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Geordie

feat. Brian Johnson

The Very Best Of

The Original Versions
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The Very Best Of - The Original Versions
The Very Best Of - The Original Versions, Spectre Media/Universal/Koch/K-tel, 2009
Vic Malcolm Guitar
Brian Johnson Vocals
Tom Hill Bass
Brian Gibson Drums
Produziert von: Eliot M. Cohen Länge: 72 Min 04 Sek Medium: CD
1. Electric Lady11. Fire Queen
2. Black Cat Woman12. Ten Feet Tall
3. Can You Do It13. She's A Teaser
4. Don't Do That14. Got To Know
5. Ain't Just Like A Woman15. Mama's Gonna Take You Home
6. She's A Lady16. Ride On Baby
7. Give You Till Monday17. All Because Of You
8. Keep On Rockin'18. House Of The Rising Sun
9. Hope You Like It19. Goodbye Love
10. Natural Born Loser20. Geordie's Lost His Liggie

Neulich musste es schnell gehen, damit die Menschheit vor den grässlichen so genannten Remixes auf "Keep On Rockin' - The Very Best Of Geordie" gewarnt wird, diesmal eilt es, damit wir nicht in den Ruch kommen, immer nur böse und gemein zu sein. Sind wir nicht, nur war das Entsetzen über dieses "Werk" so groß, dass sofort gehandelt werden musste, auch wenn die Plattenfirma vielleicht nicht ganz zu Unrecht auf den veränderten Musikgeschmack der heutigen Kids verweist.
Andererseits, welcher 17jährige sollte sich auch nur die Bohne für eine Band wie GEORDIE interessieren, vor allem in verfremdeter Form?
Anyway, gleiche Plattenfirma, gleicher (executive) Produzent, weitgehend gleiche Playlist (nur vier abweichende Songs) - aber eben die Originale, keine Verballhornungen, kein Angriff auf die Nerven älterer Herren, sogar die Schreibfehler aus dem ersten Booklet sind raus. Geht doch.
Offensichtlich nicht möglich war ein vernünftiges Remastering der alten Nummern, es wurden die bekannten Versionen 1:1 verwendet, was zu hörbaren Lautstärke- und Qualitätsunterschieden bei den 20 hier versammelten Songs führt. Man kann damit leben, immerhin sind die Aufnahmen zwischen 1972 und '76 unter gänzlich anderen Umständen als heutzutage möglich entstanden, trotzdem wundert man sich, die Computerscheiße auf dem anderen Release war ja schließlich auch mach- und finanzierbar. Den Vorwurf der schnellen Abzocke mittels Drittverwertung und grassierendem AC/DC-Fieber aufgrund der Tour muss sich die Firma also immer noch gefallen lassen.

Sämtliche 20 Nummern hat man auf früheren Compilations und/oder Wiederveröffentlichungen der Originalplatten schon gehabt. Diese "The Very Best Of" bietet acht Lieder des Debuts "Hope You Like It" von 1973, drei vom 74er "Don't Be Fooled By The Name", sechs von Brian Johnsons Schwanengesang "Save The World" aus 1976 und drei nur als Singles veröffentlichte Nummern, die man allerdings auf sämtlichen anderen Compilations und der empfehlenswerten und problemlos erhältlichen CD "The Singles Collection" auch geliefert bekommt. Ganz klar also, dass hier nur zugreift, wer noch nichts anderes von GEORDIE besitzt. Für Raritätensammler ist nichts zu holen, aber die Musik von GEORDIE ist trotzdem erwähnenswert. Here we go.

Ein einziger Top-10-Hit war am Ende die kommerzielle Ausbeute, also haben wir es bei GEORDIE mit einer klassischen Zweitliga-Kapelle zu tun - das weiß aber natürlich längst jeder. Schlechter als andere Zeitgenossen waren die Engländer um Chef Vic Malcolm (ein begabter Songwriter übrigens) nicht, nur waren SLADE, NAZARETH, MUD, SWEET und wie sie alle hießen eben früher da. An T. REX konnte ohnehin keiner kratzen.
Große Unterschiede zu den genannten Bands gab es nicht, es wurde halt der damals in England übliche Mix aus Rock & Roll, Glam Rock, Boogie und elektrifiziertem Skiffle geboten, im Grunde war nur die Kreische von Brian Johnson außergewöhnlich, möglicherweise hat genau das größeren Erfolg verhindert. Obwohl, hmmm, Dan McCafferty war und ist auch nicht die Nachtigall vor dem Herrn. Egal, es reichte nicht zu mehr für GEORDIE, deswegen warf Johnson 1976 nach der von u. a. Pip Williams (STATUS QUO u. v. a.) wirklich dünn produzierten und mit bedenklichen Früh-Disco-Sounds unterminierten dritten Platte den Kram hin und wollte wieder bürgerlich arbeiten gehen.
Daraus wurde bekanntlich nichts, der Typ mit der Traktorfahrermütze wurde "zufällig" zum Weltstar - und hat trotzdem nicht ein einziges Mal den Boden unter den Füßen verloren, außer er hängt grade an der großen Glocke und brüllt die Geschichte von den Hells Bells. Ansonsten ist er immer der nette Kumpel von nebenan geblieben, der leicht angetrunken Geordie's Lost His Liggie im Pub singt. Es geht keinen etwas an, ob die Wahrheit vielleicht anders ist, für die Diskretion über all die vielen Jahre gebührt Johnson und AC/DC allerhöchstes Lob. Viele andere täten gut daran, sich ebenso zu verhalten. Verstanden, Miss Winehouse? Für Jackson kommt der Rat bekanntlich zu spät.
Von solcher Größe waren GEORDIE weit entfernt, man musste sich mit kaum kostendeckenden Minitourneen durch die Provinz über die Runden bringen. Es ist witzig, wenn Biographen GEORDIE heutzutage mit LED ZEPPELIN in Verbindung bringen, da lagen nicht nur finanzielle Welten zwischen, es gibt auch keinen musikalischen Link, sieht man mal von Johnsons Plant-Bemühungen in Ain't Just Like A Woman ab. Musik für die Party war Vic Malcolms Business, und genau dort funktioniert "The Very Best Of Geordie" auch heute noch - wenn man die richtigen Partygäste hat.
Das eine und andere Grinsen wird man sich nicht verkneifen können, so sind zum Beispiel die "Seemannschöre" zu House Of The Rising Sun tatsächlich nahe an Comedy (und Music & Words der Band zuzuschreiben ist fahrlässig), aber insgesamt war GEORDIE eine prima Band mit einer ganzen Reihe in die Zeit passenden Songs. Hard Rock aus den frühen Siebzigern mit einem deutlichen Schuss Glam und ein paar traditionellen Einflüssen eben.

Keiner weiß wie die Geschichte ausgegangen wäre, hätte Vic Malcolm je die Bekanntschaft von Nicky Chinn und Mike Chapman gemacht. Für Brian Johnson war es ein Segen, die anderen wären möglicherweise heute nicht längst vergessen, denn das Zeug zu einer echten Hitparaden-Rockband hatten sie.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 17.06.2009

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