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| Blood Ceremony, Rise Above Records, 2008 |
| Alia O'Brien |
Lead Vocals, Flute, Keyboards |
| Sean Kennedy |
Guitars |
| Chris Landon |
Bass |
| Andrew Haust |
Drums |
| Produziert von: Pete Hudson |
Länge: 48 Min 05 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Master Of Confusion | 6. Return To Forever |
| 2. I'm Coming With You | 7. Hop Toad |
| 3. Into The Coven | 8. Children Of The Future |
| 4. A Wine Of Wizardy | 9. Hymn To Pan |
| 5. The Rare Lord | |
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Da ist Kollege Friedemann aber erschrocken. Klar, eine Band namens BLOOD CEREMONY und mit gar unheilschwangeren Eröffnungstönen geht einem bekennenden Christen per se gegen den Strich. Stehen dann noch Schlagworte wie "böse", "teuflisch", "jugendverderbend" und "unmoralisch" im Info… aus ist's mit der Lust auf eine kleine Zeremonie mit dem Spezialsaft.
Hätte er mal doch besser reingehört, wenigstens einen fruchtigen Bardolino kann man nämlich zu den vier Kanadiern problemlos genießen. Muss ja nicht gleich ein rituelles Besäufnis werden.
Ganz grundsätzlich kann man sich natürlich schon kritisch mit dem plakativen Zurschaustellen eines wie auch immer gearteten Okkultismus auseinandersetzen, BLOOD CEREMONY zum Beispiel sind sich nicht zu schade, auf dem Bandfoto als fünftes Mitglied einen reichlich abgemagerten Totenkopf zu präsentieren. Ja, Musik lebt natürlich vom Symbolismus, aber ein echter Brüller ist derlei heutzutage echt nicht mehr. Davon abgesehen haben sich in der Vergangenheit die allermeisten Finstermichel entweder als musikalische Nullnummer oder als clevere Geschäftemacher erwiesen, im schlimmsten Fall als Psychopathen, die über kurz oder lang in der Anstalt verschwunden sind. Dies alles will man BLOOD CEREMONY nicht unterstellen, zu normal kommt der Sound der Band daher, auch wenn er sich so "gefährlicher" Vorbilder wie BLACK SABBATH & Söhne bedient. Da kann die schöne Alia O'Brien noch so beschwörend "I see witches in the sky" intonieren, Angst bekommt man bei dieser Schulstunde der leicht angeschwärzten Künste nicht, das Label Rise Above Records hat deutlich üblere Brocken zu bieten, man höre mal bei den Kaputtniks ELECTRIC WIZARD rein, wenn man das Grauen kennenlernen will. Apropos Rise Above Records. Chef Lee Dorrian spielt mit seinen CATHEDRAL 2009 in Wacken.
Die besagte Alia O'Brien singt nicht nur, sie spielt auch die Flöte und eine sparsame aber wirkungsvolle Orgel. Beim Stichwort Flöte kommt JETHRO TULL ins Spiel, an deren Folk-Ära sich BLOOD CEREMONY ebenfalls gütlich tun. Spätestens hier endet die Mär vom Hexentanz endgültig und die Nebelschwaden lichten sich. "Blood Ceremony" ist im schlimmsten Fall ein Sammelsurium von Zitaten aus den frühen Siebzigern und wohlwollend betrachtet eine gute Retro-Doom-Folk-Rock CD, die durchaus mit den Werken der Labelkollegen WITCHCRAFT mithalten kann. Wer will, darf auch den Begriff Progressive Rock bemühen, muss sich aber bewusst sein, dass Modernismus hier nicht stattfindet. Es geht eher entspannt zu, ab und an rockt der Gitarrist tiefergestimmt, meist erzeugt er den Druck zusammen mit Bass und Schlagzeug aber mehr von hinten, während Frau O'Brien ihre hirngespinstigen Fäden zieht, die sich auf ihrer Orgel auch gerne mal in psychedelischen Bereichen verfangen. Ray Manzarek von den DOORS dürfte kein Fremdwort für die junge Frau sein.
Auch wenn die Band es möglicherweise nicht beabsichtigt, letztendlich ist dieses Debüt eine ganz erfrischende Angelegenheit für Kenner der genannten Namen und für Doom-Freaks, die nicht unbedingt die ganz derben Klänge haben müssen und zwischendurch ein wenig Folk goutieren.
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