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A Sound Mind

Harmonia

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Harmonia
Harmonia, 7US, 2010
Andrew Bishop Bass, Orchestra Arrangements
Kiran Khan Drums
Anthony Kupinic Vocals, Keyboards
Glenn Parkinson Guitars
Produziert von: A Sound Mind Länge: 57 Min 02 Sek Medium: CD
1. Medulla8. Venus & Mars
2. Empathy9. So Thankful
3. The Power To Dream10. Catharsis
4. Grace11. The Horizon
5. Fall For You12. Always & Forever
6. Enjoying The Pain13. Harmonia
7. Comma Hiatus14. Ash To Flame

Australien! Das Land aus dem die Kängurus kommen! Das Land, durch das der Highway To Hell geht, der dort endet, wo die Hell Bells läuten. Das Land, in dem I Should Be So Lucky sein könnte, wenn man mich denn lassen würde. Der Kontinent, der den meisten Europäern recht unbekannt sein dürfte, ich war zumindest noch nie da! Aber will ich das überhaupt? In ein Land, wo alles auf dem Kopf steht? Immerhin sind die auf der anderen Seite des Globus und müssten doch theoretisch von eben selbigem runterfallen! Na ja, wie auch immer: wer mal da war, ist nicht vom Erdenrund geplumpst und will immer wieder hin.

Aus genau diesem Land kommt eine junge, hochmotivierte und bombastische Band und will die Musiklandschaft auf den Kopf stellen. Dazu haben sie sich schon die ersten ungewöhnlichen Tricks einfallen lassen. Einer davon war, in das gute alte Europa zu reisen und in Fußgängerzonen (u. a. auch in Deutschland) ihre CD unter das Volk zu streuen. So nach dem Moto "Kennst Du zwar nicht, ist aber trotzdem gut und deswegen kaufst Du das einfach mal!". Das nenn ich mutig, innovativ, engagiert und motiviert. Dabei erfinden sie das Rad der Musik nicht neu, aber sie schaffen es, im Tsunami der Veröffentlichungen haften zu bleiben. In Zeiten, in denen jeder Furz inzwischen musikalisch auf CD gebrannt werden und durch "MySpace" der Hörerschaft vorgespielt werden kann, die Vertriebskosten einigermaßen überschaubar geworden und Labels zum Start nicht mehr zwingend notwendig sind, ist es nicht mehr so einfach aus der Masse hervorzustechen. Genau das aber tun A SOUND MIND!

