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| Instinct, Steamhammer/SPV, 2003 |
| Charlie Huhn |
Vocals |
| Fritz Randow |
Drums |
| Herman Frank |
Guitar |
| Tommy Newton |
Guitar |
| Fargo-Peter Knorn |
Bass |
| Produziert von: Tommy Newton & Herman Frank |
Länge: 50 Min 32 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Running Scared | 7. Nomads Of The Night |
| 2. Plastic Hero | 8. Seen The Light |
| 3. Another Notch In The Bedpost | 9. Instinct |
| 4. Starman | 10. Riding Low |
| 5. Enemy | 11. Songs Of Victory |
| 6. Victorias Secrets | |
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Joachim schrieb neulich im September-Editorial "Manchmal kommen sie wieder...". So ist es und manchmal freut man sich sogar darüber.
Als vor einigen Monaten die VICTORY-Reunion verkündet wurde, und das sogar im alten Line-Up mit Charlie Huhn am Mikro, haben sich sicher viele Leute gefragt, ob man - also Rocker - das wirklich braucht. Es ist ja doch schon beinahe 20 Jahre her, dass die Nachfolgeband von FARGO ihre erste Scheibe aufgenommen hat und seitdem sind etliche musikalische Trends ins Land gegangen. Dazu kommt, VICTORY waren nie so wirklich erste Liga (die Analogie zu Hannover 96), und ihre Heimatstadt hat sowieso einen eher süßlichen Beigeschmack, spätestens seit dem die anderen Leine-(Kuschel)rocker mit dem plüschigen Stachel nicht mehr rocken. So war der Tabellenplatz von VICTORY selbst in der Blütezeit eher irgendwo hinter den SCORPIONS und ACCEPT. Anyway, sie sind wieder da.
VICTORY waren und sind so was wie ein Hardrock-All-Star-Team. Vorne dran natürlich Basser Fargo-Peter Knorn. Unvergessen seine Salti mitsamt Bass (im Münchner Theatron hat es ihn mal gepflegt auf die Nase gelegt bei dieser Einlage). Schlagzeug-Urgestein Fritz Randow verprügelt nicht umsonst inzwischen bei SAXON die Trommeln (immer noch eines der geilsten Drum-Solos aller Zeiten ist auf der Live-LP von EPITAPH zu finden) und die Gitarrenfraktion Frank (ACCEPT) & Newton braucht sich auch vor niemandem zu fürchten. Und natürlich Charlie Huhn. Mega-Egomane Ted Nugent hat mal über ihn gesagt: "Charlie singt besser als ich". Keine Ahnung, wer ihm diese Wahrheitstropfen eingeflösst hat, richtig ist es allemal. Nach der Zwischenstation HUMBLE PIE ist Charlie mittlerweile bei FOGHAT gelandet und die haben ihn für diese Reunion "ausgeliehen". Es gibt nicht viele Shouter auf diesem Planeten, die mich immer wieder so begeistern.
Was gibt es über "Instinct" zu vermelden? Vorneweg: irgendwelcher moderner Schnickschnack ist nicht zu erwarten. Heavyrock wie gehabt, keine Experimente, keine großen Überraschungen, keine Aussetzer. Eigentlich setzt die CD dort an, wo "That's Live" 1988 aufgehört hat.
Ich weiß nicht, ob das auf dem heutigen Metal-Markt ausreichend ist, immerhin fehlen die spektakulären Effekte (kein Blut, kein Gemetzel, keine satanischen Masken, kein NuMetal und Huhn heißt immer noch Huhn und nicht Marilyn).
Aber! Das Album schiebt und drückt, die Songs gehen durch die Bank nach vorne los, das Fundament ist der beinharte, klar akzentuierte Fargo-Peter-Boller-Bass und Randows Powerdrumming, im Vordergrund stehen klasse eingängige Melodien und sattes Riffing und darüber thront Charlie mit seinen bluesigen Vocals. Ergo: Absolut nichts falsch gemacht, der Sound passt, das Handwerk sowieso.
Einziges Manko vielleicht: Der ganz große Überohrwurmsong fehlt (muss ja nicht immer eine Ballade sein) und deswegen ist der Spannungsaufbau auf "Instinct" etwas einseitig - es geht gut los, geht gut weiter und endet gut.
Witzig ist der Anrufbeantwortermitschnitt am Ende der CD. Charlie entschuldigt sich für einen Tag Verspätung, weil er seinen Pass zuhause vergessen hat und ohne nicht nach Europa fliegen durfte.
Thumbs up for VICTORY!
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