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| From Stagger To Wind, Jupiter Records, 2007 |
| Chad 'Cblime' Fergerstrom |
Vocals & Guitar |
| Travis Tingley |
Guitar & Vocals |
| Steve Adler |
Bass & Vocals |
| Bryan Auer |
Drums & Vocals |
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Länge: 37 Min 44 Sek |
Medium: CD |
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| 1. She Moves Me | 7. Unfold |
| 2. Deeper | 8. Falling Down |
| 3. Love Is | 9. Walk Away |
| 4. Can't Let Go | 10. I'll Wait For Never |
| 5. Dirt Love Song | 11. I Don't Know What You Want From Me |
| 6. I Can't Read My Mind | |
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So weit sind wir schon: Da verkauft einem die kalifornische Band 24E ernsthaft Musik mit dem Label "Rock/Alternative/Indie" - und klingt schlichterdings wie eine modifizierte Ausgabe der EAGLES gekreuzt mit beispielsweise MATCHBOX TWENTY. Seltsame Zeiten.
Okay, Indie geht durch, schließlich gibt es keine Plattenfirma, beim Rock kommt man bei einigen der 11 Songs schon ins Zweifeln, aber was nun "From Stagger To Wind" mit Alternative zu tun haben soll… Vermutlich denken Kalifornier darüber anders, vor allem wenn sie das Baggyhosenalter längst verlassen haben und wie ganz normal gesittete Rockmusiker aussehen. Merke: Wenigstens für europäische Ohren haben 24E mit Alternative Rock so viel zu tun wie ihre Helden U2 mit Glaubwürdigkeit, jedenfalls seit ihrem ersten Grammy für "Zooropa" (anderes Beispiel: will irgend wer behaupten, dass "The Joshua Tree" bluesig wäre?).
24E ziehen sich einen Schuh an, der ihnen viel zu klein ist, das sollte den Männern um Chad Fergerstrom bei Gelegenheit jemand sagen, sonst gehen sie im Dschungel der echten Alternative-Bands gnadenlos unter, weil sie zu gut sind, um mit halbgaren Schraddelkapellen auf einer Stufe zu stehen.
2001 gegründet, seit 2003 in der bis heute gültigen Besetzung, zwei EPs (eine mit DVD), ein Livealbum und Ende 2007 "From Stagger To Wind" (mit so gut wie allen bisher aufgenommen Songs, man braucht also die anderen Veröffentlichungen nicht unbedingt), das ist keine große Biographie, aber eine offensichtlich ehrliche Kleinkarriere von vier Musikern, die seriös arbeiten und nicht auf einen vorbeidonnernden Trendzug aufgesprungen sind.
Die CD klingt nach Handarbeit und viel Gefühl, die Musiker sind bühnenerprobt und zeigen keine technischen Schwächen und die Songs haben durchgehend Ohrwurmcharakter - was in einigen Fällen ein Malus ist, denn zum Beispiel Can't Let Go ist schon beinahe schmalzig, wenn nicht ein sehr schönes Gitarrensolo die Harmonieseligkeit zwischendurch aufbrechen würde. 'Cblime' Fergerstrom hat eine herrlich unaufdringliche Stimme, streichelt aber mitunter zu sehr den Gehörgang, man wünscht sich ab und an einen Urschrei, singen kann er nämlich ganz vorzüglich. Dafür kommen die Backings und das Solo in Dirt Love Song umso deftiger, was die Nummer deutlich aus dem Melodic-Einheitsbrei hervorhebt.
Noch mal zu den EAGLES. Wären die heutzutage zu einem Song wie I'll Wait For Never fähig, würden schreibende Zyniker wie wir nicht so über sie herfallen. Die Nummer verbindet Westcoast-Leichtigkeit mit einer Art Alt.-(New-)Country und passt perfekt zum entspannten Abhängen im Spätsommer. Gitarrist Travis Tingley spielt ein zwar völlig innovationsfreies, dafür umso gefühligeres Solo, das einem die Haare auf dem Arm aufstehen lässt. Ein paar mehr solche Ausflüge hätten wir gerne noch, Herr Tingley.
Die Schwäche des Albums ist die offensichtlich selbstauferlegte Zurückhaltung, die man sich angesichts der Fähigkeiten der Band live nicht vorstellen kann. Da wird zu selten der Zügel losgelassen, sodass "From Stagger To Wind" in Teilen schlicht brav klingt. Die mit Verstand gesetzten Gitarrentupfer in I Can't Read My Mind dürften ruhig etwas ekstatischer kommen, Bass und Schlagzeug wären "offen" genug für eine anständige Orgie, zum treibenden Unfold mitsamt seiner prima "verhallten" Gitarre passen die Chöre und die viel zu entspannte Lead-Stimme nicht, da muss dringend ein Stachel ins Fleisch, Rock & Roll soll auch heute noch wehtun. Bloß bitte kein Genöle à la Rob Thomas. Bei den eröffnenden She Moves Me und Deeper, sowie der Schlussnummer I Don't Know What You Want From Me funktioniert es schließlich auch.
Wie gesagt, alternativ ist an 24E nichts, aber eine Alternative für Menschen mit Freude an halbwegs moderner Rock- und Popmusik aus Kalifornien ist diese sonnig-fluffige CD allemal. Und live, jede Wette, geht bei denen die Post ab.
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