"Was machen sie denn jetzt anders als andere", magst Du geneigt sein zu fragen, lieber Leser und das ist Deine Berechtigung. Dazu sind wir vom Home Of Rock da und deswegen folge meinen Erlebnissen.
Legt man die CD in den Player und drückt den Startknopf, dann passiert erstmal … nichts. Auf den Fotos im einfach aber effektiv gestalteten Booklet schauen einen ein Haufen junger Kerle an, da hatte ich erwartet, dass nach dem Aktivieren des Players eine Welle von Krach über mir zusammenbricht. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Langsam aber unaufhaltsam schieben sich vom Keyboard sehr gut generierte Sounds ins Ohr. Die hallenden Paukenschläge lassen die Spannung steigen, dann ein paar Samples, die Streicher werden lauter, alles wird wieder verhaltener und mit einem an PINK FLOYD erinnernden Empathy startet schon der zweite Song von Harmonia. Recht schnell wird der floydsche Sound abgewechselt und das Lied nimmt nach RED-Manier Fahrt auf. Die Streicherarrangements drücken den Gesamtsound gewaltig nach vorne, die Gitarren besorgen den Rest, Drums und Bass sorgen dafür, dass der Membran nicht langweilig wird. Immer wieder werden gekonnt Spannungsbögen im Songablauf aufgebaut. Ob die das Niveau des ersten Liedes halten können?
The Power Of Dream beginnt so, als wenn man sich langsam einer Konzerthalle nähert, durch deren geschlossene Türen die Töne nach außen dringen. Wenn man dann den Ort des Geschehens erreicht hat, wird man mit modernen Hardrocktönen versorgt. Dieser Traum hat wirklich Kraft! Anthony Kupinic kann mit einem wahrlich starken Organ aufwarten (Ähem … Die Stimmbänder sind hier gemeint. Die ziemlich sichere Red). Nicht mehr ganz so sphärisch, aber immer noch sehr gut.
Und es zeigt, dass man gewillt ist, Abwechslung in den Ablauf der fast 60 Minuten zu bringen. Grace ist wieder ganz großes Kino für die Ohren mit überraschenden Momenten. Nicht vorhersehbar, aber groß! RED lassen grüßen, dabei werden sie die wahrscheinlich nicht mal kennen.
Fall For You beginnt verhalten und entwickelt sich zu einer mit Pathos aber nicht Schmalz versehenen Ballade. Man, die Jungs haben echt was auf dem Kasten. Enjoying The Pain lässt vergessen, dass es so was wie Schmerzen gibt. Ein leichter poppiger Einschlag ist zu erkennen, wird aber schnell von den Drums zerschmettert, um sich nach knapp einer Minute zu einem echten breitbeinig stehenden Rocker zu entwickeln. Comma Hiatus ist ein kurzes Instrumentalstück, bei dem Assoziationen an alte Kinofilme mit großen Häuptlingen vor meinem inneren Auge auftauchen. Venus & Mars entfernt sich davon wieder und baut sich langsam aber unaufhörlich auf. Sicherlich ist festzustellen, dass es das erste Stück ist, das von der Atmosphäre her nicht mehr so ganz mithalten kann, aber das ist auf hohem Niveau gejammert. Immer noch haben die Jungs ein untrügliches Faible für Melodien. So Thankful fängt mit leichten Gitarrentönen an. Man bekommt den Eindruck, dass das den Jungs so zufliegt. Der Mittelteil rifft wie Sau und lässt das Haar fliegen (gut, bei meiner Kurzhaarfrisur jetzt weniger, aber es würde fliegen, wenn ich langes hätte!).
Catharsis begrüßt uns als erster auf der Zielgeraden. Sacht schiebt sich das Lied ins Ohr, will dort den Weg Richtung Ballade einschlagen, biegt aber rechtzeitig auf den Weg "Breitwandsound" ab. Bisher gab es noch kein einziges Gitarrensolo. Es hätte bisher auch noch nicht gepasst. The Horizon kann mit leichten Ausflügen der Gitarre aufwarten, aber Solo ist was anderes. Immer noch zielsicher sind die Melodien. Wieso hat man von den der Band bisher in unseren Breitengraden noch nichts gehört? Always & Forever ist dann endlich die erste richtige Ballade. Viel Klavier, viel Streichersounds, viel Akustikgitarre und eine Stimme, die an der Verzweiflung fast zu zerbrechen scheint.
Zum Abschluss der offiziellen Scheibe dreht sich der Titelsong der Scheibe über die Ziellinie. Großartiger Beginn, starker Melodieaufbau und dann plötzlich nach knapp 1,5 Minuten ist Feierabend. So mir nichts, dir nichts. Aus! Ende! Schicht am Schacht! Ungläubiges Staunen auf den CD-Player. Die Zeit läuft weiter. Also, da geht noch was! Da gibt's noch eine Zugabe. Und die fällt schon irgendwie aus dem Rahmen. Ist nicht schlecht, aber schielt doch sehr Richtung Charts. Aber Halt! Ist das schlimm? Wie soll eine solch ambitionierte Band sich denn einer großen Hörerschaft erschließen. Ash To Flame ist somit kein Ausverkauf einer begabten Band, sondern einfach nur ein nettes Ende einer großartigen Scheibe.

Wer auf Breitwandsound steht, sollte das hier dringend antesten und dann auf der MySpace-Seite für einen Auftritt in unseren Breitengraden voten. Verdient hätten sie es auf alle Fälle und vielleicht hilft ja auch das kleine aber eifrige Label 7Us kräftig mit, dass es mit der Bühnenpräsenz was wird.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 21.02.2010


 
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