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Bluestone Company

Bluestone Co.

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Bluestone Co.
Bluestone Co., Big Stone Records, 2007
Toshihiro Sumitomo Lead Guitar
Yoshihiro Ogasahara Bass
Taizo Takafuji Drums
Taro Takagi Percussion
Gast:
Chris Duarte Vocals & Guitar
Länge: 38 Min 01 Sek Medium: CD
1. Silver Horse5. Me'n You
2. In The News Today6. Carnal Assets
3. She Cries7. Valle Colorado
4. Luck Shine On Me

Sind das noch THE SAVOY TRUFFLE? Oder ist das jetzt die Begleitband von Chris Duarte?
Der bewundernswerte Sänger Monji Kadowaki ist nicht mehr dabei, also kann es nicht mehr THE SAVOY TRUFFLE sein. Bitte weinen Sie an dieser Stelle eine sehr ernst gemeinte Träne, denn wir haben eine wundervolle Band und einen wundervollen Sänger verloren.
Wir sind keine Japaner und können uns kaum in deren Gemütswelt versetzen, aber Monji musste einen Schritt machen, der ihm mit Sicherheit fürchterlich schwer fiel. Die Familie rief, und er konnte nicht anders als zu folgen. Es ist ein Verlust, den Chris Duarte - dies sei in aller Deutlichkeit gesagt - niemals kompensieren kann.
Bleibt die Band. Eine Band, die heute BLUESTONE COMPANY heißt und womöglich die größte Groovemaschine der letzten 15 Jahre ist. War?

10 der nur 38 Minuten dieser CD sind instrumental und ohne Duarte an der Führungsgitarre. Als Trüffel-Jam-Fan und Agnostiker betet man um mehr. Bitte bitte mehr von Percussionfeuerwerken wie Valle Colorado. Dass Carlos Santana zu den Favoriten der Männer aus Osaka zählt war klar. Dass Taro und Taizo zu Schlagwerk-Großtaten fähig sind auch. Aber so - und dann noch mit diesem wahnwitzigen Bass von Yoshihiro Ogasahara veredelt. Vergleichbares dürfte bisher von Rock-Bands nicht oft gehört worden sein. Valle Colorado ist der Schlusspunkt der CD. Schade.
Der Anfang ist ebenso aussichtsreich. Silver Horse zieht alle SAVOY TRUFFLE-Register und begeistert zudem mit einer bösartig kreisenden Gitarre. Doch dann kommt eine halbe Stunde lang Chris Duarte.

Chris Duarte ist kein schlechter Mensch und ein grandioser Gitarrist sowieso. Aber die BLUESTONE COMPANY als Backing Band zu missbrauchen geht überhaupt nicht. Obwohl, im Grunde war es andersrum, die Band schickte die fertigen Basics an Duarte und der sang und spielte seine Overdubs ein und die MP3s zurück. Doch das Ergebnis klingt anders. Beinahe immer wenn Duarte in diesen fünf Songs auftritt, ist die Band sofort in den Hintergrund gedrängt. Es gibt nur noch wenig Freiraum für die typischen Percussionexkursionen, kaum Platz für die erhofften Gitarrenrundflüge. Ausnahme ist Luck Shine On Me, das sich wie ein Magnet im Ohr festgroovt. Die eröffnende Gitarre in Me N' You immerhin gehört Toshi. Und später noch ein paar andere.

Nein! Das ist alles unfair. Selbstverständlich ist dieses Werk ganz hervorragend, genauso selbstverständlich macht Duarte einen perfekten Job. Man ist einfach nur verwöhnt von den traumhaften CDs und Auftritten der alten Band. Beim wunderschönen Southern-Blues She Cries und dem Duane & Dickey Gedächtnissong Luck Shine On Me (als ob eine Dampflokomotive langsam Fahrt aufnimmt) geben unsere Freunde einmal mehr den heutigen ALLMAN BROTHERS eine Lehrstunde. Das macht locker den gitarrenseitig etwas verhudelten Texas-Jam In The News Today wett. Wären noch ein oder zwei Hochkaräter wie die genannten vertreten, die CD wäre in den Top 3 dieses Jahres.
Man muss sich nur ein wenig umgewöhnen, die eine oder andere Aufdringlichkeit des Texaners ignorieren und auf die sagenhafte Rhythmusabteilung achten (z.B. bei Carnal Assets, das ein Fall für jeden Drum-Workshop ist), dann ist "Bluestone Co." ein Album mit nur noch vier kleinen Nachteilen. 38 Minuten Spielzeit, ein nicht ganz zeitgemäßer Sound, der immer wieder zu hörende Organist ist nicht namentlich genannt und die schlimme Ahnung, dass wir THE SAVOY TRUFFLE wohl nicht mehr erleben werden. Die BLUESTONE COMPANY ist aber ein immerhin 75%er Ersatz. Plus den Faktor Chris Duarte. Ergo: Kaufempfehlung!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.06.2007

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