|
LP-Review:
Walter RossiOne Foot in Hell |
|
|
|
|
"Liar", der Opener ist ein schneller Song mit schwebenden Keyboards, der nichts mit der alten Nummer der Knickerbockers zu tun hat. "Money", die Nummer Zwei geht ab wie die Post und, wie man eigentlich beim Soloalbum
eines Gitarristen erwarten sollte, bestimmt die Rhythmusgitarre und treibt
den Song. Die Keyboards beschränken sich auf Effekte.
"Call" ist ein etwas langsameres Stück. Rockig schiebt die Gitarre, während die Keyboards phrasierend Akzente setzen. Die Back Vocals sind sehr präsent und dies nicht nur beim Refrain.
Das erste langsame Stück dieses Albums ist "Song for Lou", eine Liebeslied an
Lou (Walters Frau? - Lyrics & Music). Schnulzig und schmalzig ist es
trotzdem wunderschön und einer meiner Lieblinge der Rossi-Songs.
"One Foot in Hell" beginnt als Blues. Die Slide begleitet den Gesang bis nach gut siebzig
Sekunden der Boogie zu seinem Recht kommt. Sie darf weiter mitmachen, und
dies sehr gut.
Schnell geht es weiter, nur von kurzen Passagen im Reggae-Rhytmus unterbrochen. "Too bad, so sad" ist ein sehr abwechlungsreicher Rocker, bei dem nur, wie schon bei den anderen Songs gesagt, die BackVocals nach Las Vegas klingen. "Summer Breeze", der einzige mittelschnelle Song, scheint mir auch der schwächste
zu sein. Er könnte von irgendeiner/m x-beliebiger/n Schlagersänger/In
stammen. Die Keyboardphrasen, im Intro wie eine Mundharmonika klingend,
der Refrain - alles ziemlich überflüssig. Zwar nicht gerade Hitparadenniveau,
aber dem Rest des Albums nicht angemessen.
"Take a Look" ist ein würdiger Abschluss des, wie ich finde, nach dem ersten, besten,
der vier Walter Rossi-Alben, die ich kenne. Sehr langsam und getragen (früher
sagten wir Schieber), wird es nur im Refrain laut.
Fazit: Walter Rossis sehr weiche, lyrische Stimme ist sicher nicht jedermanns
Geschmack. Wie überhaupt die Melodien im Vordergrund stehen. Die Back
Vocals sind auch etwas gewöhnungsbedürftig, der Zeit angepasst. Aber es gibt kein
überflüssiges Solo und die Produktion ist glasklar.
Baff erstaunt waren wir, als wir bei www.allmusic.com nach Walter Rossi suchten. Dort findet sich nur die hier besprochene LP/CD, und zwar mit dem Erscheinungsjahr 1994. Zehn Jahre dauerte es also, bis das Album im Nachbarland erschien. Und die vorhergehenden sind dort nicht erwähnt. Obwohl alle remastered 1999 neuaufgelegt worden sind, auch die eine, die mir fehlt, namens "Charlee". Und eine "Best of all" habe ich im Netz auch gefunden. Ich behaupte nicht, dass die Walter Rossi-Alben ein Muss sind, aber besser als viele, viele der im Handel befindlichen sind sie allemal. Ein Klasse-Gitarrist, saubere Kompositionen, klare Produktion, das einzige, was fehlt, ist der Kick. Man muss sie öfter hören, um sie schätzen zu lernen.
Werner Saumweber , (Impressum, Artikelliste), 11.02.2001
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|