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Edgehill Avenue

Rambler

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Departure Records
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Rambler
Rambler, Departure Records, 2009
Drew Perkins Lead Vocals, Guitar
"Hurricane" Mike McLaughlin Lead Guitar
John Poole Bass
Lamont "Phatbeat" Melson Drums
Paul Nevitt Keyboards
Gäste:
Leigh Ann Yost, Daphne Luster, Chris Greenwell & Mark Noderer Additional Vocals
Produziert von: William Bartley & Nick Stevens Länge: 60 Min 03 Sek Medium: CD
1. Rambler7. How You Really Feel
2. With These Hands8. Holding On
3. Just Another Day9. Out Of Time
4. Don't Come Round Here Anymore10. Justified
5. I'll Be Leaving Now11. Justified (Radio Edit)
6. Just Don't Care Anymore

Edgehill Avenue Horch, was kommt denn da aus Louisville, Kentucky? Die zweite CD - nach einer Demo-EP - der Jungs um Drew Perkins und "Hurricane" Mike McLaughlin ist's, und es ist tatsächlich ein 'fein's Liebchen', was uns da aus den Kentucky-Wäldern entgegenschallt, und ich glaub ich bau mir 'ne Holzhütte und lebe alternativ!
So eine Holzhütte hat ja etwas massiv-anheimelndes, man wundert sich darüber, dass simples Aufeinanderstapeln von mehr oder weniger geraden Stücken Holz am Ende so gut aussehen und dastehen kann, ohne dass irgendwelche modernen Zementkleber oder sonstige Monsterdübel verwendet werden - einfach, weil es passt und funktioniert.
Du gehst in deine Hütte rein, und da hängt ein Bild genannt 'Rambler', das Frederick Douglass, einen ehemaligen Sklaven und späteren Abolitionisten (eine Anti-Sklaverei Bewegung in den Nordstatten) und Schriftsteller zeigt. Schön in ruhigen Farben gemalt, lässt dich dieses Bild verweilen und es ruhig betrachten - Rambler ist ein untypisches Stück Musik für einen ersten Track.

In deiner ganzen Holzhütte findest du natürlich keine modernen oder modernistischen Auswüchse - alles handgemacht; aber sehr solide und nach dem neuesten Stand der Holzhaustechnik.
Du triffst dich mit deinen Freunden in der Hütte, einer legt With these hands einen Orgelteppich unter einen reinen Countrysong, der andere greift sich die akustische Gitarre von dem Wandhaken, der dritte gibt ein leicht verzerrtes Solo auf seiner eben eingestöpselten Elektrischen.
Du hast Lust auf ein Tänzchen, und legst mit der Dame des Hauses einen flotten Shuffle jetzt und heute, nicht Just another day, aufs ungehobelte Parkett, aber singst dazu, dass du hoffst: "… she loves me just another day".
John Poole wird langweilig - er packt seinen Bass aus und ritzt einen fetten Groove ins Holz, den er schön funky verziert; deine Frau singt mit dir: "Don't come round here no more", meint aber natürlich nicht dich! Darauf sagst du: "I am a man please forgive me if I come on too strong… I'll be leaving now!", und wieder singt deine Lady ganz wundervoll mit dir, und jetzt geben alle Gas und der Bassmann spielt wieder wundervolle Läufe und du weißt: das ist das Highlight des Abends.
Irgendwann gibt es dann doch noch eine Diskussion, und du fragst sie: "Are u really with him?", und deine Gitarre stellt diese Frage auf wundervoll klare Art für dich. Nein, man bleibt zusammen und sagt: "We are holding on!" - die Ruhe nach dem Sturm. Einen Augenblick bekommst du Depris und bist out of time, aber du reißt dich wieder zusammen. Da erinnerst du dich wieder an Frederick Douglass, und du fragst dich, wie lange diese Ungerechtigkeiten in der Welt noch existieren werden - und wodurch sie gerechtfertigt sind: Justified.
Deine Soli tun das, was ein Solo eigentlich tun sollte: sie nehmen die Melodie des Songs und phrasieren über dieser Melodie - nicht zum Selbstzweck oder um Selbstbeweihräucherung zu betreiben, sondern als Erweiterung des Songs. Wunderbar auch, dass dein alter Kumpel Paul Nevitt seine aufblasbaren Keyboards und Orgel dabei hat. Das erinnert an die gute alte Zeit - kein Wunder! - eines Lee Michaels, der seine Stücke ja nur um Keyboard und Drums herum aufbaute. So exzessiv läuft das hier nicht, aber die Keyboards haben Raum für Soli, ohne das wir jetzt bei Southern-Tramp gelandet wären.
Ja, natürlich werden Erinnerungen an andere Hütten geweckt - an die von Neil Young und CRAZY HORSE etwa, vielleicht an die von TISHAMINGO in etwas rauerer Form, die der DRIVE-BY TRUCKERS, etwas weniger prätentiös und ohne Balkon, aber das ist ein allein stehendes Haus hier.

Fazit: You're only as good as your last record - in dem Fall ist es ja eigentlich die erste Full-Time CD, und da brauchen die Jungs wirklich keine Sorge zu haben, die ist aber so was von solide, diese Hütte.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 14.05.2009

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