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| Großstadtschmutz, Trigger Records/Sony BMG, 2008 |
| Flo |
Gesang, Gitarre |
| Nils |
Gitarre, Gesang |
| Manu |
Schlagzeug |
| Stefan |
Bass, Background Gesang |
| Gäste: |
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| Gernot Rothenbach |
Keyboards & Arrangements (Wir werden..., Stern & Viva La Revolution) |
| Lil' Rastoni |
Trompeten (Gute Zeiten) |
| Nadine Vogler & Nina Möllers |
Chor (Wir werden... & Viva La Revolution) |
| Produziert von: Klaus Scheuermann & Jenson; Swen Meyer (Viva La Revolution) |
Länge: 46 Min 39 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Rocken | 8. Gute Zeiten |
| 2. Schwerelos | 9. Frei |
| 3. Viva La Revolution | 10. Allein (feat. Christoph von Freydorf) |
| 4. Zweisam einsam | 11. Sommer |
| 5. Du machst mich kaputt! | 12. Euphorie |
| 6. Wir werden... | 13. Großstadtschmutz |
| 7. Stern | 14. Traum vom Fliegen |
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JENSON haben alle Chancen. Leider haben JENSON wohl nur eine Chance. Und das hat überhaupt nichts mit ihrer lauten und in den meisten Teilen sehr geilen Debut-CD zu tun, sondern mit ihrem Hintergrund. Nein, damit ist nicht gemeint, dass die Jungs aus München kommen, das ist eher ein Gütesiegel, damit sei darauf hingewiesen, dass JENSON bei einem Label namens Trigger Records untergekommen sind. Das Label gehört zur 313music JWP AG, und dieser Aktiengesellschaft steht ein gewisser Thomas M. Stein vor. Thomas Stein ist nicht der Gutelauneonkel, den er in grenzwertigen Fernsehshows gibt, Thomas Stein ist einer der erfolgreichsten Musikmanager der Welt. Erfolgreiche Manager sind nicht unbedingt für ihren Langmut berühmt.
313music hat diverse ehemalige RTL-"Superstars" im Repertoire, eine ganze Ladung deutscher Schlagersänger dazu, und als echte Pop-Perle das ehemalige Spice Girl Melanie C. Man ist kein Prophet, wenn man behauptet, dass JENSON besser schnellen und großen Erfolg haben sollten, wenn ihnen dieser Plattenvertrag mehr bedeutet als ein lustiges Jahr in einer mehr oder weniger erlauchten Umgebung.
Andererseits hat ein Stein-Apparat selbstverständlich alle Mittel, eine Newcomerband entsprechend zu platzieren. Wenn die Maschine in den nächsten Monaten funktioniert, haben wir in diesem Sommer ein hübsches kleines Rock & Roll Märchen zu feiern. JENSON sind nämlich richtig Rock & Roll, was sie vom 29.04. bis 06.05.2008 als Support von TITO & TARANTULA beweisen können. Eine etwas seltsame Zusammenstellung, aber vermutlich eine intelligente.
Direkt mit dem Eröffnungssong von "Großstadtschmutz" haben die vier Burschen das mit Sicherheit heißeste deutsche Lied dieses Jahres eingeholzt. Rocken geht so derart nach vorne, dass man kurzzeitig an DANKO JONES, dann aber sofort an dicken fetten Hard Rock der alten Schule denken muss. Roaaaahr! Wenn die Ankündigung "wir zeigen euch den Wahnsinn, die pure Energie" live so umgesetzt werden kann wie auf CD, sollten sich die Fans ganz leicht anziehen. Transpirationsgefahr.
Schwerelos steht dem Opener kaum nach, hat sogar textlichen Inhalt, und prügelt mit zwei Gitarren rechts und links aufs Ohr. AC/DC-Guitar-Break inklusive.
Erstes Fazit: Volle Energie, musikalisch irgendwo zwischen (skandinavischem) Rotzrock und Classic Rock, viel gute Laune, freundliche Typen.
Natürlich kommt im Verlauf noch der dringend benötigte Alternative-Touch hinzu. Da wird ein wenig geschraddelt und knapp neben der Spur gezockt, nicht ohne aber irgendwo ein treffliches Gitarrensolo einzubauen, man will schließlich beweisen, dass man eine richtig gute Band ist. Ja, doch, Kalkül steckt schon hinter dem Unternehmen. So lange dabei hart rockende Punk-Kracher wie Du machst mich kaputt! herauskommen, bitte, immer schön weiter kalkulieren.
"Großstadtschmutz" erspart uns glücklicherweise deutsch-poppige Peinlichkeiten, ebenso belehrende Zeigefingertexte und Klugscheißerei, beschert dafür einen wirklich klugen Text in Viva La Revolution. Ein paar leicht melancholische Kriseninterventionen sind offenbar nicht zu vermeiden, schließlich machen junge Menschen Musik auch für sich selbst - und wem passiert kein Mist im alltäglichen Beziehungsstress, den er in Liedform bejammern muss? Zur Beruhigung: Man bleibt nicht "für immer allein", auch wenn es manchmal einige Zeit danach riecht.
JENSON sind keine Castingband, das kann man in jedem Ton hören. Man kann auch hören, dass sie den unbändigen Willen zum Rocken in sich haben. Im letzten Drittel der CD stellt man aber auch fest, dass noch ein Quäntchen fehlt, nämlich die Fähigkeit, mehr als 10 richtige Knaller zu produzieren. Trotz dem großartigen Titeltrack Großstadtschmutz geht der Chose am Schluss etwas die Luft aus. Dennoch, ein so satt drückendes Debut auf Major-Basis hat man lange nicht gehört. Herzlichen Glückwunsch & viel Glück!
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