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Walter Rossi

One Foot in Hell

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Cover One Foot in Hell
One Foot in Hell, 1984, CBS Canada, Age 2000
Lyrics & Music: Walter Rossi, bzw. Walter Rossi / Stephen Trotter / Daniel Ippersie / Claude Lemay
Walter Rossi Vocals & Guitars, Percussion
Slide Guitars Rick Hayworth
Scott Price / Claude Lemay Keyboards
Denis Farmer, Pierre Hebert Drums
Norman Keer, Jimmy Oliver Bass
Lisa Hart / Scott Price / Billy Workmann / Walter Rossi / Allen Couture / Priscilla / Kat Dyson Oliver / Walter Rossi Back Vocals
Produzent: Walter Rossi, Studio/Ort: Montreal Länge: 42 Min 14 Sek Medium: LP
1. Liar (3:57)2. Money (4:15)
3. Call (4:54)4. Song for Lou (8:01)
5. One Foot on Hell (5:19)6. Too bad, so sad (3:45)
7. Summer Breeze (5:11)8. Take a Look (6:36)

"Liar", der Opener ist ein schneller Song mit schwebenden Keyboards, der nichts mit der alten Nummer der Knickerbockers zu tun hat.

"Money", die Nummer Zwei geht ab wie die Post und, wie man eigentlich beim Soloalbum eines Gitarristen erwarten sollte, bestimmt die Rhythmusgitarre und treibt den Song. Die Keyboards beschränken sich auf Effekte.
Und sie dürfen dann die Soli eröffnen; zwar ziemlich einfach gehalten, aber stimmig, leiten sie in einen kurzen, langsameren Mittelteil über, bevor Walter Rossi den Beweis dafür antritt, dass er nicht zu Unrecht hochgelobt ist.

"Call" ist ein etwas langsameres Stück. Rockig schiebt die Gitarre, während die Keyboards phrasierend Akzente setzen. Die Back Vocals sind sehr präsent und dies nicht nur beim Refrain.

Das erste langsame Stück dieses Albums ist "Song for Lou", eine Liebeslied an Lou (Walters Frau? - Lyrics & Music). Schnulzig und schmalzig ist es trotzdem wunderschön und einer meiner Lieblinge der Rossi-Songs.
Die Percussion ist im Intro das herausragende Instrument. WR haucht mehr, als er singt, die Keyboards und der Vocorder antworten dem Gesang.
Der Refrain geht schnell ins Ohr, auch wenn das Back Vocal von Kat etwas antiquiert klingt. Und der instrumentelle Teil des Refrains wird durch das melodieführende Keyboard bestimmt.
Das Gitarrensolo ist mit dem Vocorder verfälscht - nicht ständig, sondern etwa zu 60 Prozent.

"One Foot in Hell" beginnt als Blues. Die Slide begleitet den Gesang bis nach gut siebzig Sekunden der Boogie zu seinem Recht kommt. Sie darf weiter mitmachen, und dies sehr gut.
Dies ist das abwechslungsreichste Stück des Albums: Breaks über Breaks, gute Drums, die sehr schöne Slide, WRs Solophrasen und ein perfekter Sound.

Schnell geht es weiter, nur von kurzen Passagen im Reggae-Rhytmus unterbrochen. "Too bad, so sad" ist ein sehr abwechlungsreicher Rocker, bei dem nur, wie schon bei den anderen Songs gesagt, die BackVocals nach Las Vegas klingen.

"Summer Breeze", der einzige mittelschnelle Song, scheint mir auch der schwächste zu sein. Er könnte von irgendeiner/m x-beliebiger/n Schlagersänger/In stammen. Die Keyboardphrasen, im Intro wie eine Mundharmonika klingend, der Refrain - alles ziemlich überflüssig. Zwar nicht gerade Hitparadenniveau, aber dem Rest des Albums nicht angemessen.
Es ist auch die einzige Nummer, auf der eine Akustik zu hören ist, was für mich normalerweise nicht negativ ist.

"Take a Look" ist ein würdiger Abschluss des, wie ich finde, nach dem ersten, besten, der vier Walter Rossi-Alben, die ich kenne. Sehr langsam und getragen (früher sagten wir Schieber), wird es nur im Refrain laut.
Das Intro wird vom Fender Rhodes bestimmt, es begleitet den wieder einmal ziemlich gehauchten Gesang. Das Arrangment ist durchdacht und macht aus diesem sehr konventionellen Song, einen richtig schönen.
Die Lyrics sind aus der Abteilung Weltschmerz.
Dafür entschädigt der Refrain, bei dem WR mal etwas rauher singt.

Fazit: Walter Rossis sehr weiche, lyrische Stimme ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Wie überhaupt die Melodien im Vordergrund stehen. Die Back Vocals sind auch etwas gewöhnungsbedürftig, der Zeit angepasst. Aber es gibt kein überflüssiges Solo und die Produktion ist glasklar.
Die Mischung - sechs schnelle und zwei langsame Nummern - stimmt auf jeden Fall und der zu seiner Zeit bekannteste Gitarrist Kanadas spielt nicht zu viel und nicht zu wenig. Dies ist sicher kein Gitarrentrip und damit auch nicht den "Nur-Gitarren-Freaks" zu empfehlen.

Baff erstaunt waren wir, als wir bei www.allmusic.com nach Walter Rossi suchten. Dort findet sich nur die hier besprochene LP/CD, und zwar mit dem Erscheinungsjahr 1994. Zehn Jahre dauerte es also, bis das Album im Nachbarland erschien. Und die vorhergehenden sind dort nicht erwähnt. Obwohl alle remastered 1999 neuaufgelegt worden sind, auch die eine, die mir fehlt, namens "Charlee". Und eine "Best of all" habe ich im Netz auch gefunden. Ich behaupte nicht, dass die Walter Rossi-Alben ein Muss sind, aber besser als viele, viele der im Handel befindlichen sind sie allemal. Ein Klasse-Gitarrist, saubere Kompositionen, klare Produktion, das einzige, was fehlt, ist der Kick. Man muss sie öfter hören, um sie schätzen zu lernen.

Werner Saumweber , (Impressum, Artikelliste), 11.02.2001

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