenden in die Beine.
War die letzte CD der Joe Pitts Band noch etwas müde, so geht hier ganz fröhlich der Blues ab. Vor allem der funkige Black Out (das zweitlängste Stück der CD) groovt fröhlich vor sich hin. David Bishop legt dabei noch ein zweiminütiges Solo ein. Schlagzeugsoli auf CD haben wir zwar schon en masse gehört, länger besser und aufregender, aber live ist so ein Solo ja immer ganz nett aufmunternd. Und auf der CD-Hülle steht ja, dass dieses Album völlig frei von jeder Computer-Manipulation ist und exakt so aufgenommen, wie es an dem entsprechenden Abend eingespielt wurde, mit allen Fehlern und selbst wie eine Glassflasche zerbricht ist zu hören. Deshalb ist die CD besser als perfekt, weil sie WAHR ist. Na ja. Nur den Applaus hört man zwischendrin gar nicht. Komisch, nicht? Also, wenn wir früher gespielt haben, dann wurde dazwischen applaudiert, gestimmt und gelabert. Das war ehrlich.

Nun, das soll aber keine Rolle spielen. Es geht mit Outskirts Of Town weiter, und das Stück kenne ich. Ich weiß bloß nicht, woher. Und eine auf den hohen Saiten jammernde Gitarre gehört auch dazu. Mr. Pitts spielt aber nur auf den unteren. Dabei habe ich gelesen, dass er so ein toller Slide-Spieler ist. Der Ausflug in die Höhen gestaltet sich im Instrumentalteil dann eher müde.
Ein eher uninspiriertes gefunktes Stück später gibt es Tales Of Brave Ulysses von Clapton. Hier singt er nicht mehr so tadellos, er springt sogar einmal in der Tonlage. Allerdings spielt er einiges auf der Slide und am Ende gibt's Applaus - was will man denn mehr. Clapton ist einfach immer noch ein Garant für gute Stimmung - bei einigen jedenfalls.
Danach gibt's noch einen Blues: A Matter Of Time, von Joe Pitts selbst. Hier klappt es auch mit dem Gesang besser. Das gilt auch für Lonesome Boy From Yesterday. Das ist wieder so ein Stück, das mir richtig gut gefällt. Auch bei seinen Soli klingt die Band super zusammen. Hier gibt es sogar Gepfeife und Applaus.
Dann wird wieder gefunkt, dass die Schwarte kracht. Zambified heißt das Stück und ich habe mich innerlich schon darauf eingestellt: Der Finger zuckt zum "Weiter-Knopf", doch ich habe ja so was wie eine Verpflichtung gegenüber den Lesern und halte durch. Es gibt irgendwelche Zwischenrufe, die ich nicht verstehen kann, so laut ich die Anlage auch mache. Ist es Zustimmung oder Ablehnung? Ich tippe auf Ablehnung, weil das meine persönlich Ansicht wiedergibt.
Nun kommt Mr. Big von FREE. Wieder finde ich die Gitarrenarbeit und den Gesang super, so richtig zum kuscheln. Das Schlagzeug spielt genau auf die "Zwölf". Mann, sind die Jungs gut. Oder sind FREE so gut? Wieder gibt's Applaus.
Bei VT Inst # 6 Jam wird gejammt. Zwar bin ich nicht so für Jamming, aber diesmal hört es sich gar nicht mal so schlecht an. Trotzdem lehne ich so was auf einer CD entschieden ab, weil es nur Füllmaterial ist. Anschließend erheben noch einige Zuhörer ihre Stimme, aber dahinein bedankt sich Joe Pitts und dann wird die Aufnahme abgebrochen.

Schade, dass soviel Funk auf der CD ist. Ich habe zwischendurch schon gezweifelt, dass die CD wirklich für mich ist, aber es war ja schlussendlich doch einiges an Blues für mich dabei. Ich finde, Joe Pitts und seine Band sollten sich für eine oder die andere Musikrichtung entscheiden. Es gibt doch selten Leute, die sich für beide Musikstile begeistern können. Oder ich muss eine solche CD beim nächsten Mal mit einem Kollegen besprechen, wenn es denn für Funk jemals einen gibt [gibt's schon, aber auch bei dem hat die Scheibe nicht richtig gefunkt - zu viel Blues; Fred]. So ist die CD zur Hälfte ein Ärgernis und für die Käufer rausgeschmissenes Geld.

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 06.11.2008

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