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Andrew Roussak

No Trespassing

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All Music Guide (englisch)

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No Trespassing
No Trespassing, Mals Records, 2008
Andrew Roussak All Keyboards, Piano, Programming, Backing Vocals
Gäste:
Hendrik Plachtzik Lead Vocals, Drums
Steffen Hehrer Guitars (No Trespassing, Lost In The Woods, Rhythm Of The Universe)
Oliver Weislogel Guitars (No Trespassing, Prelude, Wartime Chronicles)
Alan Graham Acoustic Guitar & Saxophone (No Trespassing)
Jürgen Wannenwetsch Bass (Lost In The Woods, Vivace Furioso)
Sebastian Säuberlich Drums (Prelude, Jesu Joy Of Man's Desiring, Do Without Me, Maybe)
Produziert von: Andrew Roussak Länge: 49 Min 04 Sek Medium: CD
1. No Trespassing6. Rhythm Of The Universe
2. Prelude7. All Good Things
3. Lost In The Woods8. Do Without Me
4. Wartime Chronicles9. Vivace Furioso
5. Jesu Joy Of Man's Desiring10. Maybe

Heute möchte ich euch einen Tastenvirtuosen vorstellen, dessen Bekanntschaft ich kürzlich über MySpace machte. Keyboard-Exorzisten können an dieser Stelle aufhören zu lesen. ;-)
Andrew Roussak Der Musiker, um den es hier geht, heißt Andrew Roussak. Er wurde in der Industriestadt Ufa in Russland geboren. Im zarten Alter von sieben Jahren fing Andrew an Klavier zu spielen und studierte später an der Staatlichen Musikschule. Seit 2001 lebt Andrew Roussak als freischaffender Künstler in Deutschland und ist an mehreren Bandprojekten beteiligt. Da wären z.B. die Bands HENRY und DORIAN OPERA, von letzterer Truppe werde ich zu einem späteren Zeitpunkt etwas schreiben.
Seitdem er hier bei uns in Deutschland lebt, konnte er auch einige Preise absahnen, wie z.B. bei den Rock & Pop Awards 2006 den 1. Preis als bester Keyboarder und Instrumentalsolist.
2008 unterzeichnete Andrew bei dem russischen Prog-Label 'Mals' einen Vertrag (ist mir übrigens nicht unbekannt, ich habe von diesem Label Veröffentlichungen von APPLE PIE und LITTLE TRAGEDIES in meinem Regal stehen) und sein erstes Solo-Werk mit dem Titel "No Trespassing" erblickte das Licht der Welt. Vom Titel des Rundlings, der ins Deutsche übersetzt 'Unbefugter Zutritt verboten' bedeutet und mit der Cover-Abbildung hervorragend in Szene gesetzt wurde, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn wie auch auf dem Bild zu sehen ist, verbirgt sich hinter dem düsteren Gemäuer eine sehr ansprechende Landschaft und diese kann man auch auf die dargebotene Musik beziehen, denn musikalisch bekommt man sozusagen Landstriche geboten, die sich von melodisch-progressivem Rock bis zum jazzigen Soundgebilde erstrecken.

Leider gibt es auf der CD auch eine Schwachstelle und die liegt beim Gesang. Auffällig ist dies schon beim ersten Song No Trespassing. Während die Melodieführung des Songs an Kompositionen von John Wetton (u. a. KING CRIMSON, ASIA) erinnert, klingt die Stimme von Hendrik Plachtzik ein wenig dünn. Positiv ist anzumerken, dass Herr Roussak nicht zu sehr von sich und seinem Können eingenommen ist und seinen Mitstreitern Raum lässt, um sich ebenfalls zu entfalten, wie in diesem Stück z.B. durch das Einbinden eines schönen, jedoch leider kurzen Solos des Saxophonisten. Auch der Schlagzeuger fällt positiv auf. Bei Prelude handelt es sich, wie der Titel schon verrät, um Prelude Nr. 2 in C minor von Das Wohltemperierte Klavier von J.S. Bach, den er, wie man dem Booklet entnehmen kann, als Komponisten sehr verehrt. Natürlich erschallt diese Version angerockt aus den Boxen und gefällt sehr gut. Somit ist auch klar, dass Andrew die Anmerkung im Büchlein abdrucken ließ, was wohl Herr Bach aus dem Stück gemacht hätte, würde er im 21. Jahrhundert mit all diesen technischen Möglichkeiten von heute leben.
Weiter geht es mit Lost In The Woods. Die Basis zu diesem Song liefert ein Roman von Stephen King. Neben den ausgiebigen Klängen des Keyboards gibt es auch ein kurzes und schönes Solo der E-Gitarre.
Highlight ist für mich das instrumentale Opus Wartime Chronicles - und auch am ehesten dem Prog zuzuordnen. Zuweilen treffen heftig und düster rockende Gitarrensounds auf wunderschöne Pianointervalle. An anderer Stelle sind Glockentöne zu vernehmen, wie man es von Mike Oldfields "Tubular Bells" her kennt. Jedenfalls umgibt dieses Klangerlebnis eine dramatische Stimmung, was ja auch bei dem Thema Krieg mehr als logisch ist. Als weiterer Vergleich und Inspirationsquelle wäre noch Rick Wakeman (u. a. YES) zu erwähnen.
Als nächstes bringt uns Andrew mit dem Titel Jesu Joy Of Man's Desiring seine Version von Cantata Nr. 147 "Herz und Mund und Tat und Leben" von J.S. Bach zu Gehör. Ein sicherlich nicht unbekanntes und sehr schönes Stück, das er seinem Vater gewidmet hat.
Rhythm Of The Universe, wieder mit Gesang, ertönt ganz nett, jedoch ohne Besonderheiten. Piano und ein wenig Streicherarrangements gibt es beim wunderschönen und verträumten All Good Things. Mit Do Without Me wird es jazzig, trifft Grand Piano auf Hammond Orgel, sogar eine alte Wurlitzer kommt zum Einsatz. Selbst der Gesang, der ja zumeist die Schwachstelle auf diesem Werk ist, versteht zu gefallen. Jedenfalls überzeugt Herr Plachtzik bei diesem Stück mit einer sehr guten Leistung, Jazz scheint ihm besser zu liegen, lässt er am Ende sogar einen Vergleich zu Louis Armstrong zu.
Einen Tribut an Keith Emerson (u. a. ELP) zollt er mit dem 10 Jahre alten Stück Vivace Furioso. Maybe ist ein Lied zu einem Musical, das allerdings noch nicht existiert, und gefällt mir, wenn es auch im Vergleich zu den anderen Kompositionen leicht aus dem Rahmen fällt. Falls das Musical je komponiert werden sollte, dann bitte mit einem anderen Sänger, denn gerade bei Musicals spielt der Gesang eine sehr große Rolle.

Andrew Roussak ist mit "No Trespassing" ein ansprechendes Werk gelungen, bei dem man ruhig den 'unbefugten Zutritt' in die verschiedenen Arten der Musik - von melodischem progressivem Rock zu Klassik - wagen darf.

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 12.01.2009

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